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RAScholz
RAScholz, Rechtsanwalt
Kategorie: Verbraucherrecht
Zufriedene Kunden: 1982
Erfahrung:  Rechtsanwalt
33130353
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Überteuerte Heilpraktiker-Rechnung? Meine 19jährige Tochter

Kundenfrage

Überteuerte Heilpraktiker-Rechnung? Meine 19jährige Tochter besuchte im Frühjahr 2012 einen hier ansässigen Heilpraktiker wg ihrer starken Neurodermitis. Ihr wurde rasche Heilung versprochen! Leider haben alle Infusionen, Wünschelruten-Untersuchungen und Ernährungsvorschriften nur eine Verschlimmerung (nicht die sogenannte Erstverschlimmerung! Die wurde von uns einkalkuliert!) des Hautbildes verursacht! 636 € wurden bereits für 4 Besuche bezahlt! Zwei weitere Besuche (bei denen wir nicht mehr ganz sicher sind, ob sie auch stattgefunden haben..) wurden noch einmal mit weiteren 282 € berechnet! Da aber ein versprochener Erfolg nicht eintrat, uns die ganze Preis-Entwicklung auch total überrascht hatte (war überhaupt nicht absehbar), die Rechnungen unverständlich bleiben ( z.B. jedes Mal Untersuchung plus homöopathische Repertorisation zu insges, 54,-€ nötig? Erfolgt? Meine Tochter kam zu immer den gleichen Infusionen.), habe wir abgelehnt, diese 2. Rechnung zu bezahlen! Die Begründung wurde in einem Brief ausführlich dargelegt; leider nicht akzeptiert. Was sollen wir tun? Müssen wir zahlen?
Birgit Mdluli-Gablik, Weberstr. 42, 52064 Aachen,[email protected]
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Verbraucherrecht
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

üblicherweise gelten für die Höhe der Vergütung die Maßstäbe, die für die einzelnen Maßnahmen in der GebüH (Gebührenordnung für Heilpraktiker) festgelegt sind. Hat der HP in seiner Rechnung auf die GebüH Bezug genommen oder war eine bestimmte Vergütung bereits im Vorhinein vereinbart?
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Der Heilpraktiker hat in seiner Rechnung alle Posten nach der GebüH abgerechnet. Allerdings kann ich nicht nachvollziehen, ob diese Posten, diese Leistungen auch erbracht wurden,

Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn die Posten nach der GebüH abgerechnet worden sind, dürfte die Höhe der Forderung dann nicht zu beanstanden sein, wenn die abgerechneten Leistungen auch tatsächlich erbracht worden sind.

Ob die abgerechneten Leistungen auch tatsächlich erbracht wurden, kann zum einen der Dokumentation des HP entnommen werden, letztlich muss es Ihre Tochter aber wissen, da sie die Patientin gewesen ist.

Wenn die Tochter der Meinung ist, dass die Leistungen nicht erbracht worden sind, müssen Sie die auch nicht bezahlen. Im Streitfall müsste die Tochter dann auch vor Gericht angeben, bestimmte Leistungen nicht erhalten zu haben.

Angreifbar ist die Berechnung daher dann und insoweit als bestimmte Leistungen nicht erbracht worden sind. Zeigen Sie die Rechnung der Tochter und fragen Sie danach, ob sie die abgerechneten Leistungen auch erhalten hat.

Bei Unklarheiten fragen Sie nach.

RAScholz und 2 weitere Experten für Verbraucherrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Das ist natürlich soweit klar. Das Problem besteht darin, dass die Aufstellung in der Rechnung so sehr kryptisch klingt, dass für meine Tochter (und für uns) nicht nachvollziehbar ist, ob sowohl bestimmte Leistungen (wie die bereits angeführten, sowie Einreibungen), als auch sämtliche Inhaltsstoffe der Infusionen überhaupt erbracht wurden! Aufgefallen sind uns allerdings Posten wie "Untersuchung" und "Beratung", die beide für jedes Mal abgerechnet wurden, aber lt. meiner Tochter gab es lediglich die Beratung; auch die homöopath. Repertorisation wurde extra (für jedes Mal) abgerechnet, obwohl sie doch für Homöopathen als Untersuchung gilt! Doppelt-Gemoppelt?


Frage: wenn wir es auf einen Prozess ankommen lassen würden; würde da der Zweifel an einzelnen Posten schon Zweifel am Rest erlauben? Muss der Hp nicht nachweisen, dass er die berechneten Leistungen erbracht hat? Gibt es da so etwas wie: Aussage gegen Aussage? Ich habe meine Tochter leider nur einmal begleitet; dahingegen war aber seine Lebensgefährtin immer anwesend...


Habe ich Sie überhaupt richtig verstanden, indem ich annehme, dass sie einer Gerichtssache keinen Erfolg geben? Wie sieht die Rechtssprechnung das i.d.R.?

Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

im Falle eines Prozesses hätte der HP aufgrund der der Lebensgefährtin als Zeugin bei Beweisfragen wohl die besseren Karten.

Im Falle eine Prozesses käme es auch darauf an, welche Posten Sie konkret bestreiten. Wenn Sie die ganze Rechnung bestreiten, wäre auch die ganze Rechnung vom Gericht zu überprüfen. Wenn Sie nur einzelne Punkte bestreiten, würden auch nur die geprüft. Von daher daher beantwortet sich Ihre Frage, ob einzelne Zweifel schon Zweifel am Rest erlauben so, dass wenn sie einzelne Posten bestreiten und damit Recht hätten, das Gericht die restlichen Posten nur auf Ihren Antrag hin prüfen würde (durch Klageerweiterung).

Ob bestimmte Punkte doppelt abgerechnet worden sind, dann ich von hier aus nicht beurteilen. Es käme hier auf den Inhalt des Maßnahme an. Ein Beratungsgespräch kann über verschiedene Inhalte geführt werden. Das wäre alles Einzelfallfrage.

In der Tat muss der HP die erbrachten Leistungen nachweisen. Mit Zeugin und guter Dokumentation wird er das in dem Umfang auch können, in dem der Leistungen erbracht hat.

Wenn Sie einen Prozess anstreben, sollten Sie sich über die Abrechnung eine zweite Meinung eines anderen HP einholen. Nur so kann sich die Frage, ob doppelte Abrechnung vorliege, klären lassen. Ein Gericht würde hier im Streitfall wohl auch einen Gutachter über die Berechnung schauen lassen. Nur mit einer Zweitmeinung kann sich hier ein Prozessrisiko abwägen lassen. Wenn die Tochter selbst oder noch über Sie eine RSV hat, sollte die über den Fall informiert werden. Sie bekämen dann evtl. Kostenschutz für eine anwaltliche Beratung und Vertretung.

Bei Unklarheiten fragen Sie nach.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Vielen Dank; da keine RSV vorliegt, werden wir keinen Prozess anstreben, bei dieser Entscheidung haben Sie mir geholfen. Da meine Tochter noch Schülerin ist und über kein eigenes Einkommen verfügt, kann sie dem Hp Ratenzahlung vorschlagen - evtl. in Höhe von 10,-€ monatlich. Was soll er dann machen? Dabei ist er dann genug gestraft...er möchte doch gerne seine neuen Praxisräume abbezahlen...


Noch einmal herzlichen Dank!

Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

mit einer Ratenzahlung wird der HP wohl einverstanden sein. Sie sollte das so vorschlagen. Ob er mit 10,- Euro im Monat einverstanden ist, kann ich freilich nicht sagen, aber eine Ratenzahlung wird erfahrungsgemäß überwiegend akzeptiert.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt