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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Verbraucherrecht
Zufriedene Kunden: 27266
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
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RASchiessl ist jetzt online.

Am 2.7.2013 habe ich eine Auftragbestätigung an einen Balkonsanerer

Diese Antwort wurde bewertet:

Am 2.7.2013 habe ich eine Auftragbestätigung an einen Balkonsanerer gestellt, nachdem er mir ersichert hatte, den alkon im sommer zu sanieren. Da ich bis Ende August nichts von ihm hörten(wir den ganzen Sommer deshalb nicht in Urlaub waren) , habe ich Ende August bei ihm angerufen, was nun mit der Sanierung sei. Ja der viele Regen, die Aufträge, der Urlaub etc lauter Ausreden fielen ihm ein. Er vertröstete mich auf Mitte bis Ende September. Wir wollten unser Haus verkaufen und vorher noch den Balkon saniert haben. Jetzt haben wir unser Haus verkauft und der neue Besitzer möchte zuerst die ganze Fasade erneuern. Dadurch wüde ein Teil der Balkonsanierung wieder kaputt gemacht werden.
Also schrieb ich am 21.09. dem Handwerker einen Brief und stornierte den Auftrag bzw ich schrieb, dass ich das Angebot an den Käufer weitergegeben habe und er evtl im Frühjahr nochmal auf ihn zukäme.
am 22.9. rief er an, behauptete keine Post bekommen zu haben, und er käme am nächsten Morgen zu Auftragerfüllung. Als ich ihm sagte, dass es jetzt zu spät sei, drohte er mir mir Kosten.
3 Tage später bekam ich einen Brief, in dem er 20% des Gesamtbetrages wegen Gewinnverlustes in Rechnung stellte. Er berief sich auf Paragraph 639 .
Meine Frage nun: Habe ich eine Möglichkeit mich dagegen zu wehren.
Ich bitte sie um eine Stellungnahme
Mit freundlichem Gruß XXXXX XXXXX
Sehr geehrter Ratsuchender,

darf ich Sie höflich fragen:

Hat Ihnen denn der Sanierer den Vertrag gekündigt?

(Ihre Kündigung hat er ja angeblich nicht erhalten).

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Nein ich habe ihm den Auftrag entzogen, ich denke er hat den Brief erhalten und mir daraufhin angerufen und angekündigt am nähsten Morgen anzufangen, oder der Brief kam vielleicht einen Tag später bei ihm an. Das weiß ich nicht. Er hat auf jeden Fall behauptet den Brief noch nicht erhalten zu haben. Er hat den Vertrag nicht gekündigt nur einfach 2 einhalb Monate nicht ausgeführt, weil er ja angeblich auf gutes Wetter etc wartete.

Sehr geehrter Ratsuchender,

das habe ich mir auch so gedacht, dass er wegen Ihres Briefes angerufen hat.

Behauptet hat er aber, dass er den Brief mit der Kündigung nicht erhalten hat.

Keine Entschädigung müssten Sie diesem Handwerker zahlen, wenn er Ihnen die Erfüllung der Werkleistung zu einem bestimmten Termin zugesagt hat oder aber Sie ihn aufgefordert hätten, den Werkvertrag innerhalb einer bestimmten Frist (14 Tage ab Briefdatum, festes Kalenderdatum) zu erfüllen. In diesem Falle hätte er eine Vertragsverletzung begangen und Sie hätten entschädigungslos fristlos kündigen können.

Diesen Fall haben wir hier leider nicht, so dass der Handwerker bei einer ordentlichen Kündigung Ihrerseits grundsätzlich einen Anspruch nach § 649 BGB hat, also auf die vereinbarte Vergütung abzüglich der ersparten Aufwendung.

Gegen diese Forderung können Sie sich natürlich zur Wehr setzen.

Der Handwerker kann ohne Nachweis nach § 649 III nur 5% des Vereinbarten Werklohnes verlangen.

Will er mehr so muss er Ihnen konkret darlegen und beweisen, was er durch die Kündigung an Aufwendungen erspart hat.

Er muss Ihnen eine konkrete Kalkulation des Auftrages und des erwarteten Gewinns offenlegen (die Gewinnkalkulation legt kein Handwerker gerne offen).

Also: Schreiben Sie den Handwerker an, verweisen Sie auf § 649 BGB und teilen Sie mit, dass er allenfalls 5% der Vergütung von Ihnen erhält.


Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
RASchiessl und weitere Experten für Verbraucherrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.