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PM
PM, Arzt
Kategorie: Urologie
Zufriedene Kunden: 358
Erfahrung:  Arzt mit breitem Wissen
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guten tag ich mu bald ein radikale prostatektomie bekommen

Kundenfrage

guten tag
ich muß bald ein radikale prostatektomie bekommen und bin ich ganz unruhig
ich bin erst 60j alt und potenz un kontinenz sind mir sehr wichtig
was kann ich unternehmen daß ich mein lebensqualitaet behalte?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Urologie
Experte:  Guests hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo, die Frage ist schwer zu beantworten. Inkontinenz kann sein und Potenzschwierigkeiten wahrscheinlich, aber es gibt gute Mittel - da hilft Ihnen Ihr Urologe - das einigermaßen gut im Griff zu haben. Verlieren Sie jetzt nicht den Mut, sprechen Sie Ihren Urologen offen an und sicher findet er das Mittel der Wahl für Sie. Alles Gute und frohe Ostern. Huascar




Sollte die Antwort behilflich gewesen sein, bitte "akzeptieren", danke
Experte:  PM hat geantwortet vor 7 Jahren.

Hallo lieber Frager,

 

es ist nicht ganz einfach so die Frage optimal zu beantworten mit den wenigen Informationen, die Sie uns gegeben haben.

1. der PSA-Wert und das Alter sagen nichts darüber aus, wo der Krebs sitzt, wie gross die Prostata ist und wie agressiv diese Erkrankung ist.

2. grundsätzlich sollten Sie NUR einen Operateur wählen, der MINDESTENS 50 dieser Eingriffe pro Jahr PERSÖNLICH nachweisen kann ( in USA ist es z.B. unglaublicher Weise so, dass 80% aller dieser OPs von Operateuren mit weinger als 8! OPs pro Jahr durchgeführt werden)

3. scheuen Sie sich ggf. auch nicht vor einem weiten Weg zum Operateur - einmal schlecht operiert leiden Sie u.U. die nächsten 30 Jahre an Inkontinenz und Impotenz

4. sehr gute Operateure nehmen von "Kassenpatienten" ca. 2000 bis 3500 Euro, wenn sie diesen Eingriff persönlich vornehmen sollen - aber ICH würde sogar einen Kredit dafür aufnehmen oder ein kleineres Auto fahren, wenn ich dafür KEINE Vorlagen bräuchte und die Erektionen auch einigermassen bis sehr gut wiederkämen (ich persönlich kenne einen Ausnahme-Operateur, der bei den letzten 10 meiner Patienten KEINEN EINZIGEN mit Inkontinenz hatte und ALLE hatten nach 4-8 Wochen wieder die ersten Erektionen!

5. stellen Sie Ihre Krankengeschichte detailiert zusammen (s. Anhang: wie erstelle ich eine PKH = Prostatakrebshistorie) und scheuen Sie sich nicht, eine Zweitmeinung bei einem angesehenen Urologen zu holen - das steht Ihnen zu!!!

6. Sie haben ZEIT - eine sehr gute Untersuchung der Uni Hamburg - Prof. Huland - und das größte Prostatakrebszentrum Europas konnte zeigen, das es KEINEN UNTERSCHIED macht, ob man sofort oder nach 3-4 Monaten operiert wird am Prostatakrebs. Man kann nur zu voreilig die FALSCHE Entscheidung treffen.

7. als jüngerer Betroffener sollte man tendenziell die Finger von den Roboter- oder laparoskopischen OPs lassen auch wenn dort super Ergebnisse suggeriert werden - es würde hier zu weit führen, aber meine 20-jährige Efrahrung damit zeigt, das die Realität anders aussieht hinterher.

 

MfG. F. Schulenburg

 

P.S.: Wie erstelle ich eine PKG

Beschreibungen - Erklärungen - Abkürzungen


WARUM eine PKG?

Ganz einfach, wir sind keine Ärzte und haben keine Krankenakte. Für uns ist es allerdings sehr wichtig zu wissen, was, wann mit welchem Ergebnis gemacht wurde. Wenn uns ein Mitbetroffener anruft oder sagt: "Mein PSA ist von 5,1 auf 8,2 gestiegen", dann müssen wir erst umständlich den gesamten Prostatakrebsverlauf abfragen. Das ist zu uneffektiv. Wir wollen aber effektiv arbeiten und haben auch ein Recht auf Freizeit. Außerdem zwingt die Erstellung der PKG jeden Betroffenen sich mit seinem Prostatakrebs (PK) und seinem Krankheitsverlauf auseinander zu setzen, und das ist schon der erste Schritt, ein mündiger Patient zu werden.


THERAPIE [ = Behandlung ]

Bitte, machen Sie sich mit den folgenden Begriffen vertraut und benutzen Sie deren Abkürzungen in Ihrer PKG, wenn diese für Sie zutreffen.

HB = Hormonblockade oder Blockade der Hormonproduktion
ADT = Androgen-Deprivation-Therapie
[Deprivation = Entzug] ist dasselbe wie HB
DHB = Dreifache Hormon Blockade,
eine 13-monatige ADT3, inkl. Casodex 150 mg/Tag
HB1 = ADT1 = HB oder ADT mit 1 Medikament
= Einfache Hormonblockade
HB2 = ADT2 = HB oder ADT mit 2 Medikamenten
= Zweifache Hormonblockade
HB3 = DHB oder ADT3 = HB oder ADT mit 3 Medikamenten
(Nur DHB = festes Protokoll)

HB3(a+b+c) = HB mit den Medikamenten a, b und c
HB3(Z+C+P) = HB mit den Medikamenten Z, C und P
L = LHRH-Agonist (Z = Zoladex, D = Decapeptyl, E = Enantone,
Pf
= Profact, Tr = Trenantone usw.)
AA = Anti-Androgen (C = Casodex, F = Flutamid, A = Androcur usw.)
a, b und c können auch die vollständigen Namen sein, z.B.:
HB3(Zoladex+Casodex+Proscar)
HB2(Zoladex+Casodex)
HB2(Casodex+Proscar)

IHB = IAD = Intermittierende HB, die IHB kennt Zeitintervalle in denen die Blockade stark ist, jeweils gefolgt durch einen Zeitintervall in dem die medikamentöse Blockade Null ist.
2IHB3 ist eine HB3 im 2. Zyklus einer IHB

PE = Prostata EntfernungPEB = PE mit Bauchschnitt
PED = PE mit DammschnittPEl = PE laparoskopisch
PER = PE mit RoboterHE = Hodenentfernung
ST = StrahlentherapieBT = Brachytherapie
LBT = LDR-BrachytherapieHBT = HDR-Brachytherapie
HBST = HBT mit STChT = Chemotherapie

Andere Therapien oder Kürzel siehe ganz unten bei PK-Kürzel oder bitte ausschreiben


BEISPIEL [in kleinen Lernschritten]

Unvollständige Datenangaben führen zu keiner guten Kommunikation. Auch ist es nicht empfehlenswert, die Daten in einem langen Text zu verstecken. Wir brauchen eine schnelle und trotzdem genaue Übersicht der ProstataKrebsGeschichte abgekürzt PKG.

Wir bleiben hier bei einer knappen Form.
NAMEN oder ein Schutzname
Anton Zimmermann
Beispiel:
Anton

GEBURTSJAHR
Beispiel:
Anton (1932)

MONAT/JAHR der ersten PK Diagnose
Beispiel:
Anton (1932)
Dx: 01.05.1996 (Dx ist das Kürzel für Diagnose)

BEMERKUNG: Für unsere PKG sollten wir folgendes Datumsformat wählen: TT.MM.JJJJ, zuerst also den Tag, dann den Monat und dann das Jahr.

AnfangsPSA = aPSA = PSA vor der Biopsie
Beispiel:
Anton (1932)
Dx: 01.05.1996; aPSA 7,3
Das Semikolon (= ";" oder Strichpunkt) ist zur Trennung von Teilen zusammen gehörender Informationen.

PROSTATAVOLUMEN (PV)
Inhalt angeben in cc (Kubikzentimeter) als cm3 oder als ml, was dasselbe ist. Normale Werte sind 18 cm3 bis 25 cm3. Viel höhere Werte deuten auf eine gutartige Vergrößerung der Prostata (GVP) oder BPH und die hat nichts mit Prostatakrebs (PK) zu tun. Die PV-Bestimmung wird mittels TRUS (TransRektaler Ultra-Schall) gemacht, einer Technik, mit der ein Bild der Prostata gemacht wird. Mit einem hochauflösenden TRUS kann verdächtiges Gewebe erkannt werden.
Beispiel:
Anton (1932)
Dx: 01.05.1996; aPSA 7,3; PV 22

KLINISCHES STADIUM nach der TNM-Methode
T = Tumor, N = Nodus = Lymphknoten, M = Metastasen
Jedem dieser drei Großbuchstaben wird eine Ziffer zugeordnet, z. B. T3N1M0 oder T2bN0M0. Falls nicht bestimmt oder nicht bestimmbar, wird ein x statt einer Ziffer geschrieben (T2NxMx).
T und die Ziffer sagt etwas über die Ausdehnung des Prostatakrebstumors. Wenn dem T ein p vorausgestellt ist, bedeutet das, dass ein Pathologe den Wert bestimmt hat, z. B. pT2b statt T2.
N = Nodus bedeutet Knoten, Lymphknoten. N0 bedeutet keine Metastasen in den Lymphknoten. N+, N1 oder N2 bedeutet Metastasen in den Lymphknoten, die Ziffer gibt das Ausmaß an. Falls Ausmaß nicht gut bestimmbar ist, dann wir N+ geschrieben.
M = Metastase, z. B. M1 oder M2. Das bedeutet es gibt PK-Tumoren im Körper, z. B. in den Knochen. M0 bedeutet: keine festellbaren PK-Tumoren im Körper.
Der Urologe kann sagen, was Ihr TNM-Stadium ist.
Beispiel:
Anton (1932)
Dx: 01.05.1996; aPSA 7,3; PV 22
Bx: 04.05.1996; T2bN0M0

GLEASON-SUMME (GS) (engl. Gleason Score) oder statt dessen in Europa auch GRAD (G) nach WHO (ein Maß für die Aggressivität des PK). Dieser wird vom Pathologen bestimmt. Dazu macht der Urologe eine Stanzbiopsie. Die Proben werden vom Pathologen in Wachsblöcke eingebettet und unter einem Mikroskop ausgewertet. Die Wachsblöcke sind Eigentum des Patienten und werden sehr lange aufbewahrt. In Deutschland ist die Aufbewahrungsfrist 5 Jahre. Die Blöcke können ggf. zu einem anderen Pathologen geschickt werden für eine "Zweite Meinung". Der Pathologe schreibt einen Bericht an den Urologen und er meldet u.a. die GLEASON-SUMME oder den GRAD. Zum Beispiel GS(3+5) oder G3. Also, die GS besteht aus 2 Ziffern. Jede Ziffer ist 1, 2, 3, 4 oder 5. Eine 1 bedeutet, dass das Gewebe fast genau so aussieht, fast die gleiche Struktur hat, wie gesundes Gewebe. Gut differenziert sagt man dann. Eine 5 weist auf schlechten Zustand des Gewebes hin; das Gewebe zeigt große Unordnung. Die erste Ziffer steht für das Tumorgewebe, das am meisten verbreitet ist. Die zweite Ziffer kennzeichnet das zweithäufigste Tumorgewebe. Deswegen ist zum Beispiel GS(5+3) schlechter als GS(3+5), obwohl die Summe 8 liefert. Der GRAD kann sein: G1, G2 oder G3 (manchmal schreibt man GI, GII, GIII). Es gibt in Deutschland eine weitere Differenzierung nach Helpap: GIa bis GIIIb. Die GRADE können mit der Summe der beiden Zahlen des GS wie folgt verglichen werden:
G1 stimmt in etwa überein mit GS 2 bis GS 4 oder GIa bis GIb,
G2 stimmt in etwa überein mit GS 5 bis GS 6 oder GIIa,
G3 stimmt in etwa überein mit GS 7 bis GS 10 oder GIIb bis GIIIb

Beispiel:
Anton (1932)
Dx: 01.05.1996; aPSA 7,3; PV 22
Bx: 04.05.1996; GS(3+5); T2bN0M0

oder
Dx: 01.05.1999; aPSA 7,3; PV 22
Bx: 04.05.1996; G3; T2bN0M0

Damit ist auf einen Blick schon vieles klar über die Diagnose.



Verändert von urofs am 03.04.2010 um 11:13 Uhr EST