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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12819
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Ich habe eine Katze die ca 4 Jahre alt ist, habe sie 1 Jahr,

Kundenfrage

Ich habe eine Katze die ca 4 Jahre alt ist, habe sie 1 Jahr, und mußte feststellen sie leidet an Epilepsieanfälle. Wie kann ich ihr trotzdem das Leben so angenehm machen. Die Anfälle kommen alle 3 Monate und sie leidet sehr darunter.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo,

zunächst sollte man - so wie von Ihnen schon gemacht- abklären, ob es möglicherweise organische Ursachen gibt:
Insbesondere folgende organische Ursachen kommen für die Anfalle Ihrer Katze in Frage:
-schwere Stoffwechselstörungen, z.B. Urämie (Anreicherung von Harnstoff im Blut durch Niereninsuffizienz), Leberstörung oder Diabetes, in den meisten Fällen fällt ein erhöhter Durst auf, Schilddrüsenüberfunktion (bei älteren Katzen häufig, dann oft Gewichtsverlust trotz gutem Fressen)...Diagnose durch Blutuntersuchung
-Infektionen , dann oft Fieber (d.h. rektal gemessen über 39°) und nahezu immer Allgemeinstörungen;
-Sauerstoffmangel durch Herzfehler oder zu wenig rote Blutkörperchen (dann würen bläulich-blasse Schleimhäute, Kurzatmigkeit, schnelle Erschöpfung etc. auffallen)
-Hirnveränderungen (z.B. Hirntumor, Wasserkopf),
- Hirndurchblutungstörung/Schlaganfall

In vielen Fällen findet man aber so wie bei Ihrer Katze trotz gründlicher Untersuchung keine Ursache für die Krämpfe und kann nur symptomatish behandeln. Als Dauerbehandlung nimmt man Luminaletten (Phenobarbital), im akuten Anfall Valium (Diazepam). Außer mit Luminal alleine kann man zusätzlich (Luminaldosierung dann oft runtersetzbar) mit Kaliumbromid behandeln. Auf Luminaletten als Monotherapie (alleine gegeben) sprechen etwas über 50% der Epileptiker gut an.
Als noch tolerabel gelten 4 leichte Anfälle pro Jahr. Wenn mehr Anfälle im Jahr auftreten oder diese nicht mehr als "leicht" einzustufen sind, sollte man Medikamente einsetzen (Beginn mit Phenobarbital). Wenn man mit Medikamenten angefangen hat, muß man sie in der Regel lebenslang geben.
Eine Dauer von 2 Minuten Anfall gilt als leicht, längere Anfälle oder mehrere hintereinander aber als gefährlich (kann Status epilepticus = Dauerkrampf draus werden). So wie ich Sie verstehe sind die Anfälle eher als schwer und belastend einzustufen und sollten daher behandelt werden.

In der Regel wird Phenobarvbital (Luminaletten) verwendet. Falls dies nicht reicht zusätzlich Kaliumbromid.

Dosierungen: Phenobarbital: 1 -8 mg/kg KG 2 x täglich (voller Wirkungseintritt erst nach 2 Wochen); Kaliumbromid : 20 - 40 mg/kg Körpergewicht 1x täglich oral.
Die genauen Dosierungen (einschleichend beginnen) müssen individuell an Hand der Serum-Medikamentenspiegel eingestellt werden (durch Blutuntersuchungen).
Wichtig im Anfall ist, Gegenstände an denen Ihre Katze sich verletzen könnte, möglichst schnell zu entfernen.
Im akuten Anfall, insbesondere bei längeren Krämpfen (längere Dauer als 5 Minuten oder mehrere Anfälle kurz hintereinander) ist oft Diazepam (als Zäpfchen, rectal-tube oder Tropfen, so wie Sie es ja schon geben) hilfreich,

Sind die Pupillen Ihrer Katze gleich groß? Verkleinern sie sich bei Lichteinfall auf beiden Seiten gleich und werden sie bei Dunkelheit beide gleich schnell wieder größer. Falls nicht, wäre dies ein Zeichen für ein zentrales (Gehirn-)problem.

Bei einer bakteriellen Infektion wäre die Gabe von Antibiotika sinnvoll,
bei Gehirnveränderungen mit Schwellung wäre Cortison sinnvoll
bei Durchblutungsstörungen (insbesondere des Gehirns) ist Karsivan (intervet, Tierarzt) oft ein gutes Mittel.

Unterstützend könnten Sie auf jeden Fall :
- Viatamin B-Komplex (z.B. VMP-Tabletten, Pfizer, gibt´s beim Tierarzt),
- Karsivan und
- Conium D6 3x täglich geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit 1 Tl. Katzenmilch ins Maul geben
-außerdem Cuprum D6 und Zincum D6 je 1x täglich geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern mit Spritze mit etwas Wasser ins Maul geben ),
- im Anfall (besonders starkes Zucken): Belladonna D6 alle 2 Minuten sowie alle 10 Minuten (bis wieder alles normal) 5 Bachblüten Rescue-Tropfen (angstreduzierend).
-B-Vitamine (als Tabletten oder Tropfen, z.B. vom Tierarzt)

Prüfen Sie bitte sicherheitshalber auch noch mal zu Hause in entspannter Atmosphäre Folgendes:
- rektal die Temperatur (normal 38° - 39°)
- die Schleimhautfarbe (Lid, Maul, sollte rosa sein wie bei uns)
- einige Reflexe:
- - Pupillarreflex (Licht führt zu gleichzeitigem und gleichmäßigem Verkleinern der Pupillen)
- - Patellarreflex (Reaktion auf Schlag auf Kniescheibensehne, normale Reaktion: Bein schnellt nach vorn)
- - Analsphinkterreflex (Reaktion auf Berührung des Afters, normal: Verschluss des After)
- - Fähigkeit des Schwanzwedelns
- - Korrekturreflex: Pfoten der Hinterbeine beugen (Oberseite der Pfote zum Boden) Normal: Katze nimmt sofort wieder normale Stellung ein
- - Zwischenzehenreflex: festes Kneifen der Zwischenzehenhaut: Normal: soll zu Anziehen des Beines führen
- - Fußungsreflex: Katze hängend (Kopf oben) mit Hinterbeinen, Fußrückenseite) gegen Tischkante führen, Normal: Katze soll sofort mit dem Fuß versuchen auf den Tisch zu treten

Falls Sie deutliche Störungen feststellen, sollten Sie bitte noch mal zum Tierarzt gehen und Ihre Katze noch mal intensiv bzgl. Herz-Kreislauf, Reflexprüfungen und Organauffälligkeiten untersuchen lassen. Sollten sich die Anfälle mehrfach wiederholen, würde ich für Ihre Katze Luminaletten verschreiben lassen (allerdings Wirkung erst nach 1-2 Wochen).



Viel Glück!

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12819
Erfahrung: Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo Dr. Kind die Info war hilfreich, nur eine Frage wie verträgt es sich mit Leber und Niere, greifen die Tabletten sehr die Organe an?
Bei Tinka stelle ich fest sie ist sehr unruhig, deshalb ist sie auch meine Wilde Hummel, kann dies auch mit ihren Anfällen zusammenhängen?
MfG
Christiana Hadji
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo,

war bei den Blutuntersuchungen auch die Schilddrüse (T4-Wert) dabei? Auch eine Überfunktion der Schilddrüse (Tiere dann oft sehr unruhig) kann epileptische Anfälle begünstigen.

Phenobarbital ist normaler Weise recht gut verträglich. Nur bei schweren Funktionsstörungen von Leber und Niere darf das Mittel nicht gegeben werden, da es dann zu Störungen der Ausscheidung des Mittels und Kumulation (Anreicherung) im Körper kommt.

Freundliche Grüße & danke für die positive Wertung,

Udo Kind

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