So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an PM.
PM
PM, Arzt
Kategorie: Urologie
Zufriedene Kunden: 358
Erfahrung:  Arzt mit breitem Wissen
27221237
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Urologie hier ein
PM ist jetzt online.

Bei meinem Mann hat ein Rezitiv eines Rektumkarzinoms (OP 2000)

Kundenfrage

Bei meinem Mann hat ein Rezitiv eines Rektumkarzinoms (OP 2000) den rechten Ureter ummauert, so dass eine Harnstauung 3. - 4. Grades seit ca. 1,5 Jahr besteht.
Das Rezitiv sitzt im Kreuzbein mit Befall 5. Lendenwirbel - die Folge ist Parese re. Bein.
Gallenblasenresektion Dez. 2009 - 14. Januar 10 Fieber, Schüttelfrost, Bluthochdruck - Notfallaufnahme - 15.01.10 Nierenpunktierung zur Ableitung des Urins, da Schiene in Ureter nicht möglich, weil Tumor in Blase wächst. Histologie steht noch aus. Urin aus gestauter Niere war ohne Keime, abgeleitete Menge ca. 70 ml/tag. Kann der Nierenkathederin absehbarer Zeit wieder entfernt werden? Kann der Katheder für kurze Zeit z.B. bei ambulanten Arztbesuchen abgestöpselt werden? Mein Mann hat noch einen Blasen-DK, einen Dick- u. Dünndarmausgang. Wohin mit den ganzen Beuteln? Was wird, wenn der Tumor in die Blase weiterwächst? Und wie sollen wir das alles psysisch verarbeiten?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Urologie
Experte:  PM hat geantwortet vor 7 Jahren.

Also die Menge von 70 ml Urin pro Tag ist extrem wenig - bei normalen Trinkgewohnheiten ist es mindestens das 10fache. Das bedeutet, das die Niere durch die lange Harnstauung praktisch zerstört ist (in der Regel beginnt diese überdruckbedingte Vernichtung von Nierengewebe ab ca. 3 Monate Stauung).

 

Die Niere Ihres Mannes hat also schätzungsweise maximal 10% Anteil an der Gesamturinproduktion - solche Nieren lässt man (wenn die andere Seite in Ordnung ist) - in aller Regel unbehandelt oder, wenn sie Quelle einer Infektion ist wird diese Niere entfernt.

 

Die Punktion war sinnvoll, um festzustellen, ob diese Niere Ursache der Infektion war (war sie nicht) - deshalb könnte der Nierenfistelkatheter auch wieder entfernt werden.

 

Ein geschickter Operateur könnte versuchen, von "oben" durch den Fistelkatheter eine innere sogenannte Tumorschiene nach unten in die Blase zu legen; denn der Weg andersherum funktioniert oft (ist mir persönlich auch schon recht oft geglückt).

 

Abstöpseln ist eher nicht ratsam, weil das nun entlastete Nierenbecken sich dann wieder mit Urin füllt und das kann dann zu sehr schmerzhaften Koliken wie bei Nierenstein führen.

 

Sollte der Tumor "unten" weiterwachsen könnte man folgendes überlegen:

 

- rechte Niere "abklemmen" (sog. Embolisation)

- linken Harnleiter auf die Haut pflanzen (2ter Beutel, aber unten keinen)

- Blase ist dann aus "dem System" und kann bestrahlt werden , um das Tumorwachstum zu bremsen

 

Das alles klingt jetzt sehr aufwendig - ist es aber nicht - eine Harnleiterauspflanzung dauert 30 - 45 Minuten.

 

MfG