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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Guten Morgen, mein labrador belastet seinen linken hinterlauf

Kundenfrage

Guten Morgen, mein labrador belastet seinen linken hinterlauf seit gestern nicht mehr. Scheint aber keine Schmerzen zu haben. Reicht es, wenn ich morgen zum Tierarzt gehe, oder soll ich heute noch in eine Klinik fahren? Vielen Dank ***** ***** Antwort. M Fr. grüßen r. König
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 3 Jahren.

Hallo,

es wäre das Sicherste , das Bein noch heute von einem Tierarzt untersuchen zu lassen, wenn es überhaupt nicht mehr belastet wird. Viele Erkrankungen lassen sich im Anfangsstadium besser (und teils auch billiger) behandeln als bei längerer Dauer. Falls Tierklinik oder Notdienst aber nur schwer zu erreichen, reicht vermutlich auch morgen früh, da Operationen wie z.B. bei Kreuzbandriss ohnehin nicht am Sonntag durchgeführt werden.

Schauen Sie sich bitte das Bein von oben bis unten noch mal genau an und tasten / bewegen Sie es vorsichtig durch. Sehen Sie eine Schwellung, reagiert der Hund beim Betasten (und vorsichtigen Durchbewegen)?, schleckt sich Ihr Hund irgendwo vermehrt (Hinweis auf schmerzende Stelle).

Insbesondere folgende Ursachen führen zu einer (phasenweisen) Schonhaltung:
- Trauma (Verrenkung, Verstauchung, Krallenverletzung, Fremdkörper, Bruch, Bänder- oder Sehnenriß...), am Hinterbein gibt es oft Probleme am Kniegelenk. Hier ist insbesondere an eine an Probleme der Kreuzbänder zu denken (Kreuzbandriss).
-Infektionen (meist Allgemeinbefinden gestört (Ihr Hund ist sonst ok?), meist nach Biß, bitte messen Sie rektal die Temperatur, etwas Creme oder Öl ans Thermometer, Temperatur sollte unter 39° liegen, sonst Fieber)

Einfache, zu Schonhaltung führende Verletzungen wären beispielsweise Krallenverletzungen, es können aber auch - neben Bänderproblemen - Knorpel- oder Knochenstücke abgelöst sein (in einem Gelenk), diese müssten dann baldmöglichst operativ entfernt werden. Eine Diagnose kann nur der Tierarzt vor Ort durch eine genaue Untersuchung stellen.

Ob ein Schmerzmittel (alleine und/oder die ergänzende Behandlung mit Cortison) die sinnvollste Behandlung ist kann nur ein Tierarzt vor Ort in der Regel mit Hilfe von Röntgenaufnahmen entscheiden. Stellen Sie Ihren Hund deshalb bitte möglichst noch mal einem Tierarzt vor.

Bei den Schmerzmitteln für den Bewegungsapparat (und auch die Wirbelsäule) haben sich v.a. die NSAID (nicht cortisonhaltige entzündungshemmende Schmerzmittel) bewährt, hier insbesondere:
- Carprofen (z.B. Rimadyl, daß Sie bisher gegeben haben)
- Meloxicam (z.B: Metacam)
- Firocoxib (z.B. Previcox)
Alle wirken entzündungs- und schmerzstillend sowie abschwellend. Sie sind nur beim Tierarzt erhältlich. Die in der Humanmedizin gebräuchlichen Schmerzmittel (z.B. ASS (Aspirin), Paracetamol und andere) sollten nicht gegeben werden, da sie ein deutlich höheres Nebenwirkungsrisiko beim Hund haben. Nur Metamizol (z.B. Novalgin) 25mg/kg 2-3 x tgl. kann man geben.
Welches Mittel am besten wirkt, muß man ausprobieren. Sie greifen an verschiedenen Stellen der Entzündungs- und Schmerzentstehung an und welcher Angriffspunkt der Effektivste ist, hängt individuell vom zu behandelnden Tier ab. Es gibt auch Fälle, bei dennen eines eine Zeit gut wirkt, dann in der Wirkung nachläßt, aber ein anderes NSAID trotzdem noch gut wirkt.
Gleiches gilt für die Nebenwirkungen. Am häufigsten sind Durchfälle, in seltenen Fällen sogar blutig. Welches Mittel am besten vertragen wird ist individuell verschieden.
Bei jeder Gabe von Schmerzmitteln muß man darauf achten, daß sich der Hund -seiner Schmerzen entledigt- nicht zu heftig bewegt und dadurch die eigentliche Genesung behindert.

Unterstützend könnte noch folgende Arznei gegeben werden (keinesfalls einen Tierarztbesuch ersetzend):
-Canosan (Boehringer, bänder- und sehnenstabiliierend, enthält Gonex und Glykosaminoglykane, erhältlich beim Tierarzt)
-Ruta D6 3x tägl 1 zerpulverte Tablette oder 5 Globuli (evtl. mit etwas Wasser, aber ohne Futter) ins Maul Ihres Hundes geben. 14 Tage, dann Umstellung auf Rhus toxicodendron D6 3 x täglich 1 Tablette, in den ersten 3 Tagen zusätzlicg Arnika D6 3 x täglich.
-falls Sie eine Schwellung sehen: mit Traumeel oder Traumaplantsalbe einreiben, evtl nach Absprache mit Tierarzt auch Heparinsalbe
-In den nächsten 14 Tagen Hund nur an der Leine führen und starke Belastungen vermeiden

Falls eine Klinik nur sehr schwer zu erreichen ist, würde ich Ihren Hund heute möglichst wenig bewegen und Arnika und Ruta oder alternativ Traumeeltabletten 3x tgl. 1 Tbl. geben.

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, meine Antwort positiv zu bewerten, damit meine Arbeit bezahlt werden kann. Im Voraus besten Dank. Falls noch Fragen bestehen, antworte ich natürlich gern noch mal.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind