So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Mustermann.
Mustermann
Mustermann, Rechtsanwalt
Kategorie: Verbraucherrecht
Zufriedene Kunden: 264
Erfahrung:  1. und 2. juristisches Staatsexamen
50154571
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Verbraucherrecht hier ein
Mustermann ist jetzt online.

Hallo, Ich habe von der Deutschen Zentral Inkasso eine mahnung

Beantwortete Frage:

Hallo,
Ich habe von der Deutschen Zentral Inkasso eine mahnung über 153,83 € erhalten. Hier handelt es sich um eine rechnung der firma Content4u GmbH für die dienstleistung download-service.de.
Hier habe ich mich bzw. über den rechner meiner frau uns tatsächlich angemeldet. Dieses erfolgte am 21.10.10, durch eine weiterleitung google auf diese seite. hier war uns nicht bewußt, dass die anmeldung kostenpflichtig ist und ich habe die daten meiner frau angegeben. Hierauf folgte nach verlauf der einspruchsfrist eine zahlungsaufforderung. Diese widersprachen wir per mail, worauf wir 2 mahnungen erhielten, diese jedoch unberücksichtigt ließen.
Jetzt wurde das inkassoverfahren eröffnet.
Meine frau möchte aus angst vor einer schufaeintragung die rg. gern bezahlen, ich bin aber strikt gegen solche abzocker.
Unsere frage lautet, ob wir bezahlen müssen, oder warten sollen, ob ein gerichtliches mahnverfahren eröffnet wird, oder wir jetzt schon widerspruch erheben sollen.
Aus vielen berichten im web, ist das unternehmen mit abzocke bekannt. Helfen diese berichte auch bei einem inkassoverfahren?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Verbraucherrecht
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

gerne beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Vermutlich sind Sie Opfer einer sog. Abo-Falle geworden. Der von Ihnen genannte Anbieter wird in diesem Zusammenhang häufig genannt.

Sie bzw. Ihre Frau, da ja diese in Anspruch genommen wird, sollten sich mit einem entschiedenen Brief an das Inkassobüro wenden. Hierin sollten sie mitteilen, dass Sie

  • mit dem Anbieter keinen kostenpflichtigen Vertrag geschlossen haben bzw. dies jedenfalls nie wollten;
  • den Anbieter auffordern nachzuweisen, dass Sie einen entgeltlichen Vertrag geschlossen haben;
  • hilfsweise den Widerruf des Vertrags erklären;
  • hilfsweise den Vertrag wegen Irrtums über die Entgeltlichkeit und wegen arglistiger Täuschung über die Entgeltlichkeit anfechten;
  • hilfsweise den Vertrag außerordentlich fristlos kündigen;
  • wiederum hilfsweise den Vertrag ordentlich zum nächst zulässigen Termin kündigen;
  • darauf hinweisen, dass der Vertrag wegen Wuchers sittenwidrig ist, da Leistung und Gegenleistung in krassem Missverhältnis zueinander stehen und
  • dass Sie keine Zahlung leisten werden.

Weiterhin können Sie dem Anbieter untersagen, Ihre Daten zum Zwecke der Werbung zu nutzen und zu übermitteln (§ 28 BDSG).

Nach meiner Erfahrung sollten Sie nach einem solchen Schreiben Ruhe haben. Es besteht aber die Möglichkeit, dass der Anbieter das gerichtliche Mahnverfahren (bei Mahnbescheid Widerspruch einlegen, da sonst ein vollstreckbarer Titel droht!) oder ein Klageverfahren einleitet.

Allerdings ist jedenfalls die Erhebung einer Klage unwahrscheinlich, denn der Anbieter würde einen Rechtsstreit voraussichtlich verlieren und hat kein Interesse daran, dass ein solches Urteil veröffentlicht wird.

In einem Inkassoverfahren - damit meinen Sie wohl das gerichtliche Mahnverfahren - brauchen Sie auf solche Berichte nicht zurückgreifen. Hier findet eine individuelle Prüfung des Anspruchs nicht statt. Sie brauchen lediglich Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegen. Inhaltlich wird der Anspruch vom Gericht nur geprüft, wenn es zu einem "richtigen" Prozess kommen sollte - was aus den o.g. Gründen nicht zu erwarten ist.

Sollten Sie mit Inkassoverfahren dagegen das außergerichtliche Vorgehen des Inkassobüros meinen, so wird es auch hier nicht entscheidend auf die Berichte ankommen: Entweder das Inkasobüro kommt zu der Ansicht, dass bei Ihnen kein Erfolg erzielt werden kann. Dann lässt man Sie in Ruhe. Dies ist nach Gegenwehr in der o.g. Art und Weise regelmäßig der Fall. Glaubt das Inkassobüro, bei Ihnen etwas holen zu können, etwa weil Sie verunsichert wirken, wird man Berichten aus dem Internet, aber auch sachliche Einwendungen regelmäßig übergehen.

Das oben skizzierte Vorgehen ist aber regelmäßig geeignet, Ihre Interessen durchzusetzen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen Überblick über die Rechtslage verschaffen.

Sollten Sie ein Nachfrage zu meiner Antwort haben, stellen Sie diese bitte. Anderenfalls akzeptieren Sie bitte meine Antwort, indem Sie den grünen "Knopf" anklicken und geben bitte eine Bewertung ab.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei meinen Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Aufklärung des Sachverhalts nicht ersetzen kann oder soll. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Mit freundlichen Grüßen
Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)
Mustermann und 4 weitere Experten für Verbraucherrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.