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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Unser Hund, ein Dackelmix, wbl. 8 Jahre ca. 9 kg hat scheinbar

Kundenfrage

Unser Hund, ein Dackelmix, wbl. 8 Jahre ca. 9 kg hat scheinbar Rattengift (?) erwischt. Ich war bei unserem Tierarzt, einer Tierklinik in Augsburg und jetzt, da ich dachte der Hund wäre über den Berg bei Einer Tierklinik in Frankreich. Der Hund hat seit einer Woche nichts gefressen, Medikamente die wir lt. Tierklinik Augsburg verabreichen sollen nimmt er nicht auf, da er nicht frißt.
Tierärztin in Frankreich (Ultraschalluntersuchung) hat auch evtl.Zeckenbiss diagnostiziert und unser Mittel welches man in das fell des Tieres einbringt als unwirksam eingestuft. Es tötet zwar die Zecke aber erst nachdem die Zecke ihr Sekret eingebracht hat. Es gäbe Injektionen die sofort die Wirksamkeit des Zeckensekrets eingrenzen.
Wer kann uns helfen durch Hinweise, Anregungen und Verweise auf Medikamente.
Mit freundlichem Gruß
Uwe Deichmeyer XXXXXXXXXXX
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo,

ist die Aufnahme von Rattengift nur eine Vermutung, weil eine Anämie (Verminderung der roten Blutkörperchen) vorliegt? Falls wirklich Rattengift aufgenommen wurde, sollte Vitamin K gegeben werden, dieses Mittel gibt es auch als leicht applizierbare Tropfen (Kanavit Tropfen), evtl. mit Fleischbrühe eingebbar.

Gut applizierbar sind an Hunde, die nicht fressen wollen, spezielle Flüssignahrung, z.B. Reconvales Tonicum (
http://www.vetkampagne-tierarztshop.de/Hund/Senior/ReConvales-Tonicum-Staerkung-Hund.html).

Sehr wichtig wären Infusionen, auch um den Appetit wieder anzuregen.

Es wäre sinnvoll, die Ursache der Anämie herauszufinden, um Ihrer Hündin möglicherweise hier helfen zu können. Dadurch würde die Hündin möglicherweise vitaler und lebensfreudiger (weil für alle Organe incl. Gehirn immer genug Sauerstoff da ist).
Eine erste Einteilung der Anämien ergibt sich dadurch, daß man schaut, ob die Anämie regenerativ ist (d.h. Retikulozyten (neue unreife rote Blutkörperchen) sind in großer Menge im Blut nachweisbar) oder nicht. Wissen Sie wie das bei Ihrem Hund war/ist?

Wie ausgeprägt waren Anämie und Eisenmangel, waren die Leukozyten auch deutlich erniedrigt, haben Sie konkrete Werte?

Für eine Anämie kommen beim Hund v.a. folgende Erkrankungen in Frage:
- Hämolysen (= Zerstörung der roten Blutkörperchen, meist regenerativ) durch Immunstörungen (reagieren meist auf Cortison), Vergiftungen (oft Rattengift, Therapie: Vitamin K-Gabe), oder bakterielle Erkrankungen (meist regenerativ, z.B. die durch Zecken übertragenen Erkrankungen Babesiose, Anaplasmose und Ehrlichiose, Leptospirose, Hämobartonellose, dann Antibiose wirksam, Diagnose durch Blutuntersuchung, wurde auf diese Erkrankungen schon untersucht?),
-Blutungen (Organblutungen, Tumore , diffuse Blutungen bei Blutgerinnungsstörungen)
-Störungen bei der Herstellung der roten Blutkörperchen (Knochenmarksinsuffiziens (u.a. bei Nieren- und Schilddrüsenerkrankung, Vergiftungen, auch tumoröse Veränderungen).
Versuchsweise kann hier das teure Erythropoetin versucht werden, außerdem Eisen zuführen.
Mögliche Ursache können auch Östrogen produzierende Tumore sein ( Eierstockstumore), Östrogene führen in hoher Dosis zu einer Knochenmarksdepression. Dann sind meist auch die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) erniedrigt.

Sinnvoll wäre eine ergänzende Blutuntersuchung, Röntgen/Ultraschallkontrolle v.a. von Leber und Milz sowie je nach Blutergebnis auch eine Untersuchung des Knochenmarks.

Unterstützend können Sie Ihrem Hund Ferrum metallicum D6 3x täglich 5 Globuli oder eine zerpulvere Tablette geben (Gabe unabhängig vom Fressen); falls Blutungen die Ursache sind wäre zusätzlich China D6 3x täglich eine Tablette sinnvoll.
Außerdem sollten Sie Ihrem Hund eisen- und vitaminhaltigehaltige Ergänzungen zum Futter geben (z.B. Eisenblut 1/2 EL pro Tag, gibt´s im Reformhaus, z.B. http://das-ist-drin.de/Rabenhorst-Plus-Eisenblut-500-ml--417425/).

Einen Überblick zur Zeckenbekämpfung finden Sie hier: http://www.test.de/themen/haus-garten/test/Zeckenmittel-fuer-Hunde-Biest-beisst-Hund-1107105-1107196/
Wirklich wirksam sind aus meiner Erfahrung insbesondere (allerdings verschreibungspflichtige) Permethrin-haltige spot-on-Präparate (exspot, advantix...) oder auch das Deltamethrin enthaltende Halsband Kiltix. Diese Mittel haben eine Repellentwirkung, d.h. die meisten Zecken saugen sich erst gar nicht fest.
Eine Übertragung von Krankheiten erfolgt in der Regel erst 12-24 Stunden nach dem Festsaugen von Zecken.
Wenn man ganz sicher gehen will, kann man auch das Mittel Certifect (merial) einsetzen (ebenfalls verschreibungspflichtig), das durch die Wirkstoffkombination von Amitraz und Fipronil Zecken innerhalb von höchstens 8 Stunden ganz sicher abtötet und so eine Übertragung von Krankheiten weitgehend verhindert (weitere Infos: ec.europa.eu/health/documents/community.../anx_101249_de.pdf).

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

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