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Kleintierärztin
Kleintierärztin, Tierärztin
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 3376
Erfahrung:  Tierärztin seit 2004, derzeit tätig in Kleintierklinik, Blutegeltherapeutin
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Kleintierärztin ist jetzt online.

Hallo, wir erwägen unsere 4Jährige Hündin (Mischung Jack Russel/Frz.

Kundenfrage

Hallo, wir erwägen unsere 4Jährige Hündin (Mischung Jack Russel/Frz. Bulldogge) totaloperieren zu lassen, da sie wenn Sie läufig ist unheimlich leidet, der Blutfluss ziemlich stark ist und sie für ca. 4 Wochen total aus der Reihe ist.
Je näher der Termin rückt (Donnerstag) desto unsicherer werden wir...
Tun wir dem Tier was gutes oder schlechtes an?
Würde eine Sterilisation reichen oder ist das mit der OP eine gute Entscheidung?
Dem Hund geht es ansonsten sehr gut, hat keinerlei Probleme ist nie krank...
Dazu kommt das die Tierärtin mich darauf aufmerksam machen musste, dass sich als evtl. Komplikation eine Inkontinenz einstellen könnte, ist das Risiko bei der OP.
Wir sind ziemlich zerrissen...bräuchten dringend Rat...
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Abend,

ich kann Ihre Bedenken und Zweifel gut verstehen, da diese Fragen viele Tierbesitzer vor einer solchen Entscheidung plagen.

Hat eine junge Hündin bereits Probleme mit der Läufigkeit oder anschließenden Scheinträchtigkeiten rate ich den Tierbesitzern in der Regel immer zu einer Kastration, soweit keine Zucht mehr geplant ist.

Es gibt mehrere Gründe, die für die Kastration der Hündin sprechen. Zum einen wird der Hündin der Stress durch die Läufigkeit erspart, zum anderen besteht bei unkastrierten Hündinnen ein sehr hohes Risiko irgend wann einmal an einer Gebärmutterentzündung zu erkranken, soweit sie nicht regelmäßig (also alle 2 - 3 Jahre) gedeckt wird. Dies ist für mich eines der wichtigsten Argumente für eine Kastration.

Zu guter letzt bleibt Ihnen natürlich die nervige Blutung und liebestolle Rüden erspart. Alles in allem viele gute Gründe für eine Kastration.

Als Nachteile kann man in gewisses Risiko der Harninkontinenz und die gelegentliche Entwicklung von "Babyfell" nennen. Letzteres betrifft allerdings nur langhaarige Hunde. Das Risiko der Inkontinenz betrifft bis zu 20 % der Hündinnen und tritt häufig erst Jahre nach der Kastration auf. Diese Form der Inkontinenz lässt sich normalerweise sehr gut medikamentös behandeln. Man führt dies teilweise auf den durch die Kastration entstandenen Östrogenmangel zurück, andererseits wird ein Nachlassen des Harnröhrenverschlussdrucks als Ursache benannt.

Meist wird der Wirkstoff Ephedrin (z.B. Caniphedrin) zur Behadlung solcher Inkontinenzen verwendet. Bei den meisten Hündinnen kann die Inkontinenz mit diesen Präparaten erfolgreich therapiert werden, es ist allerdings eine dauerhafte Gabe der Medikamente notwendig. Die Verträglichkeit ist in der Regel sehr gut.

Bei der Kastration werden sowohl Eierstöcke als auch Gebärmutter entfernt, bei der Sterilisation nur die Eierstöcke. Letztere hat jedoch keine Vorteile, es besteht weiterhin das Risiko, dass die Hündin an einer Gebärmutterentzündung erkranken kann.

Ich komme in der Regel mit einem 3 - 6 cm langen Hautschnitt aus, so dass auch die Wunde nach der Operation keine Probleme darstellt.

Ich hoffe ich konnte Ihnen ein wenig helfen.

Alles Gute für Ihre Hündin
Kleintierärztin und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vieln Dank, Sie haben mir sehr geholfen!
Als letztes plagt mich noch eine Frage, kann es nach einer Kastrationzu auffälligen Wesensveränderungen kommen?
Noch einen schönen Abend
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

normalerweise kommt es zu keinen auffälligeren Wesensveränderungen. Wir beobachten häufiger, dass Hündinnen, die zuvor zu Aggressivität oder Ängstlichkeit während der Läufigkeit geneigt haben, nach der Kastration ausgeglichener sind. Manche Hündinnen werden etwas ruhiger. Sie machen allerdings durch die Kastration aus einem aufgedrehten Terrier keine "Schlaftablette". Ich persönlich kann mich an keinen Fall erinnern, an dem die Besitzer nach der Kastration über negative Wesensveränderungen geklagt hätten.

Alles Gute für Donnerstag