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RAScholz
RAScholz, Rechtsanwalt
Kategorie: Verbraucherrecht
Zufriedene Kunden: 1982
Erfahrung:  Rechtsanwalt
33130353
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RAScholz ist jetzt online.

Guten Morgen, weiß nicht ob ich hier richtig bin. Hier meine

Kundenfrage

Guten Morgen,
weiß nicht ob ich hier richtig bin. Hier meine Frage:
Mein Sohn, 13 Jahre, hat über das Telefon seines Opas eine Sonderrufnummer angerufen, um sich für sein Onlinespiel "darkorbit" sogenanntes "Urinium" zu kaufen.
Natürlich wußte kein Erwachsener von uns etwas und man kann einen 13 jährigen leider nicht 24 Stunden unter Beobachtung haben.
Jetzt hat sein Opa eine Telefonrechnung von über 600 € bekommen.
Mittlerweile haben wir die Sonderrufnummern sperren lassen.
Was können wir tun, da die Firma Bigpoint GmbH auf die Zahlung des Beitrages besteht.
Für eine Rückantwort bin ich Ihnen sehr dankbar!
diese bitte (wenn möglich) [email protected]
Vielen Dank.
Heike Gall
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Verbraucherrecht
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Verehrte Fragestellerin,

Zu Ihrer Rechtssicherheit müssen Sie unbedingt schriftlich der Firma Bigpoint mitteilen, dass Sie die vom Sohn abgegebene Willenserklärung nicht genehmigen, ein Vertrag somit nicht zustande gekommen ist, Ihr Kind daher die Zahlungsforderung nicht erfüllen braucht. Das ist ganz wichtig, denn von Ihrer Genehmigung ist die Wirksamkeit der von Ihrem Sohn abgegebenen Willenserklärung abhängig, § 108 BGB. Diese Genehmigung sollten Sie nicht erteilen.

Ich hoffe, weitergeholfen zu haben, bei Unklarheiten fragen Sie nach. Wenn Ihre Frage beantwortet ist, bitte ich, die Antwort gemäß den Vorgaben dieser Plattform zu akzeptieren. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

sehr geehrter Herr RA Scholz,

 

dies habe ich bereits getan. Ich habe darauf hingewiesen, daß ich kein Einverständnis für die Anmeldung gegeben habe und dies auch nicht nachträglich machen werde.

Bigpoint GmbH besteht aber auf die Zahlung, da der Telefoninhaber (also der Opa) für die von seinem Apparat erfolgten Telefonate mit der Sonderrufnummer (die von meinem Sohn ohne Einverständis angerufen wurde) im vollen Umfang (für die "erbrachten Leistungen")haftbar wäre.

Ist dies wirklich so?

Bigpoint schreibt: Eine Stornierung der zu Recht geforderten Beträge können wir daher nicht vornehmen.

Was kann ich noch tun? Muß ich (bzw. der Opa) zahlen?

Bitte um Rückantwort.

Mit freundlichen Grüßen

Heike Gall

Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Verehrte Fragestellerin,

der Vertrag kommt grundsätzlich zwischen dem "Accountinhaber", in Ihrm Falle wäre das der Sohn, und der GmbH zustande. Nicht mit Ihnen und auch nicht mit dem Opa. Der Großvater sollte die zusätzlichen 600,- Euro nicht zahlen, nötigenfalls der erfolgten Abbuchung in dieser Höhe widersprechen. Nachdem Sie bereits die Willenserklärung Ihres Sohnes nicht genehmigt haben, besteht auch kein Anspruch auf die Gegenleistung. Weder gegen Sie noch gegen den Opa.

Im Übrigen hat das AG Hamburg bereits einen mit Ihrem vergleichbaren Fall entschieden. Hier musste der Vertragspartner, in Ihrem Fall nun die GmbH, das per Telefonrechnung abgebuchte Geld zurück erstatten, nachdem die Eltern den Vertrag des Kindes nicht genehmigt hatten, AG Hamburg, Az. 7c C 53/10.

Wenn der Vertrag, also der Anruf des Sohnes bei der GmbH, noch keine vierzehn Tage her ist, sollten Sie sogleich und zusätzlich wiederum zur Rechtssicherheit das Vertragsangebot für Ihr Kind hilfsweise nach Fernabsatzrecht widerrufen.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt
RAScholz und weitere Experten für Verbraucherrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Herr RA Scholz,

 

habe gestern an Bigpoint GmbH eine Mail geschickt und auch auf das o.g. Gerichtsurteil hingewiesen.

Die Rückantwort: Bipoint GmbH besteht auf Zahlung des offenen Beitrages (ca. 600€),

da sie ja ihre vertraglichen Leistungen erfüllt haben (das Spielguthaben, welches über die Telefonrechnung abgebucht wurde, hätte mein Sohn auch im Spiel verbraucht).

Bigpoint wird, wenn wir nicht zahlen, alles an ein Inkassobüro abgeben.

Was kann ich jetzt noch tun? Wie soll ich mich verhalten?

Über eine baldige Rückantwort bin ich Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Heike Gall

Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Verehrte Fragestellerin,

es kann beim Gesagten bleiben. Ein Anspruch auf die 600,- Euro besteht nicht. Von der Drohung mit dem Inkassobüro sollten Sie sich nicht beeindrucken lassen, denn ein Inkassobüro kann rechtlich nichts "anrichten", sondern nur nochmals außergerichtlich zur Zahlung auffordern, was Sie aber aus den genannten Gründen nicht machen brauchen. Auch wenn Bigpoint ihre Leistung erbracht hat, ändert das nichts. Ihrerseits könnten Sie Bigpoint mit Erhebung einer negativen Feststellungsklage drohen, wenn weitere Zahlungsaufforderungen kommen sollten. Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben sollten, käme die sogar mlgw. für die Kosten einer solchen Klage auf, sollte aber vorher nochmals mit dem Versicherer abgestimmt werden.

Bigpoint muss, wenn es Zahlung bei Ihnen erhalten will, klagen. Das wird nicht passieren, sollte es aber passieren, kennen Sie die Rechtssprechung ja bereits und Sie dürfen davon ausgehen, dass Bigpoint unterliegen wird. Spätestens aber wenn Klage erhoben oder das Mahnverfahren betrieben wird, sollten Sie Ihrerseits auch einen Anwalt zur Vertretung in Anspruch nehmen.

Nachdem Sie nun aber auch alle rechtserheblichen Erklärungen ggü. Bigpoint abgegeben haben, können Sie abwarten.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sollte es zu einem Mahnverfahren kommen und wir nehmen uns einen Anwalt

(leider habe ich nur einen Verkehrsrechtschutz) werden dann die Kosten für meinen Anwalt im Gewinnfall übernommen?

Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Verehrte Fragestellerin,

wenn Sie einen Mahnbescheid bekommen, sollten Sie bzw. Sie für Ihren Sohn bzw. der im Mahnbescheid genannte (mglw. der Großvater) sogleich Widerspruch einlegen, dass können Sie per Vordruck und einem Kreuzchen darauf machen, der dem Mahnbescheid beiliegt. Wenn Sie dann eine Klage bekommen, können Sie einen RA beauftragen, dessen Kosten dann übernommen werden, wenn die Klage dann vor Gericht abgewiesen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt

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