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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Urologie
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
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Christian Lee ist jetzt online.

ich bekomme ca.fast alle sechs Wochen nach Geschlechtsverkehr

Kundenfrage

ich bekomme ca.fast alle sechs Wochen nach Geschlechtsverkehr eine Blasenentzündung mit starken Schmerzen.Vorher trinken und danach auf Toilette helfen nur manchmal.Auch die Therapie nach jedem Verkehr eine halbe Tablette Antiobiotikum war auf dauer nicht wirksam.Was kann ich tun? Vielen Dank.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Urologie
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Abend,
ich gehe wohl zu Recht davon aus dass Sie eine Frau sind (bei Männern wäre vieles anders zu werten!).

Solche sog. postkoitale Blasenentzündungen kommen immer wieder mal vor und sind naturgemäss äusserst lästig. Mehrere möglichen Ursachen sind bekannt:
  • "spezielle" anatomische Verhältnisse im Bereiche Scheidenvorhof/Harnröhre/Blase. Falls aber dem Gynäkologen nichts aufgefallen ist, dürfte diese Ursache wohl auszuschliessen sein.
  • Kolonisierung des Scheidenvorhofes (introitus vaginae) mit sog. uropathogenen Keimen. Darunter sind Bakterien zu verstehen die besondere Möglichkeiten haben sich am dortigen Gewebe 'festzuhalten', sog. Fimbrien (Härchen oder Flimmerhärchen). Meist handelt es sich dabei um spezielle Stämme von Escherichia coli, seltener von Proteus spp. oder Klebsiella spp. u.a.m
    Die Namen sind nicht so wichtig, hingegen wäre es in solchen Fällen wichtig bakteriologische Kulturen zu machen um nachzuweisen ob es evtl. immer derselbe Keim ist und natürlich auf welche Antibiotika er sensibel ist. Sehr wichtig ist es auch im symptomfreien Intervall, also 'zwischendurch' wenn Sie völlig beschwerdefrei sind, einen bakteriologischen Abstrich aus dem Bereich der Harnröhrenmündung zu machen. Wenn Sei dort immer besiedelt sind mit denselben Bakterien die Ihnen die Blasenentzündungen verursaXXXXX, XXXXXn ist dies praktisch beweisend für deren "Urheberschaft". Es würde dann vor allem darum gehen, eine Strategie zur Elimination dieser Kolonisatoren (besiedelnden Bakterien) zu finden. Ohne zielgerichtete Antibiotika wird es wohl kaum gehen. Und nach dieser sog. Eradikation konnte, in genügend zeitlichem Abstand, nochmals ein Kontrollabstrich gemacht werden. All das ist ein bisschen aufwändig, das gebe ich zu, aber letztlich ist es doch viel günstiger, sicherer und komplikationsloser als stets neue Infektionen in Kauf zu nehmen.
  • Falls Sie nach einer solchen 'bakteriellen Sanierung' (dummer Ausdruck!) wieder von neuem kolonisiert würden, sollte die Quelle der Neubesiedlung eruiert werden. Am häufigsten werden die Bakterien von der Analflora her eingeschleppt. Wichtig wäre da die korrekte anale Reinigung nach den Stuhlgang (von vorne nach hinten und keinesfalls umgekehrt), ob ein Dusch-WC wirklich überlegen wäre wage ich zu bezweifeln, kenne aber keine Daten zu dieser Frage.
  • nicht zu vergessen aber auch der Mann als möglicher Überträger solcher Bakterien. Voraussetzung wäre eien ungenügende Hygiene und ist fast nur bei nicht-beschnittenen Männern denkbar. Jedenfalls wäre regelmässige Reinigung imit Seife bei zurückgezogener Vorhaut eine gute Prophylaxe. Extrem risikoreich in diesem Zusammenhang wäre ein vorgängiger Analsex (ohne Kondom).
Bei der postkoitalen Antibiotikaprophylaxe ist zu beachten dass in den letzten 6-8 Jahren eine rasche Zunahme der Resistenz vorallem von E.coli gegenüber mehrern Antibiotika-Kategorien zu beobachten ist. So sind Antibiotika die zuvor als sehr zuverlässig galten (die Quinolone wie Ciprofloxacin, Norfloxacin etc.) heute in fast der Hälfte der Fälle wirkungslos geworden, ohne Überprüfung des Bakteriums als reine Lotterie.

Ich würde Ihnen also empfehlen, falls Sie momentan beschwerdefrei sind, einen bakteriologischen Abstrich vom Scheidenvorhof, insbesondere aus der Region der Harnröhrenmündung, zu machen. Dann ohne Antibiotikaprophylaxe (ohne!, sonst können die Keime nicht angezüchtet werden) eine Urinbakteriologie bei der nächsten Blasenentzündung. Da werden Sie genau sehen ob es wirklich die selben Bakterien sind. Ist des der Fall, dann sollte das Vorgehen mit dem Ziel der Eliminierung dieser Kolonisatoren diskutiert werden.
Einen Abstrich des Scheidenvorhofes während einer Infektion ist übrigens sinnlos, weil zu diesem Zeitpunkt dort sowieso immer dieselben Bakterien wie im Urin gefunden werden.

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
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falls diese Info hilfreich war, danke XXXXX XXXXX für die Honorierung mit "Akzeptieren"

Verändert von tomtom_user am 10.09.2010 um 16:54 Uhr EST