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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Verkehrsrecht
Zufriedene Kunden: 26374
Erfahrung:  Tätigkeit für ein großes Unternehmen
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Bei einem berholman ver von zwei hintereinanderliegenden PKW

Kundenfrage

Bei einem Überholmanöver von zwei hintereinanderliegenden PKW s in einer 30iger Zone bergauf, wobei die Fahrbahn verengt ist und nur ein PkW vorbeifahren kann, war das Gegenfahrzeug noch nicht in Sicht, welches aber mit überhöhter Geschwindigkeit während der Überholvorgang schon fast beendet war ohne abzubremsen meinen Spiegel beschädigte und erst einige Meter nach dem Zusammenstoß stehen blieb. Der Fahrer des Gegners bot mir an, ich sollte ihm 50 Euro bezahlen, ansonsten hole er die Polizei. Ich entschied mich für die Polizei, da mein 16-Jähriger Sohn als Beifahrer mitfuhr und selbst schon einen Moped-Führerschein hat, habe ich ihn auch als Zeuge. Gegenversicherung bot mir an 50 % von meinem Schaden zu bezahlen. Ich sehe die Situation als erzwungene Vorfahrt und der junge Mann war viel zu schnell. Ich kann doch nicht während einem Überholmanöver von zwei parkenden Autos rückwärts fahren oder fliegen. Habe ich reelle Chancen ´mich gegen so einer Abzocke zu wehren.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Verkehrsrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Die Rechtsprechung hat Fälle einer sogenannten Begegnungskollision mehrfach entschieden.

Bei einem Zusammenstoß zwischen einem im Überholen begriffenen Fahrzeug und einem entgegenkommenden Fahrzeug hat in der Regel der Überholer die alleinige Haftung zu tragen (§ 5 II S.1 Straßenverkehrtsordnung) (Christian Grüneberg Haftung bei Verkehrsquoten Rn. 215).

Eine Ausnahme von dieser Alleinhaftung besteht dann, wenn der entgegenkommende Fahrer ein Fehlverhalten aufweist. Ein solches Fehlverhalten liegt eindeutig in der überhöhten Geschwindigkeit vor.

In Fällen einer überhöhten Geschwindigkeit und/oder fehlender Geschwindigkeitsherabsetzung ist eine Mithaftung des entgegenkommenden Fahrzeugs in Höhe der einfachen Betriebsgefahr in Betracht zu ziehen.

Das bedeutet, bei einer Unfallbeteiligung von zwei Pkw ist die sogenannte Betriebsgefahr im Regelfall gleich, also bei 50%. (Christian Grüneberg Haftung bei Verkehrsquoten Rn. 217).

Soweit die Haftung von einer 50%igen Mithaftung augeht ist dies also leider korrekt.

Ich bedaure Ihnen keine angenehmere Mitteilung machen zu können.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

Sie akzeptieren in dem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.



Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben. Soweit Sie keine weiteren Nachfragen haben, bitte ich höflich meine Antwort zu akzeptieren indem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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