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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Hallo meine Katze übergibt sich seit Ca zehn stunden sehr oft.

Kundenfrage

Hallo meine Katze übergibt sich seit Ca zehn stunden sehr oft. Er sitzt auch nur teil nahmslos rum und man merkt dass es ihm sehr schlecht geht
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo,

ob Sie sofort zum Tierarzt gehen sollten oder noch bis morgen warten können, hängt vom Befinden Ihrer Katze ab. So wie Sie das Befinden Ihrer Katze beschreiben, wäre aber ein Besuch noch heute (Notdienst, Tierklinik) sicher das Sinnvollste. Vermutlich braucht sie Infusionen. Kann Ihre Katze normal Kot und Urin absetzen? Katzen kommen bei längerem Hungern relativ schnell in eine gefährliche Stoffwechselstörung (schwere Leberprobleme).

Sofort –möglichst noch heute- zum Tierarzt gehen sollten Sie insbesondere wenn,
-die Schleimhäute blasser sind als sonst (Augenschleimhaut weißlicher oder gelblich (Leber); Maulschleimhaut: Kapillarfüllungszeit länger als 2 Minuten, d.h. wenn man auf die rosafarbene Maulschleimhaut mit einem Finger drückt wird sie blaß und muß dann innerhalb von höchstens 2 Sekunden wieder rosa sein), eine mit den Fingern gezogene Hautfalte verstreicht nicht sofort (Alles Zeichen für Austrocknung)
-die Katze quält sich dauernd mit Würgereiz (Fremdkörperverdacht), -Temperatur (rektal gemessen) außerhalb des Normalbereichs von 38° bis 39°
-das Allgemeinbefinden Ihrer Katze sehr gestört ist (sehr ruhelos oder zieht sich vollkommen zurück)
-im Erbrochenen Blut zu sehen ist
-der Bauchumfang stark zunimmt
-die Katze ständig Ihren Bauch leckt (Hinweis auf Schmerzen, z.B. durch Bauchspeicheldrüsenentzündung)

Sobald eines dieser Zeichen eintritt, müssen Sie baldmöglichst zum Tierarzt!

Erbrechen hat neben einer Gastritis (Magenentzündung), die in leichter Form z.B. durch ungewohntes oder zu kaltes Futter auftreten kann meistens eine der folgenden Ursachen:
-infektionsbedingte Entzündungen der Magenschleimhaut (meist viral oder bakteriell, manchmal erhöhte Temperatur also über 39 Grad)
-Vergiftungen (z.B. auch durch Anknabbern von Pflanzen)
-Organerkrankungen:
---Nierenerkrankung (meist ist dann der höhere Durst auffällig) Hat Ihre Katze ihren Urin normal abgesetzt? (auch ein Harnstau kann mal zu Erbrechen führen, v.a. durch Harngries)
--Lebererkrankung (evtl. gelbliche Schleimhäute, oft sehr müde)
-- Überfunktion der Schilddrüse (oft sehr schneller pochender Herzschlag auffällig, Tiere oft "aufgedreht"), eher bei älteren Katzen
--seltener Diabetes (hoher Durst, Abmagerung)
-- Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Schmerz, häufiges Brechen)
-Magen-/Darmgeschwüre oder Tumore
-auch Herzerkrankungen (u.a. durch Rückstau zur Leber) sind als Ursache möglich, eher bei älteren Tieren

Zur Abklärung dieser Ursachen ist ein Tierarztbesuch sinnvoll, denn zur Ursachenklärung sind Blutuntersuchung und ggf. auch Röntgenaufnahmen/Ultraschall nötig.

Heute würde ich bis Mittag nichts mehr füttern (Beruhigung des Magens ) Trinken erlaubt (gern milder Fenchel oder Kamillentee, am Besten mit Elektrolytzusatz) Fütterung ab Mittag mit erwärmtem (riecht und schmeckt besser), püriertem , leicht verflüssigten (schnellere Magenpassage, weniger Brechreiz) und leicht verdaulichem Futter (z.B. mageres Geflügelfleisch, Hüttenkäse, Reis) in kleinen Portionen beginnen. Futter verflüssigen (schnellere Magenpassage, weniger Brechreiz) und etwas erwärmen (riecht und schmeckt besser).
Falls mit Diät kein Brechen mehr in den Folgetagen allmähliches Rückumstellen auf Normalfutter. Ins leicht erwärmte Trinkwasser sollten Sie möglichst etwas Elektrolytpulver (z.B. Rehydration support von waltham, gibt´s beim Tierarzt) geben. Achtung: darauf achten ob die Katze das angereicherte Wasser mag. Das Wasser auch etwas erwärmen und etwas Fleischbrühe oder Thunfischsaft zusetzen. Evtl. mit einer Spritze kleine Mengen (ein paar ml) alle 15 Minuten ins Maul spritzen (außer die Katze wehrt sich dagegen).

Unterstützend könnten Sie Nux vomica D6 (morgens und nachmittags) und Pulsatilla D6 (vormittags und abends) geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit 1 Tl. Katzenmilch ins Maul geben), Veratrum album D6 ist hilfreich zur Unterstützung des Kreislaufs bei Erbrechen.
Außerdem wäre die Gabe von Ulcogant sinnvoll (schützt die Schleimhaut und wirkt gegen Übersäuerung, ist aber verschreibungspflichtig, gibt´s beim Tierarzt).
Falls eine stärkere Übersäuerung vorliegt , wäre die Gabe eines Antacidums sinnvoll (Cimitidin, Ranitidin, Omeprazol).
Bei wiederholtem Erbrechen Metoclopramid (das tiermedizinische Emeprid oder humanmedizinisch MCP, Paspertin) 0,2mg/kg geben.
Gegen Schmerz könnte man Metamizol (Novalgin, Novaminsulfon) 30mg/kg geben, aber baldmöglichst tierärztliche Abklärung.

Bieten Sie Ihrer Katze bitte eine Wärmflasche an.

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.
PS:
PS: falls erforderlich:
Notdienste finden Sie hier:
- http://notdienste-catsonline.piranho.de/index.htm
- www.tierdoc24.de
- http://www.vetfinder.mobi/
- über die Feuerwehr / Polizei vor Ort
- auf den Anrufbeantwortern fast aller Tierärzte wird der Notdienst angegeben
- Tierkliniken haben immer 24 Stunden Dienst.