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OliverBurchardt
OliverBurchardt, Steuerberater
Kategorie: Umsatzsteuer
Zufriedene Kunden: 212
Erfahrung:  Wirtschaftsprüfer Certified Public Accountant Chartered Financial Analyst
61857661
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OliverBurchardt ist jetzt online.

Folgendes Problem: Auftraggeber sitzt in Luxemburg. Auftrag

Kundenfrage

Folgendes Problem:
Auftraggeber sitzt in Luxemburg.
Auftrag aus dem Jahr 2008. Fliesen und Naturstein in Eigentumswohnungen.
Leistung beendet im Dezember 2011.
Er hatte eine Deutsche Firma (Bauträger) mit der Koordination des BV beauftragt.
Auftraggeber baut auf eigenen Grundstücken in Hamburg Eigentumswohnungen zum Verkauf.
Wir möchten Unsere Rechnungen ohne Ust. schreiben ist dies korrekt?
Unserer Meinung nach ja. Bitte um eine Antwort

Jetzt wurde zum 31.12.2011 die Deutsche Firma von Ihren Aufgaben entbunden und der Auftraggeber aus Luxemburg hat ein eigenes Projektbüro in Hamburg eingerichtet.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Umsatzsteuer
Experte:  OliverBurchardt hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

 

vielen Dank für Ihre Frage, die ich gerne im Rahmen einer Erstberatung beantworte.

 

Bitte beachten Sie, daß die steuerliche Würdigung auf Basis der gemachten Sachverhaltsangaben erfolgt. Das Ändern, Hinzufügen oder Weglassen von Angaben kann das Ergebnis, ggf. auch wesentlich, beeinflussen.

 

Ich gehe davon aus, daß Sie in der geschilderten Konstellation der Bauträger sind.

 

In diesem Fall müssen Sie die Rechnung grundsätzlich mit gesondertem Umsatzsteuerausweis stellen.

 

Sie erbringen mit Ihren Bauträgerleistungen Leistungen im Sinne des § 3a Abs. 3 Nr. 1 c UStG. Bei solchen Leistungen, die mit Grundstücken in Verbindung stehen, liegt der Leistungsort immer im Inland und ist damit auch hier steuerbar. Die Vorschrift des § 3a Abs. 2, der normalerweise bei ausländischen Unternehmern greift und den Umsatzsteuerausweis verhindert, greift hier laut Gesetz nicht.

 

Ebenso liegt kein Fall der Umkehr der Steuerschuldnerschaft nach § 13b UStG vor. Diese Umkehr greift nur in den Fällen, in denen eine Leistung nach § 3a Abs. 2 UStG vorliegt. Genau dies ist in Ihrem Fall nicht gegeben. Auch sehe ich nach Ihrer Schilderung keinen Fall des § 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG. Diese Vorschrift, die bei Bauleistungen die Steuer auf den Auftraggeber überwälzt und damit Ihnen ermöglicht, die Rechnung ohne Umsatzsteuer zu stellen, greift mE hier nicht ohne weiteres, da Sie als Bauträger in erster Linie Planungs- und Überwachungstätigkeiten erbringen. Diese Tätigkeiten schließt das Gesetz aber explizit aus.

 

Allerdings besteht hier für Sie auch Argumentationsspielraum. Wenn Sie dem Finanzamt nachweisen können, daß Sie eben mehr als Planungs- und Überwachungsleistungen erbracht haben, sind Sie in der Anwendung des Reverse Charge Verfahrens und dürfen die Rechnung netto erstellen. Vermutlich ist auch das genau der Punkt, an dem sich das Finanzamt mit der Beurteilung schwer tut. Gehen Sie offensiv auf den Prüfer zu und klären mit ihm, warum er denn keine Entscheidung fällen kann. Basierend auf seiner Antwort können Sie dann eine Argumentationslinie aufbauen, warum Sie eben mehr als nur geplant und überwacht haben.

 

Ich sehe hier grundsätzlich gute Möglichkeiten, doch zum Netto-Ausweis zu kommen.

 

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen behilflich gewesen zu sein. Wenn Sie noch Nachfragen haben, benutzen Sie bitte die Nachfragefunktion. Ansonsten bitte ich Sie höflich, meine Steuerberatung zu akzeptieren.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Oliver Burchardt

Steuerberater

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Achtung wir sind nur der Fliesenleger!!!! Der AG verkauft die fertigen Eigentumswohnungen.

 

Wir sind ein kleiner mittelständischer Fliesenlgerebetrieb - hier ist die Darstellung meinerseits wahrscheinlich nicht ganz verständlich gewesen.

Experte:  OliverBurchardt hat geantwortet vor 5 Jahren.

Entschuldigen Sie bitte, ich war der Meinung, Sie sind der Bauträger.

 

In diesem Fall muß die Rechnung nach einem Erlass des Bundesfinanzministeriums ohne Umsatzsteuerausweis erfolgen, da das Bebauen eigener Grundstücke keine Bauleistung ist.

 

Allerdings muß der Auftraggeber Ihnen das durch Vorlage einer Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG nachweisen. Hat er dies nicht getan, so kann es nicht Ihnen angelastet werden, daß Sie die Rechnung "falsch" ausgestellt haben. Ohne diese Freistellungsbescheinigung mußten Sie die Rechnung Netto mit Verweis auf den Übergang der Steuerschuldnerschaft nach § 13b UStG stellen.

 

Sie sollten, sofern Ihnen keine Freistellungsbescheinigung Ihres Auftraggebers vorliegt, das Finanzamt darauf hinweisen.

OliverBurchardt und weitere Experten für Umsatzsteuer sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hätte noch eine kleine Nchfrage,

 

ist es nicht europaweit vollkommen egal um was für ein luxemburger Unternehmen es sich handelt? Hauptsache es ist ein Unternehmen - gilt dann nicht allgemein Reverse Charge?

Experte:  OliverBurchardt hat geantwortet vor 5 Jahren.

Nein, dann bei ausländischen Unternehmen gilt das nur, wenn Sie Leistungen nach § 3a Abs. 2 UStG erbringen.

 

Bauleistungen fallen aber unter § 3a Abs. 3 UStG. Und § 3a Abs. 3 UStG erfasst im Gegensatz zur Regelung in § 13b UStG auch Planungsleistungen.

 

Diese Regelung ist einem Laien kaum verständlich zu machen, aber leider geltende Gesetzeslage.

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