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Dr.med.vet R.von der Lahr
Dr.med.vet R.von der Lahr, Tierarzt
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 210
Erfahrung:  Großtier und Kleintierpraxis seit 1993
47344462
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Dr.med.vet R.von der Lahr ist jetzt online.

Hallo Ich halte seit einigen Wochen Kamerunschafe,und habe

Kundenfrage

Hallo Ich halte seit einigen Wochen Kamerunschafe,und habe jetzt festgestellt das die Tiere
eine verschorfte Kruste in den Mundwinkeln haben.
Was kann Ich tun?
Mit freundlichen Grüßen
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Dr.med.vet R.von der Lahr hat geantwortet vor 4 Jahren.

Guten Tag ,

so wie sie es beschreiben, könnte es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Lippengrind handeln, va weil mehrere Tiere betroffen sind. Sie sollten das in den nächsten Tagen von einem Grosstierarzt abklären lassen, der auch Ahnung von Schafen hat.

Suchen sie bei Yahoo unter Lippengrind Schaf und sie finden zahlreiche Beiträge und Fotos.

Beim Lippen- oder Maulgrind (Ecthyma contagiosum) handelt es um eine in Schaf- und Ziegenherden weit verbreitete, ansteckende, pokkenähnliche Erkrankung, die durch sogenannte Parapox-ovis-Viren hervorgerufen wird und an den wenig behaarten Regionen des Mauls, der Genitalorgane und im Bereich der Klauen zu entzündlichen Veränderungen führt. Der Verlauf im Bestand und die Symptome an den genannten Prädilektionsstellen sind so charakteristisch, dass man auf den elektronenmikroskopischen Nachweis (Einsendung von Krustenmaterial) verzichten kann.

Der Erreger ist sehr widerstandsfähig gegen Trockenheit, d. h. er bleibt in eingetrocknetem Sekret an Stallwänden, den Hürden und auf der Weide mehrere Jahre ansteckungsfähig. Chemische Desinfektionsmittel (z. B. 1%iges NaOH) sollten auf virushaltiges Material mindestens 4 Stunden einwirken. Obwohl eine Entseuchung der Weiden bzw. von Dung unter diesen Bedingungen kaum möglich ist, klingen - trotz der schnellen Verbreitung im Bestand - die klinischen Erscheinungen bei der mehrheitlich auftretenden milden Verlaufsform nach ca. 14 Tagen wieder ab. Anschließend bildet sich eine stabile Immunität aus, die etwa 2-5 Jahre anhält.

Hauptüberträger dieser meldepflichtigen Ecthyma-Infektion sind latent infizierte, d. h. klinisch unverdächtige Schafe und Ziegen. Bei der Aufnahme des Vorberichtes durch den Schafgesundheitsdienst wird daher häufig angegeben, dass etwa 14 Tage vorher Tiere zugekauft worden seien, die nun (aufgrund ihrer spezifischen Immunität nach überstandener Infektion im Herkunftsbestand) vom aktuellen Geschehen nicht betroffen sind.

Besonders gefährdet sind mutterlos aufgezogene Lämmer und Absetzer, aber auch in ihrer Abwehr geschwächte ältere Schafe, beispielsweise bei starker Belastung mit Innenparasiten oder bei unzureichender Nährstoffversorgung.

Man unterscheidet drei Verlaufsformen, die meist separat aber auch gemeinsam auftreten können. Die Entzündungssymptome bei Ziegen im Vergleich zu Schafen sind generell schwächer ausgeprägt.

Lippen- und Kopfform:

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An der Ober- und Unterlippe, aber auch im Bereich der Nasenöffnungen bilden sich zunächst kleinerbsengroße Bläschen, die verschorfen und in Warzen-ähnliche Krusten übergehen, die das darunter liegende, leicht blutende Gewebe abdecken. Bei der milden Verlaufsform ist das Allgemeinbefinden der Tiere nur unwesentlich gestört. 20 bis 80 % der Tiere sind betroffen, und die Symptome klingen auch ohne Behandlung nach zwei Wochen wieder ab.

Ein bösartiger Verlauf stellt sich unter ungünstigen Rahmenbedingungen, wie mangelndem Schutz durch kolostrale Antikörper bei der mutterlosen Aufzucht, bei hoher Besatzdichte, unzureichendem Futterangebot oder starker Belastung durch Innen- und/oder Außenparasiten ein.

Die entzündlichen Hautareale im Lippenbereich entwickeln sich zu blumenkohlartigen, z. T. Zentimeter-dicken Belägen, die sich sekundär durch Schmutzkeime bakteriell infizieren. Die Entzündung greift auf die Maulschleimhäute, den Gaumen, die Zunge und den Kehlkopf über. Bei der Sektion dieser Tiere findet man sog. diphtheroide Beläge, d. h. bis zu 0,5 cm dicke, flächige, gelblich-schleimige Auflagerungen, die sich nur unter Substanzverlust von den oben genannten, extrem stark geröteten Arealen in der Maulhöhle lösen lassen. Die mit der Entzündung einhergehende Schwellung nimmt teilweise auch äußerlich extreme Formen an, so dass bei einigen Schafen (etwa 5% -20% der Tiere) eine Nilpferd-ähnliche Kopfform beobachtet werden kann. Die ausgeatmete Luft nimmt einen süßlich-stechenden Geruch an und infolge der Aktivierung der Immunabwehr erreicht die Körpertemperatur anfangs Werte, die deutlich über 40° C liegen. Das Allgemeinbefinden ist stark gestört, die Tiere sondern sich mit hängenden Ohren von der Herde ab und verenden nach wenigen Tagen infolge Verweigerung der Tränke- und Futteraufnahme.

Fußform:

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Pustulöse Veränderungen an der Euter- und Zitzenhaut eines an der genitalen Form des Lippengrindes erkrankten Schafes

Von dieser seltenen Variante des Lippengrindes sind insbesondere die Fesselbeuge, der Kronsaum und der Zwischenklauenspalt betroffen. Klinisch äußert sich die Fußform in Stützbeinlahmheiten, in Extremfällen kann es zum Ausschuhen, d. h. zum Lösen des Hornschuhes vom Klauenbein kommen.

Genitale Form:

Diese Verlaufsform manifestiert sich durch entzündliche Veränderungen an der Schwanzunterseite, den Schamlippen, dem Euterspiegel, den Schenkelinnenflächen und dem Euter einschließlich der Zitzen. Die zu Beginn 0,3 bis 0,5 cm großen, entzündlich-geröteten Knötchen bzw. Pusteln können sich ausdehnen und zu einer einheitlichen, stark geröteten Hautfläche zusammenfließen. Komplikationen entstehen insbesondere, wenn sich die Haut bei unsauberer Einstreu sekundär infiziert und die Muttertiere den Lämmern infolge der Schmerzen das Saugen verweigern. Nicht selten stellen sich in diesem Zusammenhang auch Euterentzündungen ein, die die Aufzuchtleistung der Muttertiere zukünftig stark einschränken.

Vorbeugende Maßnahmen:

Ein Impfstoff steht in Deutschland nicht mehr zur Verfügung. In anderen EG-Ländern wird erfolgreich ein sog. attenuierter Lebendimpfstoff eingesetzt, der zur Sicherung einer Bestandsimmunität jährlich 2-4 Wochen vor dem Lammen verabreicht wird.

Behandlung:

Eine Trennung betroffener Tiere von noch gesund erscheinenden Schafen bzw. Ziegen hat sich in der Praxis aufgrund der raschen Verbreitung der Viren in der Herde und der durch diese Maßnahme verzögerten natürlichen Auseinandersetzung mit dem Erreger nicht bewährt.

Für den Tierarzt besteht die Möglichkeit, in der Frühphase der Infektion, d. h. wenn erst wenige Tiere leichte Symptome zeigen, metaphylaktisch bei allen Tieren der Herde einen sog. Paramunitätsinducer (BAYPAMUN / Fa. Bayer) einzusetzen. Durch eine zweimalige Impfung im Abstand von einer Woche versucht man, die körpereigene Abwehr kurzfristig zu stimulieren. Kontrollierte Versuche zur Effektivität bzw. Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahme liegen nicht vor; für größere Herden dürfte der Einsatz des Inducers auch an den Kosten scheitern.

Bei leicht erkrankten Tieren sollten Zinkoxid-haltige Salbensprays mindestens zweimal täglich örtlich aufgetragen werden.

Nicht zuletzt unter dem Aspekt des Tierschutzes ist bei der bösartigen Form unverzüglich ein Tierarzt einzuschalten, um die Entzündungen im Maulbereich durch entzündungshemmende Präparate einzudämmen und die Sekundärinfektionen durch die Verabreichung von Langzeitantibiotika abzufangen.

Aufgrund der starken Schmerzen sollte man den Tieren die Tränkeaufnahme erleichtern (permanentes Angebot von frischem Wasser) und gleichzeitig strukturarmes und nährstoffreiches Futter (Biertreber, Maissilage, eingeweichte Trockenschnitzel) anbieten.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen geholfen zu haben. Bitte bewerten Sie meine Antwort, wenn Sie zufrieden sind durch Anklicken eines Smiley - Buttons. Nur durch eine positive Bewertung wird meine Arbeit vergütet. Sollten Sie nicht mit meiner Antwort zufrieden sein, können Sie gerne nochmals nachfragen, damit alle Unklarheiten bereinigt werden können.

Viel Erfolg und alles Gute für Sie und Ihre Schafe.

Schönen Sonntag noch und freundliche Grüsse aus Belgien!

Experte:  Dr.med.vet R.von der Lahr hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo,

Bitte bewerten Sie meine Antwort, wenn Sie zufrieden sind durch Anklicken eines Smiley - Buttons. Nur durch eine positive Bewertung wird meine Arbeit vergütet. Sollten Sie nicht mit meiner Antwort zufrieden sein, können Sie gerne nochmals nachfragen, damit alle Unklarheiten bereinigt werden können.

MfG

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