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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Nach Kreutzbandriß rechts hinten,Bernersennenhund 7 Jahre,wurde

Diese Antwort wurde bewertet:

Nach Kreutzbandriß rechts hinten,Bernersennenhund 7 Jahre,wurde mir zum Einschlläfern geraten,möchte aber zweite Meinung einholen,können Sie mih beraten?

Hallo,

sofort einschläfernlassen würde ich Ihren Hund - wenn es ihm sonst gut geht - nicht

Am sinnvollsten wäre eine operative Versorgung in einer orthopädisch arbeitenden Tierklinik, soweit das vom Allgemeinzustand Ihres Hundes und finanziell möglich ist

Leider besteht bei einem Nicht-Operieren ein relativ hohes Risiko, daß sich mittelfristig Arthrosen entwickeln, weil
-Bänderreste als Fremdkörper im Gelenk den Knorpel zerstören können, mit der Folge von Entzündungen und später degenerativen Veränderungen
-die Instabilität des Gelenkes zu Fehlstellungen (auch anderer Gelenke, z.B. Hüfte) führt und dann oft Schäden entstehen
Das Risiko steigt deutlich mit steigendem Körpergewicht des Hundes.

Es gibt verschiedene Operationsverfahren.
(Bandersatz oder TPLO-Technik). Das Ergebnis hängt allgemein auch von der Erfahrung des Operateur mit der jeweiligen OP-Technik ab und bei jeder Methode von dem Grad weiterer Zerstörungen im Gelenk sowie dem Ruhighalten (Leinenzwang etc.) 6-8 Wochen nach der OP ab.
Eine ist die Kreuzbandraffung mit Fasciendopplung nach Meutstege. Die Operationsmethode ist in diesem Artikel näher beschrieben: http://www.tieraugen.com/konzept/allgoewer/home/pdf%20Publikationen/21.pdf

Die TPLO (Tibia-Plateau-Leveling-Osteotomie, operative Änderung der Tibia-Gelenkfläche und Einsatz einer speziellen Platte) ist aufwendig und dementsprechend teurer (fast doppelt so teuer), bei Hunden über 40 kg gilt sie aber aufgrund der beschränkten Reisskraft des Nahtmaterials (die ein Nachteil bei Bandersatz sein kann) als die beste Methode.

Eine Vergleichsstudie der OP-Verfahren Meutsetge und TPLO führte die Uni Hannover durch: http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/boeddekerj_ss10.html

Bandersatz läßt nach etwa einem halben Jahr in seiner Stabilität nach, danach beruht die Gelenkstabilität zu einem großen Teil auf reaktiven Gelenkfibrosen (körpereigene Bindegewebszubildung).
Es gibt viele Fälle, in denen das Entfernen von abgerissenen Band- und Meniskusteilen und Blutkoagula und das Stabilisieren des Bandes mit Hilfe von langsam resorbierbarem Faden sehr gute Resultate liefert.
Hier finden Sie nähere Beschreibungen zu den Operationsmethoden: http://www.felix-und-perry.de/html/kreuzbandriss.html

Insbesondere falls das craniale Kreuzband angerissen ist ( die häufigere Variante), wäre eine Operation sicher die beste Lösung, da man sonst mittel- und lanfristig immer eine Arthrose riskiert. (Dies würde Schmerzen und lebenslange Ausgaben für entzündungs- und schmerzstillende Medikamente (NSAID, z.B. Rimadyl, Metacam, Previcox; eines dieser Medikament geben Sie vermutlich derzeit?) bedeuten.
In der Humanmedizin gibt es derzeit allerdings Diskussionen über Notwendigkeit und Zeitpunkt der OP bei Riß des vorderen Kreuzbandes: http://news.doccheck.com/de/article/202503-kreuzbandriss-abwarten-und-tee-trinken/?utm_source=DC-Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Newsletter-DE-Arzt% 20%285x%2FWoche%29-2011-01-10&mailing=35688&dc_user_id=f7495d02508aabe9b49aa94fbb72dbe0&cide=dce102691&t1=1294746557&t2=4dc4fb9314a585edfddc14ae34bb394cc37d81c1

Eine Stützbandage würde ebenso wie eine längere andere Ruhigstellung (z.B. mit Verband) nur dann einen Sinn machen, wenn die Verletzung nur gering ist und sich nur sehr wenig abgerissenes Material im Gelenkspalt befindet. Dieses Material würde sonst später als Fremdkörper im Gelenkspalt den Knorpel zerstören und zu einer Arthrose führen können. Den konkreten Fall kann nur ein spezialisierter Tierarzt vor Ort beurteilen (ob man evtl. mit der OP warten kann ohne eine Arthrose zu riskieren). Grundsätzlich ist die Operation auf jeden Fall die sicherste Lösung (gerade bei einem großen Hund).

Bis zu einem Tierarzttermin (am Besten gleich in einer Tierklinik, die diese OP auch durchführt) sollten Sie Ihren Hund möglichst ruhig stellen (Leinenzwang etc.).

Unterstützend können Sie folgende homöopathischen Mittel geben:
erste 3 Tage Arnika D6 (fördert Resorbtion von Blutkoagula) , erste 14 Tage Ruta D6 (Wundheilung von Gelenkverletzungen) je 3x tägl. 1 zerpulverte Tablette oder 5 Globuli (ohne Fressen ins Maul geben);
ab 15. Tag Calcium fluoratum D6 und Silicea D6 je 3x täglich (unterstützen den Aufbau von Sehnen- und Bandgewebe)



Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

PS:

zur Unterstützung beim Laufen gibt es Gehhilfen (gibt´s beim Tierarzt oder im internet):
Vielleicht hat Ihr Tierarzt ) eine Gehilfe zum Ausprobieren vorrätig oder kann Ihnen eine bestellen. Hier kann man Gehilfen bestellen (große Preisunterschiede):
http://premiumtierfutter.tradoria-shop.de/p/322235031/wdt-gehhilfe-handycap-canis
http://www.heimtierbedarf-zwiesel.de/index.php?cPath=1_42
Vielleicht können Sie aber auch erstmal einfach ein Tuch unterm Bauch Ihres Hunde durchführen und die beiden Enden in die Hand nehmen, um auszuprobieren, wie Ihr Hund auf eine Unterstützung reagiert.

Es gibt auch Rollwägen für Hunde, mit denen sich viele noch recht gut bewegen können: http://www.hunderollwagen.de/

Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.