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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Bei meinem Hund wurde vor einiger Zeit Anaplasmose festgestellt,

Kundenfrage

Bei meinem Hund wurde vor einiger Zeit Anaplasmose festgestellt, weshalb er zwei mal einen Monat lang Ronaxan bekommen hat. Danach habe ich lange versucht seinen Darm wieder in Ordnung zu bekommen (Schonkost, SymbioFlor1, Probiotische Darmflora Tabletten etc.) nun wurde bei ihm eine starke Erhöhung der Muskelwerte festgestellt, weshalb er Kortison (seit 21 Tagen 5mg Prednisolon pro Tag) bekommt. Und jetzt hat er wieder Blähungen, Durchfall (mind. doppelte Menge Kot und 5 mal am TAg groß mit etwas Schleim) und er nimmt täglich ab. Was kann ich ihm da am Besten geben damit die Nebenwirkung des Kortisons gemindert wird? Ist es eine Nebenwirkung des Kortisons?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

normalerweise führt Kortison nicht zu Durchfall.

Möglich wären insbesondere infektiöse Ursachen (Cortison schwächt etwas die körpereigene Abwehr) oder auch Störungen von Seiten der Bauchspeicheldrüse (dann oft große Kotmenge ) . Der Gewichtsverlust könnte durch den Durchfall und die daraus oft folgende Austrocknung bedingt sein.

 

24 Stunden sollten Sie Ihrem Hund nichts zu fressen geben. Trinken öfter kleine Mengen erlaubt. Der Magen-Darm muss zur Ruhe kommen (Rückgang der Entzündung), bevor wieder etwas gegeben wird.

Durchfall hat meistens eine der folgenden Ursachen:

-leichte Darmentzündung durch ungewohntes oder zu kaltes Futter
-infektionsbedingte Entzündungen der Darmschleimhaut (meist viral oder bakteriell, dann manchmal erhöhte Temperatur also über 39 Grad, außerdem Parasiten, wann war die letzte Entwurmung?) Häufige Durchfallursache sind auch Giardien (einzellige Parasiten), Nachweis durch Kotuntersuchung
-teilweise Darmverstopfung durch Fremdkörper oder Tumore (eher selten)
-Verdorbenes gefressen oder sogar Vergiftung (sinnvolle Reaktion des Körpers, um das Verdorbene / das Gift rauszubringen)
-starke Verwurmung (insbesondere bei Jungtieren)
-Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Schmerz, oft auch häufiges Brechen)
-Organerkrankungen (Niere, Leber, Schilddrüse...) oder Herzerkrankungen
.
Wie geht es Ihrem Hund denn vom Allgemeinbefinden her? Bitte zum Tierarzt gehen, insbesondere wenn:
-die Schleimhäute blasser sind als sonst (Augenschleimhaut weißlicher oder gelblich (Leber); Maulschleimhaut: Kapillarfüllungszeit länger als 2 Minuten, d.h. wenn man auf die rosafarbene Maulschleimhaut mit einem Finger drückt wird sie blaß und muß dann innerhalb von höchstens 2 Sekunden wieder roa sein, eine mit den Fingern gezogene Hautfalte verstreicht nicht sofort (alles Zeichen für Austrocknung, Infusion nötig)
-Ihr Hund sich immer wieder mit Durchfall quält
-Temperatur (rektal gemessen) außerhalb des Normalbereichs von 38° bis 39° ( Achtung: Untertemperatur ( unter 37,5° wäre besorgniserregender als etwas Fieber, Temperaturen oberhalb von 39,5° deuten auf schwerere Infektionen)
-das Allgemeinbefinden Ihres Hundes sehr gestört ist (länger andauernd sehr ruhelos oder zieht sich vollkommen zurück) .
-der Hund in letzter Zeit öfter Durchfälle hatte
-im Kot Blut zu sehen ist
-der Bauchumfang stark zunimmt , der Bauch hart und angepannt ist
-Ihr Hund immer wieder seinen Bauch leckt (Hinweis auf Schmerzen)

Sobald eines dieser Zeichen eintritt, müssen Sie baldmöglichst zum Tierarzt! Dieser gibt dann je nach Lage Infusionen, Schmerzmittel, Antibrechmittel, Antibiotika, Mittel gegen Übersäuerung...

Sollte Ihr Hund trotz der beschriebenen Maßnahmen immer noch wiederholten Durchfall haben ist zur Abklärung der Ursachen ist ein Tierarztbesuch sinnvoll, denn zur Ursachenklärung sind Kot- und Blutuntersuchung und ggf. auch Röntgenaufnahmen/Ultraschall nötig. Die Behandlung der verschiedenen Ursachen ist logischerweise verschieden, da an die Ursache angepasst.

Heute würde ich kein Futter mehr geben und frühestens morgen früh mit leicht verdaulichem Futter (z.B. mageres Geflügelfleisch, Hüttenkäse, Reis) in kleinen Portionen beginnen. Wenn Kot dann wieder normal: allmähliche Umstellung auf Normalfutter. Ins leicht erwärmte Trinkwasser sollten Sie möglichst etwas Elektrolytpulver (z.B. Rehydration support von waltham, gibt´s beim Tierarzt) geben. Achtung: darauf achten ob Ihr Hund das angereicherte Wasser mag.

Unterstützend könnten Sie Nux vomica D6 (morgens und nachmittags) und Podophyllum D6 (vormittags und abends) geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit Spritze mit Wasser ins Maul geben), bei Kreisaufschwäche sind Veratrum album D6 3x täglich 1 Tablette und Bachblüten-Rescue-Tropfen (3x täglich 4 Tropfen mit etwas Wasser) oft hilfreich.

Außerdem wäre die Gabe von Diatab sinnvoll (schützt die Schleimhaut , bindet Bakterien und Viren (in gewißem Maß), enthält Elektrolyte) , alfavet, gibt´s beim Tierarzt oder über´s internet. Ein weiteres gutes Durchfallmittel ist Dystikum (albrecht). Bei massiver bakterieller Erkrankung bräuchte Ihr Hund aber ein Antibiotikum, bei Giardien Panacur oder Metronidazol, bei Pankreasproblemen u.a. Pancreasenzyme. Um eine spezifische Therapie einleiten zu können, ist eine tierärztliche Untersuchung bei wiederholtem Durchfall unbedingt notwendig.
Stullmisan (ein pflanzliches Mittel) gibt es öfter freiverkäuflich (Apotheke) und ist manchmal auch gut wirksam..

Weiterhin sollten Sie Ihrem Hund noch eine Wärmflasche anbieten (wirkt oft beruhigend auf Darm).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und bitte Sie, daran zu denken auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

 

 

Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

PS: wegen der Anaplasmose und der Gabe von Ronaxan:

 

Wie lange ist die Gabe her ? (Ronaxan kann zu Brechen und Durchfall führen)

 

Wurde das Blutbild und die Leberwerte untersucht? Gab es dort Veränderungen? (oft Leukopenie (zu wenig weiße der Abwehr dienende Blutkörperchen); Anämie (zu wenig dem Sauerstofftransport dienende rote Blutkörperchen), Thrrombozytopenie (zu wenig der Blutgerinnung dienende Blutplättchen))

Man könnte evtl. noch das Mittel Imidocarb (Imizol, nur über internationale Apotheke beziehbar) versuchen, diese Mittel ist aber leider ziemlich nieren- und lebertoxisch.

Ich würde das Immunsystem Ihres Hundes unterstützen mit:
- Zylexis-Injektionen
- ImmustimH Tabletten,
- Vitamin-B-Komplex
- Echinacea D1 3x tgl 5 Globuli.
Leider ist die Prognose bei der Anaplasmose immer vorsichtig zu stellen, da es einzelne therapieresistente Fälle gibt.

Viel Glück!

Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Na ja, was den Gewichtsverlust angeht den hat er seit ein paar Wochen stetig, das ist dann nicht austrocknungsbedingt oder? Er trinkt durch das Kortison sehr sehr viel aber das heißt ja nichts oder? Er hat schon länger ständig mit größeren Kotmengen zutun, ist das ein Zeichen für Bauchspeicheldrüse? Ich habe ein großes Blutbild machen lassen, wäre das darauf nicht zu sehen gewesen? Was von den angegebenen Mitteln hilft am Besten wenn es die Bauchspeicheldrüse ist?
Ich kann dem Hund nicht 1 Tag lang keine Nahrung geben weil er schon so dünn geworden ist, dass ihm das nicht gut tun würde! Ich gebe ihm momentan Schonkost, selbstgekochtes Hühnchen mit Karotten und Milchreis mit Wasser gekocht...
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Die letzte Gabe Ronaxan war Mitte Dezember bis Mitte Januar, also schon etwas her. Danach hat es lange gedauert aber dem Darm ging es wieder etwas besser. Leider weiß man ja auch bei der Anaplasmose nie so genau wie stark sie gerade ist. Der Titer war beim letzten Blutbild (Ende März) runter auf 40 aber das heißt ja leider nichts. Wie merke ich wie stark noch die Anaplasmose bei ihm ist?
Dieses Mittel Imidocarb, kriegt das die ANaplamose ganz weg? Oder auch "nur"wie das Ronaxan runtergefahren? Wenn das lebertoxisch wirkt, ich muss ihm ja Kortison geben, wegen der Muskelentzündung, dann sollte ich das wahrscheinlich nicht kombinieren?!
Ich gebe ihm jetzt seit zwei Wochen Cistus, das soll ja auch gegen die Anaplasmose helfen, könnte das zum Durchfall führen?
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

zur Unterstützung der Bauchspeicheldrüse könnten Sie Nux vomica D6 und Haronga D6 je 3x tgl. geben. Bei Insuffiziens muß man aber oft auch die Enzyme ersetzen (z. B. mit Pancrex-Vet). Blutuntersuchung auf Insuffiziens durch speziellen Bluttest (TLI-Test, muß dafür nüchtern sein!)


Gewichtsverlust trotz erhöhtem (oder normalem) Appetit kann bei Ihrem Hund insbesondere folgende Ursachen haben:

-Überfunktion der Schilddrüse (steht ständig unter Strom, verliert Gewicht meist trotz normalen oder sogar guten/vermehrten Fressens, in späteren Stadien manchmal aber auch wenig Appetit. Gab es bei Ihrem Hund früher eine Phase mit vermehrtem Appetit?)
-Zucker (meist deutlich vermehrter Durst)
-Nierenprobleme (z.B. Niereninsuffiziens, dann meist auch vermehrter Durst; hoher Eiweißverlust über die Niere durch zu große "Filterporen")
-Verdauungsstörungen (schlechte Futteraufnahme durch den Darm)
-Bauchspeicheldrüsenunterfunktion (Prüfung durch TLI-Test, Blut)
-Tumorerkrankung, Metastasen
-extremer Dauerstress

Wie viel wiegt der Hund denn und wieviel trinkt er am Tag? 20 - 60 ml Wasseraufnahme (einschließlich Wasser aus Fressen) pro kg Körpergewicht sind normal.

Gehen Sie bitte noch mal zu Ihrem Tierarzt. Er kann mit Hilfe von Blut- und Urinuntersuchungen (bitte gleich Urin mitbringen, vor Blutabnahme möglichst nüchtern), evtl. auch Röntgen (meist) die Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie einleiten. Beim Urin sollte insbesondere bei gesteigertem Durst spezifisches Gewicht (Feststellen/Ausschluss u.a. Diabetes insipidus) Harnstatus und Harnsediment (Blasenentzündung) bestimmt werden. Außerdem erhält man vom Urin mit Hilfe des Cortisol/Kreatinin-Quotienten einen Aufschluss darüber, ob ein Cushing vorliegen könnte. Beim Blut wäre ein Geriatrieprofil (Gluccose, Fructosamin, Leber- und Nierenwerte, Schilddrüse sowie Blutbild ) sinnvoll.

Freundliche Grüße & danke für´s Akzeptieren,

 

Udo Kind

 

PS: aich mit Imidocarb bekommt man Anaplasmose meist nicht dauerhaft weg.

Manchmal muß man bei Medikamentengabe Kompromisse schließen. Wie es bei Ihrem Hund am Besten ist, kann man nur auf Grund konkreter Blutuntersuchung entscheiden.

 

Viel Glück!

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
O.k. schon mal Danke vorab! Ich werde auf jeden Fall nochmal beim Tierarzt auf Zucker etc. testen lassen...Könnte es sein, dass er das Gewicht verliert (wie Sie geschrieben haben aufgrund von Nierenproblemen) weil ja das Kortison sich auf die Niere auswirkt?

Vielen Dank
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

Kortison führt normalerweise eher zur Gewichtszunahme. Negative Auswirkungen auf die Niere sind sehr selten. ( weitere Infos: http://www-vetpharm.uzh.ch/wir/00000005/0248__F.htm )

 

Freundliche Grüße & danke für´s Akzeptieren,

 

Udo Kind