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Dr. Schaaf
Dr. Schaaf, Privatpraxis, Online-Beratung
Kategorie: Urologie
Zufriedene Kunden: 2012
Erfahrung:  Spezialisiert auf fachübergreifende Zweite Meinung
52810516
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Dr. Schaaf ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, bei einem 30jährigen Mann

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei einem 30jährigen Mann wird ein nichtseminomatöser Keimzelltumor des rechten Hodens (75% embryonales Karzinom, 10% Teratom, 10% Dottersacktumor, 5% Seminon mit Infiltration des Rete testis und Veneneinbruch, TNM-Stadium: pT2 pNx cM0 R0 L0 V1; Tumormarker präoperativ: LDH 180 U/l, AFP 167 µg/l, ß-HCG 60 U/l ; Tumormarker 3 Wochen postoperativ: LDH 133 U/l, AFP 10 µg/l, ß-HCG Nichtseminom Stad.IB -> "High-Risk-Tumor", Risiko einer okkulten Metastasierung: 50%)
3.) Nach 2 Zyklen wird erneut ein CT zum Restaging gemacht: Zeigt sich eine unveränderter Befund in Bezug auf das CT im Rahmen des Primär-Stagings werden der pulmonale Rundherd und die diskreten Lymphknotenveränderungen nicht als Tumormanifestation gewertet und 2 Zyklen PEB als ausreichende adjuvante Chemotherapie betrachtet. Das statistische Rezidivrisiko betrüge in diesem Fall ca. 3-5% in den ersten 5 Jahren nach Beendigung der Therapie. Sollten der pulmonale Rundherd und die entsprechende Lymphknoten nach 2 Zyklen PEB jedoch eine erkennbare Größenabnahme im CT zeigen, wäre ein klnisches Stadium III bestätigt und ein 3. Zyklus PEB notwendig. (Danach evtl. noch eine RLA) Nach Beendigung dieser 3 Zyklen betrüge das statistische Rezidivrisiko ca. 8-18% in den ersten 3 Jahren nach Beendigung der Therapie.

Dem Patienten werden folglich leitliniengerecht zunächst 2 Zyklen PEB-Chemotherapie empfohlen.
Eine nicht-leitliniengerechte Alternative wäre allerdings die Surveillance-Strategie.

Der Patient wägt nun die Vor-u. Nachteile dieser Optionen gegeneinander ab.
Chemotherapie: Vorteile: - Senkung des Rezidivrisikos von 50% auf 3-5%
Nachteile: - Nebenwirkungen (z.B. Tinnitus bei schon vorbestehendem
Tinnitus, periphere Polyneuropathie)
- Langzeitfolgen (Risiko für z.b. Zweitkarzinome im Vergleich zu
anderen Chemotherapien relativ gering, jedoch aufgrund des
jungen Alters des Patienten relevant)
- 50%ige Wahrscheinlichkeit einer Übertherapie
Surveillance: Vorteile: - bei Rezidivfreiheit Vermeidung einer Chemotherapie und der damit
verbundenen Therapielast, UNW, Langzeitfolgen
Nachteile: - im Falle eines Rezidivs wären 3-4 Zyklen PEB-Chemotherapie
notwendig -> höhere Therapielast asl bei adjuvanter Chemo.
- psychische Belastung ("bekomme ich in den nächsten 5 Jahren
ein Rezidiv oder nicht?")

Aufgrund dieser Überlegungen stellt sich der Patient folgende abschließende Frage:
Was spricht gegen eine Surveillance-Strategie, wenn damit die (wenn auch geringe) Wahrscheinlichkeit von 50% gegeben ist, eine Chemotherapie zu vermeiden und im Falle eines Rezidivs sich die Therapielast einer nun unvermeidlichen (und somit für den Patienten einfacher zu akzeptierenden) Chemotherapie nur geringfügig erhöht. (z.B. 3 statt 2 Zyklen)? Oder anders gefragt: Entscheidet sich der Patient doch für eine adjuvante Chemotherapie, wird er nie wissen, ob diese tatsächlich notwendig gewesen wäre und ob mögliche irreversible Nebenwirkungen bzw. Langzeitfolgen vermeidbar gewesen wären.

Michael Klosinski

Beiträge: 1
Registriert: 7. Apr 2014, 21:35
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Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Urologie
Experte:  Moderator hat geantwortet vor 2 Jahren.

SERVICE-MITTEILUNG

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

aufgrund einer routinemäßigen Überprüfung haben wir festgestellt, dass Ihre o.a. Frage bisher leider noch nicht beantwortet wurde.

Wir haben Ihre Frage kostenlos unter einer erhöhten Priorität eingestuft, und unsere Experten erneut informiert, sich mit Ihrem Problem zu beschäftigen.

Sollten Sie in den nächsten Tagen keine Antwort erhalten bitten wir Sie, sich mit uns über


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Tel.:
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Montags bis Freitags von 09:00-18:00


in Verbindung zu setzen.

Vielen Dank für Ihre Geduld.

Ihr JustAnswer Moderatoren-Team

Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 2 Jahren.
Guten Tag,

wenn ich Sie richtig verstehe, sprechen vor allem die möglichen unerwünschten Wirkungen gegen die mögliche Übertherapie. Ist das richtig?

Haben Sie sich darüber informiert, wie hoch die 3-, 5 und 10-Jahres-Überlebensrate ist, wenn es keine Metastasierung vorliegt?
Wissen Sie wie sich diese Zahlen ändern, wenn man adjuvante Chemotherapie durchführt?
Und wie sich diese Zahlen ändern, wenn doch eine Metastasierung vorliegt? Mit und ohne Chemo?

Sie sind 30 Jahre alt und haben einen High-Risk Tumor. Ein Anteil davon ist bereits in die Venen eingebrochen, so dass von einer Streuung auf dem Blutweg auszugehen ist.

Ich verstehe Ihre Bedenken gegen eine Übertherapie, aber Ihre Einschätzung der (geringen) Wahrscheinlichkeit von 50% kann ich nicht nachvollziehen. 50% ist nicht gering, ist noch nicht mal überschaubar, sondern schon fast die Mehrheit, also eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit.

Wenn Sie rational abwägen wollen, brauchen Sie die oben genannten Zahlen. Da Sie sicher in universitärer Therapie sind, erfragen Sie diese bitte bei Ihren behandelnden Ärzten.

Wenn es letztlich nicht um eine rationale Entscheidung geht, sondern darum, dass bestimmte Befürchtungen Ihr Denken bestimmen, würde ich Sie bitten, diese noch mal zu formulieren.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Schaaf
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.

Sehr geehrte Frau Dr. Schaaf,


 


vielen Dank für Ihre Antwort.


 


Die 5-JÜR bei einer sofortigen adjuvanten Chemotherapie ist 99%.


Im Falle einer möglichen Metastasierung, die im Rahmen einer engmaschigen Surveillance früh diagnostiziert wird, ist sie noch immer 95% ( also immer noch sehr gut, allerdings wären dann 3 statt 2 Zyklen Chemotherapie notwendig. Die 5-JÜR beträgt lediglich im Stadium IV nur noch 50%, dies ist aber erst erreicht, wenn schon Hirnmetastasen vorliegen, im Normalfall werden Metastasen in schon in früheren Stadien entdeckt.


Meine Bedenken gründen sich vor allem auf mögliche Nebenwirkungen wie periphere Polyneuropathe oder Verschlechterung des Tinnitus (bei schon vorbestehendem Tinnitus), die unter Umständen irreversibel sind.


Weiter Bedenken habe ich aufgrund möglicher Langzeitfolgen (z.B. Zweitkarzinome nach 30 Jahren [-> 2fach erhöhtes Risiko gegenüber Normalbevölkerung] oder auch Unfruchtbarkeit in seltenen Fällen, die jedoch meistens ca. 1 Jahr nach der Chemo wieder hergestellt ist)


 


Mit freundlichen Grüßen


 


Michael Klosinski

Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 2 Jahren.
Guten Morgen,

ich verstehe Ihre Bedenken, bin allerdings für eine Chemp, während Sie gute Argumente dagegen suchen.

Ich gebe die Frage daher zurück an die Kollegen.

Alles Gute

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