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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12819
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Guten abend ich habe grosse probleme miet meiner hündin sie

Kundenfrage

Guten abend ich habe grosse probleme miet meiner hündin sie ist 17 monate alt...sie ist bissig geworden zeit der ersten leufigkeit...sie ist zwit drei tagen wieder leufig hat ihren freund gebissen...ich brauche dringend hilfeeee
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 3 Jahren.
Hallo,

folgende Ursachen kommen für das Verhalten Ihrer Hündin in Frage:

- da unkastriert: hormoneller Hintergrund, aggressiver sind manche Hündinnen insbesondere
--während Läufigkeit und/oder Scheinschwangerschaft (ca. 60 Tage nach letzter Läufigkeit, oft Milch und geschwollenes Gesäuge); (falls ein auffälliger Zusammenhang zur Läufigkeit besteht, dann wäre Kastration auf jeden Fall sinnvoll)
-- bei Zysten auf Eierstöcken (Diagnose durch Ultaschall)
Sollte das Verhalten mit Verhaltenstraining nicht in den Griff zu bekommen sein, eine Kastration angeraten (ist aber auch nur ein Versuch und keine Garantie).

-Schmerzen: Hunde sind bei Schmerzen manchmal aggressiv gegen Artgenossen, evtl. tierärztliche Untersuchung, Schmerzen sind bei Ihrem Hund aber sehr unwahrscheinlich, da Verhalten und Allgemeinbefinden sonst normal (?)

-bei Beginn ein für den Hund unangenehmes Erlebnis bei Begegnung mit anderen Hunden; die gemerkte Aggression wird auf die an sich unbeteiligten anderen Hunde umgeleitet

Sollte es keine körperlichen Probleme geben, könnten folgende Tipps helfen, das Problem zu beheben (einiges wird Ihnen die Hundeschule auch schon empfohlen haben):
-
1.Verhaltenstraining

-zunächst sollten Sie Ihre Hündin in Gegenden, in denen es zu problematischen Begegnungen kommen kann, nur an der Leine führen. Wenn die Hündin an der Leine vollkommen auf Sie hört, könne Sie sie auch in diesen Gegenden frei laufen lassen und das Training genauso durchführen, wie in der ersten Phase mit Leine (evtl. Übergangsphase mit langer Leine).

-Allmähliche Desensibilisierung: Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen (fremde Hündin noch weit entfernt) "Sitz" und "Platz", steigern Sie die Schwierigkeit (also die Entfernung zu anderen Hündinnen) ganz allmählich. Loben Sie ruhiges Verhalten (auch mit Trockenfutterbröckchen), ignorieren Sie Ihren Hund bei Unruhe. (dann neues Training in einer noch etwas leichteren Situation). Verlegen Sie das Trainng allmählich in schwierigere Gegenden (wo es viele andere Hunde gibt). Das Trainig kann insgesamt einige Wochen dauern.

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie die Ruhe und Ausgeglichenheit des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)
-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Stoppen kann man ein Verhalten demzufolge nur bei Beginn (Nein und Sitz machen lassen). Wenn Ihr Hund in Stressituationen (andere Hündin) auf den Befehl zunächst nicht reagiert und aggressiv in Richtung des anderen Hundes zieht, sollten Sie mit "Nein", "Komm" und "Fuß" in eine andere Richtung gehen, als der Hund gezogen hat. Seine Aggression müssen Sie ansonsten unbedingt ignorieren (Kein Beruhigen, da es verstärkend wirkt); Zuwendung dürfen Sie Ihrem Hund erst wieder geben, wenn er sich beruhigt hat. Sitz machen lassen und ein paar Futterbröckchen geben.
-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").
-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, daß man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in den genannten Stresssituationen hilfreich.
-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)
1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben
2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben
3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben
4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer
-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich) bzw. den Hund schnellstmöglich und ohne zu Reden aus der Situation führen ( evtl. muß man den Hund (ohne zu reden!, außer "Komm!") die ersten Meter hinter sich her ziehen), Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.
-In Gegenden mit anderen Hunden Ihren Hund zunächst generell nur an der kurzen Leine führen, lobend mit ihm sprechen, wenn er ruhig ist,; ab und zu "Sitz" machen lassen dann sofort (< 3 Sekunden) bei Befehlausführung ein Futterbröckchen geben

-Gut ist auf jeden Fall der weitere Besuch der Hundeschule und (in späteren Phasen) allgemein möglichst viel Kontakt mit anderen Hunden, mit denen Ihr Hund friedliches Verhalten üben und praktizieren kann

2. Medikamente
Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit :
-Hyoscyamus D30 jeden 3.Tag 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette)
-Fluoxetin (Psychpharmakon) sollte möglichst nur von verhaltenstherapeutisch arbeitenden Tierärzten verordnet werden

Bei deutlichem Zusammenhang mit dem Zyklus wäre wie gesagt eine Kastration angeraten.
Außerdem wäre allgemein grundsätzlich auch der Besuch einer Hundeschule sinnvoll, in der unter Aufsicht das Zusammensein mit anderen Hunden trainiert werden kann.


Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind


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