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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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guten abend, mein hund lola 13,5 jahre alt hatte schon 3 schlaganfälle

Diese Antwort wurde bewertet:

guten abend, mein hund lola 13,5 jahre alt hatte schon 3 schlaganfälle und erholte sich immer wieder ganz gut, jedoch seit dem letzten wirkt sie weiter schwach und wackelt der tierarzt verordnet karsivan, ich merke aber wenn ich karsivan mal absetze wirkt lola frischer.
zudem, erkenne ich das ihre hinterfüße weniger kraft haben in letzter zeit.
kann ich karsivan absetzen was meinen sie?
Hallo,

das Vestibularsyndrom älterer Hunde ist eine (meist vorübergehende) Durchblutungsstörung des Innenohres, die zu Kopf-Schiefhaltung und Gleichgewichtsstörungen führt.
Lag zu irgendeinem Zeitpunkt Fieber (also rektal gemessene Temperatur über 39°) vor?
Ist das Ohr schon geröntgt worden? Möglicherweise liegt eine Entzündung des Mittel- und/oder Innenohres vor. Bei dieser Ursache wäre die Gabe von Antibiotika und entzündungshemmender Medikamente sinnvoll.
Sind die Reflexe normal? (Pupillareflex, d.h. Reaktion auf Lichteinfall normal, d.h. Verkleinern bei Lichteinfall?, Corneareflex, d.h. Reaktion auf Hornhautberührung: sofortiges Zukneifen), Bewegung normal? Wie sind Herz und Kreislauf? (Schleimhautfarbe rosa oder blaß-bläulich?, schnell erschöpft? Atemfrequens in Ruhe schneller als 35/Minute, dies wären Zeichen eines Herzproblems)

Die rektal gemessene Temperatur sollte zwischen 37,8° und 39° liegen, bei Untertemperatur wäre eine Infusion nötig.

Unterstützend können Sie Ihrem Hund Arnika D6 5 Globuli und Bachblüten-Rescue-Tropfen 5 Trpf je 3x täglich geben (kreislaufstützend, Angst reduzierend).

Der Tierarzt gibt vermutlich Kreislauf stützende Medikamente und B-Vitamine, evtl. auch Antibiotika und Cortison (abschwellend, dadurch weniger Hirndruck) .

Als unterstützende Gabe ist das die Gehirndurchblutung und die allgemeine Nervenfunktion verbessernde Karsivan (msd-intervet, gibt´s vom Tierarzt) grundsätzlich sehr sinnvoll, würde ich weitergeben. Es wird auch als Prophylaxe gegen weitere Anfälle von Durchblutungsstörungen des Innenohrs empfohlen (3mg/kg 2x tgl.). Sollte Ihr Hund es wirklich schlecht vertragen könnte man evtl. alternativ auch Cinnarizin (1-2mg/kg, wird tiermedizinisch sehr selten verwendet) versuchen.

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße XXXXX XXXXX

Udo Kind
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Super, vielen Dank, XXXXX XXXXX zufrieden!


Ich werde Ihren Rat befolgen und die Globuli und Bachblüten einsetzen.


Wie kommen sie auf die Bachblüten wegen Angst, das hab ich nicht geschrieben, ist aber sehr oft der Fall, sie fürchtet sich immer öfter und was mir sorgen macht sind die Hinterbeine, die haben immer weniger Kraft, haben sie da auch noch eine Idee?

Hallo,

Bachblüten wirken einerseits gegen Angst andererseits aber auch auf den Kreislauf regulierend und stabilisierend.

Hat er Probleme beim Aufstehen? Läuft er sich ein? Hat es einen deutlichen Muskelabbau gegeben (dünnere Oberschenkel) oder sind die Muskeln einfach schwächer?
Haben die Probleme eher plötzlich begonnen (oft nach Trauma, Verletzung) oder sich allmählich verschlechtert (oft bei Arthrosen)? Ist Ihr Hund auch insgesamt müder? Dann muß man auch an eine Schilddrüsenunterfunktion denken (traurig-depressive Wirkung, oft Nachschleifen der Hintergliedmaße; Diagnose durch Blutuntersuchung T4, TSH; Behandlung ggf. mit Thyroxin z.B. Forthyron, albrecht))

Die Schwierigkeiten beim Aufstehen und Laufen könnten insbesondere folgende Ursachen haben:

- Arthrose, häufig an den Hüft- und Kniegelenken bzw. Schulter und Ellbogengelenk, Diagnose durch Röntgen. Ist eine Gliedmaße stärker betroffen?

-Wirbelsäule, Kompression/Schädigung des Rückenmarks bzw. der austretenden Nerven (z.B. durch einen Bandscheibenvorfall oder knöcherne Zubildungen (Spondylosen)) vorliegt. Relativ häufig ist das sogenannte Cauda eqina-Syndrom ( =Verengung und Kompressionen der Nerven im Übergang der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein). Durch die Schädigung der Nerven funktionieren oft die Reflexe nur noch eingeschränkt (Prüfung durch Tierarzt).
Diagnose durch Röntgenaufnahme der Wirbelsäule (je nach Befund des normalen Röntgens bei Bedarf. sogar mit Myelographie= Darstellung des Rückenmarks mit Kontrastmittel)

-Es könnte sich auch um "einfache" schmerzende Entzündung oder Verletzung handeln (meist Hüftgelenke oder Knie) handeln (Diagnose auch hier durch Röntgen, bzw. spezielle Bewegungsproben z.B. auf Kreuzbandriss) Meist ist bei solchen eine Seite stärker betroffen, das Probleme besteht dann eher in einseitiger Lahmheit.

- Durchblutungsproblem (sind die Hinterbeine kälter als die Vorderbeine?)

- Muskelsoffwechselstörung oder -entzündung (deutlich seltener)

- Schilddrüsenunterfunktion (Blutuntersuchung T4)

Es sollten zur Diagnose - soweit gefahrlos möglich - einige spezielle Bewegungs- und Reflexprüfungen sowie Röntgenaufnahmen gemacht werden.
Einige Reflexe können Sie auch selbst prüfen:
- Lid- und Hornhautreflex: Annäherung oder leichte Berührung führ zu sofortigem Schließen des Auges
- Pupillarreflex: Licht führt zu beidseitig gleichem Verengen der Pupillen, Dunkelheit zu Vergrößerung
- Patellarreflex (Reaktion auf Schlag auf Kniescheibensehne, normale Reaktion: Bein schnellt nach vorn)
- Analsphinkterreflex (Reaktion auf Berührung des Afters, normal: Verschluss des After)
-Fähigkeit des Schwanzbewegens (kann Ihr Hund den Schwanz normal bewegen?)
- Korrekkturreflex: im Stehe: Pfoten der Hinterbeine beugen (Oberseite der Pfote zum Boden) Normal: Hund nimmt sofort wieder normale Stellung ein
--Zwischenzehenreflex: festes Kneifen der Zwischenzehenhaut: Normal: soll zu Anziehen des Beines führen (= Reflexbogen erhalten) aber unbedingt auch zu Reaktion des Tieres (z.B. schauen, Schmerzempfinden ungestört) führen
--Fußungsreflex (nur falls nicht zu schmerzhaft!): Hund hängend (Kopf oben) mit Hinterbeinen, Fußrückenseite gegen Tischkante führen, Normal: Hund soll sofort mit dem Fuß versuchen auf den Tisch zu treten.

Ob ein entzündungshemmendes Schmerzmittel eine sinnvolle Behandlung wäre kann nur ein Tierarzt vor Ort in der Regel mit Hilfe von Röntgenaufnahmen entscheiden.

Bei den Schmerzmitteln für den Bewegungsapparat und die Wirbelsäule haben sich v.a. die NSAID (nicht cortisonhaltige entzündungshemmende Schmerzmittel) bewährt, hier insbesondere:
- Carprofen (z.B. Rimadyl)
- Meloxicam (z.B: Metacam)
- Firocoxib (z.B. Previcox),
- Robenacoxib (Onsior)
Alle wirken entzündungs- und schmerzstillend sowie abschwellend. Sie sind nur beim Tierarzt erhältlich.Die in der Humanmedizin gebräuchlichen Schmerzmittel (z.B. ASS (Aspirin), Paracetamol und andere) sollten nicht gegeben werden, da sie ein deutlich höheres Nebenwirkungsrisiko beim Hund haben.
Welches Mittel am besten wirkt, muß man ausprobieren. Sie greifen an verschiedenen Stellen der Entzündungs- und Schmerzentstehung an und welcher Angriffspunkt der Effektivste ist, hängt individuell vom zu behandelnden Tier ab.
Gleiches gilt für die Nebenwirkungen. Am häufigsten sind Durchfälle, in seltenen Fällen sogar blutig. Welches Mittel am besten vertragen wird ist individuell verschieden.

Unterstützend könnte noch folgende Arznei gegeben werden (keinesfalls einen Tierarztbesuch ersetzend):
-Canosan (Boehringer, bänder- und sehnenstabiliierend, enthält Gonex und Glykosaminoglykane, erhältlich beim Tierarzt)
-bei Wirbelsäulenursache: Nux vomica D6 3x tägl 1 zerpulverte Tablette oder 5 Globuli (evtl. mit etwas Wasser, aber ohne Futter) ins Maul Ihres Hundes geben. 14 Tage, dann evtl. Umstellung auf Rhus toxicodendron D6 3 x täglich 1 Tablette., in den ersten 3 Tagen zusätzlich Arnika D6 3 x täglich. Falls Arthrosen die Ursache sind: kein Nux vomica, sondern direkt mit Rhus toxicodendron beginnen
- VitaminB wirkt allgemein positiv auf die Heilung von Nervenschädigungen (insbesondere gut, falls "cauda equina die Ursache ist).

In Absprache mit Ihrem Tierarzt wäre zur Unterstützung der Therapie eine Krankengymnastik/Physiotherapie sehr sinnvoll.

Manchmal hilft auch hierfür Karsivan, von dem Sie ja leider den Eindruck haben , daß es Ihrem Hund ohne das Medikament besser geht.

Anabolika (Nandrolon, Laurabolin) , die man früher in so einem Fall eingesetzt hat, sind in Deutschland verboten; ganz evtl. kann man als letzte Möglichkeit die Gabe von Cortison versuchen, wenn der Schwäche / Muskelabbau sonst weiter fortschreitet.

Viel Glück!

Freundliche Grüße ,

Udo Kind
Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.