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rebuero24
rebuero24, Rechtsanwalt
Kategorie: Verbraucherrecht
Zufriedene Kunden: 3177
Erfahrung:  Tätigkeit als Rechtsanwalt und Mediator im Verbraucherrecht
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Guten Tag, ich habe vier Autofelgen bei Ebay angeboten.

Kundenfrage

Guten Tag,

ich habe vier Autofelgen bei Ebay angeboten. Ein Interessent meldete sich, schrieb, er wolle diese kaufen, erhielt meine Kontonummer, das Geld wurde überwiesen, er bekam die Felgen durch mich übersandt. Kurz danach kaufte ein anderer die Felgen ebenso, indem er den Kaufen-Knopf bei Ebay drückte, wollte von mir die Kontonummer, um zu bezahlen, erhielt sie aber nicht, da die Felgen ja bereits anderweitig veräußert waren.
Ich war mir sicher, dass der erste Käufer rechtmäßig gekauft hatte. Wie ich dann aller- dings erfuhr, hätte er aber bei Ebay besagten Kauf-Knopf drücken müssen. Dieser Ebay-Weg war mir allerdings nicht bekannt, weshalb ich keinerlei Vredacht hegte, dass die Teile nochmals gekauft werden könnten. Der zweite Käufer besteht seitdem - sehr rüde und drohend - darauf, endlich die Felgen von mir "ausgehändigt" zu bekommen und unterstellt mir dabei so etwas wie Arglist, um mehr Geld heraus zu schinden. Blödsinn.
Nach meinem Entsetzen, in der Klemme zu sitzen, bot ich Letzterem an, andere zu su-
chen, worauf er zurückbläffte, brauche er nicht, da er sie ja rechtens gekauft habe. Dabei lässt er jedoch außer Acht, dass er mich sogar aufgefordert hat, andere für ihn zu suchen (mit Frist). Ich bat diesen Mann auf höflichste Weise zu verstehen, dass ich unerfahren mit Ebay bin, aber eben versuchen würde, neue Felgen zu suchen, wozu er mir Einverstandnis signalisieren solle. Außer der stereotypen Reaktion, brauche er nicht, nur Drohungen seitdem.
Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll und habe Angst vor dem Ungewissen.
Ich brauche also dringend Rat, was zu tun ist.
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Verbraucherrecht
Experte:  rebuero24 hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrte Fragesteller,

sofern sowohl aus juristischer Sicht als auch tatsächlicher Sicht keine einfache Konstellation.

Zunächst wäre zu Fragen, ob ein wirksamer Kaufvertrag zwischen Ihnen und der Gegenseite zustandegekommen ist, hier mit dem 1. Käufer.

Nach Ihren Angaben ist dies zumindest nicht über das Portal eBay zu Stande gekommen, da hier der Kaufknopf nicht gedrückt worden ist.

Insofern könnte dann ein Kauf zu Stande gekommen sein, indem der 1. Käufer Ihnen das Geld überwiesen hat und Sie dann die entsprechenden Felgen zugesandt haben. Davon gehe ich vorliegend aus, da zum einen, über das Angebot über eBay der Vertragsgegenstand konkretisiert worden ist, und dann durch die Zahlung und Übersendung der Vertrag auch wirksam zu Stande und vollzogen worden ist.

Insofern können Sie grundsätzlich nicht vom 1. Käufer die Felgen gegen Zahlung Rückzahlung des Kaufpreises zurückverlangen.

Dadurch haben sie auch anderweitig nicht die Möglichkeit, den 2. Käufer mit den Felgen zufriedenzustellen. Fraglich ist aber ob hier ein entsprechender Vertrag zu Stande gekommen ist.

Hier wäre zunächst weiter zu überprüfen, ob das Angebot überhaupt noch von eBay aufrechterhalten worden ist und in welchem Umfang die Möglichkeit für den 2. Käufer noch bestanden hat, den Kaufknopf zu drücken und ob Sie hier gegebenenfalls nicht auch selbst den das Angebot bereits zurückgenommen haben. War dies nicht der Fall, so besteht grundsätzlich noch ein entsprechendes Angebot was durch den kaufen Knopf hier zu einem wirksamen Vertragsschluss geführt hat.

Insofern wären Sie grundsätzlich zur erneuten Lieferung der Felgen verpflichtet.

Allerdings haben Sie dieses Angebot gegebenenfalls nicht mit konkretem Wissen und Wollen abgegeben, so dass möglicherweise der Vertrag von ihrer Seite wegen Irrtum angefochten werden konnte. Hier kommt es darauf an, ob sie dies unverzüglich nach Kenntnis von dem möglichen Kaufvertrag getan haben, da Sie hier einen Irrtum erlegen gewesen sind, überhaupt ein Produkt eine Ware anzubieten, die überhaupt nicht mehr vorhanden gewesen ist.

Gegebenenfalls können Sie sich hierauf stützen.

Sie sollten daher den Vorgang dem 2. Käufer schildern und auch mitteilen, dass ein wirksamer Kaufvertrag nicht besteht und Sie ohne Anerkennung einer Rechtspflicht gegebenenfalls Ausschau nach entsprechend weiteren Felgen halten.

Möglicherweise lässt sich dann der Verkäufer darauf ein und lässt die Angelegenheit ruhen. Tut er dies nicht, wäre gegebenenfalls weiter zu prüfen, inwiefern hier eine Anfechtung erfolgt ist und tatsächlich doch möglicherweise ein Kaufvertrag zu Stande gekommen ist.

Eine andere Auffassung ist nämlich durchaus juristisch vertretbar, nämlich dann, wenn sie sich ihr Verhalten, dass ein 1. Vertrag über eBay nicht zu Stande gekommen ist zurechnen lassen müssen und ggf. eine Anfechtung Ihrer Erklärung zu spät erfolgt ist.

Eine entsprechende Anfechtung und ein Irrtum sehe ich hier gegebenenfalls als einzige Möglichkeit aus der derzeitigen Lage herauszukommen.

Konnte ich Ihnen zunächst hilfreich antworten? Gerne können Sie sich weiter an mich wenden. Über ihre positive Bewertung freue ich mich.

Viele Grüße

Experte:  rebuero24 hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

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