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Kleintierärztin
Kleintierärztin, Tierärztin
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 3376
Erfahrung:  Tierärztin seit 2004, derzeit tätig in Kleintierklinik, Blutegeltherapeutin
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Kleintierärztin ist jetzt online.

Guten Tag. Unser Cockerspaniel ( Rüde schwarz 2,5 Jahre- kerngesund)

Kundenfrage

Guten Tag. Unser Cockerspaniel ( Rüde schwarz 2,5 Jahre- kerngesund) hat seit ca 3 -4 Wochen vor dem Hinterlauf an der Seite und 3 cm von der Rückenmitte ein mittelweiches Ei (etwa Haselnusgross) das sich unter der Haut verschieben läßt. Es scheint ihn nicht zu stören. Nach meinen Informationen kann es ein "Fibrom" sein.
Mein Tierarzt sagt (telefonisch) "so etwas nehmen wir immer heraus. Im Sommer ist es besser als im Winter, weil es dann schneller heilt".
Die Behandlung soll 1 Stunde dauern und ca. 200 € kosten.

Frage: ist die Vorgehensweise richtig und der Preis gerechtfertigt.

Frage: geht es auch von selbst wieder weg?

Eine zusätzliche Frage:
Ist Ihnen bekannt ob eine Behandlung mit frischen Leinsamenöl ein wiederauftreten positiv verhindert (Auch solche Berichte findet man im Netz)

Mfg
Peter Krehan
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Tag,

hat Ihr Hund vielleicht an der betroffenen Stelle in den letzten Woche eine Injektion erhalten oder ist Ihnen dort eine Verletzung aufgefallen? Es könnte sich auch um ein Spritzengranulom oder auch eine Zyste bzw. einen Abszess nach einer kleineren Verletzung oder auch einem Zeckenbiss handeln. Dies gibt häufig auch solche "Eier", die langsam zurückgehen.

Ich würde eine solche Umfangsvermehrung immer erst punktieren (dies ist mit einer einfachen Spritze und Kanüle ohne Narkose möglich) um zu sehen, was für ein Inhalt in der Umfangsvermehrung ist. Häufig handelt es sich auch nur um Lipome (Fettgeschwulste), welche sich anhand einer solchen Feinnadelbiopsie leicht mikroskopisch diagnostizieren lassen.

Cocker Spaniel neigen auch zur Ausbildung von Talgdrüsengeschwulsten (Atherome), welche ebenfalls harmlos sind und ähnlich wie Lipome nur entfernt werden müssen, wenn sie aufgrund Ihrer Größe stören oder sich infizieren.

Sollte der begründete Verdacht auf ein Fibrosarkom oder einen anderen bösartigen Tumor bestehen sollte dieser so schnell wie möglich entfernt werden. Bei einem Fibrosarkom muss man etliche Zentimeter tief in das gesunde Gewebe schneiden, da Fibrosarkome wurzelähnliche Ausläufer ausbilden, die sehr tief ins gesunde Gewebe ziehen können. Verbleibt ein Rest, kommt ein solcher Tumor schnell wieder. Auch aus diesem Grund ist es häufig sinnvoll vorher eine Probe zu entnehmen und diese histologisch untersuchen zu lassen. Sollte es sich um ein Fibrosarkom handeln weiß man, dass man dieses sehr tief rausschneiden muss, bei einer harmlosen Umfangsvermehrung reicht "normale" Entfernung.

Mit Narkose und histologischer Untersuchung ist der Preis "normal", es kommt aber auch ein wenig darauf an, welche Narkose gewählt wird (Inhalation oder Injektionsnarkose), ob ein Venenkatheter (venöser Zugang) gelegt wird, ob eine Narkoseüberwachung (Monitoring) erfolgt, etc. Mit Inhalationsnarkose, Venenkatheter und histologischer Untersuchung komme ich bei uns auf 202 Euro. Wir berechnen im einfachen Satz der Gebührenordnung, es kann aber bis zum dreifachen Satz abgerechnet werden, so dass bis zu 606 Euro anfallen können.

Ich würde Ihnen empfehlen die Umfangsvermehrung erst einmal punktieren zu lassen (mit mikroskopischer Untersuchung), bei begründetem Verdacht sollte dann operiert werden.

Die Behandlung mit Leinsamenöl ist mir nicht bekannt, im Zweifelsfall würde ich es unterstützend ruhig mal versuchen. Bei diagnostizierten Fibrosarkomen empfiehlt sich aufgrund der hohen Bösartigkeit dieser Tumore eine Bestrahlung oder Chemotherapie unterstützend zur chirurgischen Entfernung.

Alles Gute für Ihren Hund
Kleintierärztin und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo, Ich hatte gestern noch mal nach der erfahrungsmäßigen Verteilung gefragt- Wie oft gibt es Fibromsakom bei jungen Hunden.
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

leider ist Ihre Rückfrage gestern nicht bei mir angekommen, so dass ich Ihnen erst jetzt antworten kann.

Fibrosarkome kommen in der Regel hauptsächlich bei älteren Hunden vor, bei jüngeren Tieren sind sie sehr selten und meist noch schwach differenziert. Ausgeprägte Fibrosarkome sind beim Junghund sehr selten, können aber vorkommen.

Auch aus diesem Grund würde ich die Umfangsvermehrung zunächst genauer untersuchen, da ein Fibrosarkom nicht unbedingt die wahrscheinlichste Ursache ist.

Gute Besserung für Ihren Hund
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Danke und einen schönen Tag für Sie
LG Peter Krehan aus Hamburg
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ihnen auch einen schönen Tag und weiterhin alles Gute für Ihren Hund