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troesemeier
troesemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Versicherungsrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechtsanwalt tätig.
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troesemeier ist jetzt online.

Guten Tag! Mein Sohn verungl ckte unerlaubt des Nachts in

Kundenfrage

Guten Tag!
Mein Sohn verunglückte unerlaubt des Nachts in einer Freefall Rutsche in einem Freibad. Nachts ist kein Wasser in dem kurzen Becken, dass ihn normalerweise gebremst hätte. Mit bis zu 90 km/h sauste er in die Wand. Es hat sich rausgestellt, dass er 9 weitere Schicksalsgefährten hat, 8 davon inoffiziel. Die jungen Männer sind schwerstverletzt und haben bleibende Schäden davon getragen.
Von den Betreibern hat man mir versichert, dass, sollte ich diese Unfälle, auch wenn sie anonym sind, veröffentlichen, diese Jungen von ihren Krankenversicherungen aufgefunden werden und wegen Versicherungsbetruges angeklagt werden. Ist das so richtig?
Die Kosten dieser Verletzungen werden von 200.000-400.000 € geschätzt. Vielen Dank
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Versicherungsrecht
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte.

Ob hier bei Meldung der weiteren Beteiligten eine Anklage wegen Versicherungsbetruges erhoben wird, erscheint mir fraglich. Die Krankenkassen selbst ermitteln, ob hier ein Fall der selbstverschuldeten Verletzung vorliegen könnte. Dies wird nicht in jedem Fall gemacht, aber eine Pflicht, der Krankenkasse mitzuteilen, dass man die Verletzung selbstverschuldet erlitten hat besteht nicht.

Vielmehr hat die Krankenkasse bei einem selbstverchuldeten Unfall für die erlittenen Verletzungen und damit Behandlungskosten durchaus einen Regressanspruch gegenüber dem Versicherten. Maßgeblich hierfür ist, dass die Verletzungen im Rahmen einer besonders gefährlichen Sportart oder aber durch eine unerlaubte Handlung erfolgt sind. Dies dürfte hier der Fall sein.

Grundlage für den Regress bildet der Paragraph 52 Absatz 1 des Sozialgesetzbuchs V. Danach können bei Straftaten die Leistungen ebenso beschränkt werden wie in anderen Fällen von Selbstverschulden. Die Krankenkassen können nicht nur Teile der Behandlungskosten, sondern auch das Krankengeld teilweise oder komplett zurückfordern. Wie hoch dieser Betrag ausfällt, hängt jedoch vom Einzelfall ab.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen. Bitte fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren. Vielen Dank.
troesemeier und weitere Experten für Versicherungsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank!
Ich wäre noch an weiteren Antworten Ihrer Kollegen interessiert,
Wenn nicht bekannt wird, dass es hier in 27 Monaten Betriebszeit zu 12 schweren Unfällen gekommen ist, wird sich an der Bauart dieser Rutsche nichts ändern. Den TÜV SÜD interessiert es nicht,der Herr für Wasserrutschen ist der Meinung, es sei völlig egal , zu wieviel Unfällen es dort komme.
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn die Unfälle auf die Bauart der Rutsche zurückzuführen sind, so wäre eine entsprechende Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft das geeignete Mittel, um die Bauart der Rutsche einer Überprüfung zu unterziehen.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Nein, die Rutsche wurde von den jungen Männern nicht betriebsgerecht benutzt.
Sie hat nur ein kurzen Abbremsbecken, das mit Wasser gefüllt sein muss, um den Rutschenden zu bremsen. Nachts ist das Wasser abgelassen, aber keiner der Jungs rechnete damit. Sie kennen die Rutsche vom täglichen Betrieb und waren bestimmt ihre größten Fans.
Die Rutsche steht im Aussenbereich eines Freibades und der Zaun ist leicht zu überspringen. An der Kette gibt es kein Totenkopfschild.
Ich möchte eine Behörde wissen, die diese Information nutzen wird, um die Auflagen,evtl. nur ein Aufstellung im Gebäude, für diese Art der 10 Meter freier Fall Rutsche neu zu bewerten.

Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

als Behörden kommen hier das Bauordnungsamt, die Gewerbeaufsicht und letztendlich auch wegen der Sicherung der Rutsche außerhalb der Öffnungszeiten die Staatsanwaltschaft in Frage.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.