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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Hallo! hab nen Jack Russel Terrier, 5 Jahre alt...seit gestern

Kundenfrage

Hallo! hab nen Jack Russel Terrier, 5 Jahre alt...seit gestern abend ist der total abweisend..lag die ganze Nacht über auf´n Boden,auf seinem Bauch, die Beine sehr angespannt! Habe versucht ihn ein wenig ab zu tasten. Sein Bauch ist gehärtet, sobald ich ihn berühren will,fällt er mich an! Beim pinkeln hebt er nicht mal mehr das Bein! letzter Kotabgang war eher locker! Meiner Meinung nach ist sein Mundhöhle sowie die Zunge zu feucht, tendenz zu nass!Die Nase auch sehr nass, die Augen glänzend,weite Pupillen, doch die Augenwinkel sehr ausgetrocknet! Der Hund an sich sieht total erschöpft aus..die Schnauze eingefallen! Er hat sein gewöhnliches Futter bekommen, sowie seine Leckerlis! Ihm ist ein kleines Missgeschick passiert auf meiner Couch, hat etwas Kot abgelassen, dies passierte davor noch nie! Seit gestern Abend weder was gegessen, noch getrunken! Ich mache mir totale sorgen und hoffe das man hier weiter helfen kann und mir nen Rat gibt! Dankeschön im voraus!
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

die Probleme Ihres Hundes könnten u.a. folgende Ursachen haben:

1. (partieller) Bandscheibenvorfall v.a. im hinteren Lendenwirbelbereich, Zur Diagnose bitte baldmöglichst Reflexprüfungen, Schmerzprüfungen (Triggerpunkte) und eine Röntgenaufnahme (evtl. mit Kontrastmittel oder auch CT)) der Wirbelsäule machen lassen, (auch degenerative oder infektiöse Veränderungen in diesem Bereich könnten zu den Ausfällen führen, Beginn aber nicht so plötzlich).

2. starke Bauchschmerzen durch Organstörung

2. Thrombembolien führen zu einem sog. Rückenmarksinfarkt
Ausfall hängt ab vom Ausmaß des von der ungenügenden Blutversorgung betroffenen Nervengewebes ab.

3. Stoffwechselstörung (z.B. kurzfristige Unterzuckerung, Störungen im Eiweißstoffwechsel), falls man beim Röntgen nichts findet: bitte Geriatrieprofil machen lassen (Blutuntersuchung, die alle Organe sowie Blutbild erfasst, evtl. auch Urinuntersuchung). War der Durst in letzter Zeit verändert?

-Veränderungen im Hirnbereich (v.a. raumfordernde Prozesse, kleinere Hirnblutungen, die wieder resorbiert werden), selten
-Reizleitungsstörungen durch Nervenstoffwechselstörung

4.Auch ein Herzkreislaufproblem wäre evtl. möglich (Schleimhautfarbe rosa oder blaß-bläulich?)

5. Schlaganfall - Hirndurchblutungsstörung

War/ist die Temperatur normal (d.h. rektal 38° - 39°) oder liegt Untertemperatur/Fieber vor? (bie rektal messen), war/ist die Schleimhautfarbe verändert? Die rektal gemessene Temperatur sollte zwischen 37,5° und 39° liegen, bei Untertemperatur wäre eine Infusion nötig.

Zur Diagnose sind oft Reflexprüfungen und Röntgenaufnahme erforderlich. Falls man dabei nichts findet: Herz- und Blutuntersuchung.

Einige Reflexe können Sie auch selbst kontrollieren:
- Lid- und Hornhautreflex: Annäherung oder leichte Berührung führ zu sofortigem Schließen des Auges
- Pupillarreflex: Licht führt zu beidseitig gleichem Verengen der Pupillen, Dunkelheit zu Vergrößerung
- Patellarreflex (Reaktion auf Schlag auf Kniescheibensehne, normale Reaktion: Bein schnellt nach vorn)
- Analsphinkterreflex (Reaktion auf Berührung des Afters, normal: Verschluss des After)
-Fähigkeit des Schwanzbewegens (kann Ihr Hund den Schwanz normal bewegen?)
- Korrekkturreflex: im Stehe: Pfoten der Hinterbeine beugen (Oberseite der Pfote zum Boden) Normal: Hund nimmt sofort wieder normale Stellung ein
--Zwischenzehenreflex: festes Kneifen der Zwischenzehenhaut: Normal: soll zu Anziehen des Beines führen (= Reflexbogen erhalten) aber unbedingt auch zu Reaktion des Tieres (z.B. schauen, Schmerzempfinden ungestört) führen
--Fußungsreflex (falls vom Gewicht her möglich): Hund hängend (Kopf oben) mit Hinterbeinen, Fußrückenseite gegen Tischkante führen, Normal: Hund soll sofort mit dem Fuß versuchen auf den Tisch zu treten

Bei Auffälligkeiten bitte baldmöglichst tierärztliche Untersuchung.

Ob ein Schmerzmittel eine sinnvolle Behandlung wäre kann nur ein Tierarzt vor Ort in der Regel mit Hilfe von Röntgenaufnahmen entscheiden.

Bei den Schmerzmitteln für den Bewegungsapparat und die Wirbelsäule haben sich v.a. die NSAID (nicht cortisonhaltige entzündungshemmende Schmerzmittel) bewährt, hier insbesondere:
- Carprofen (z.B. Rimadyl)
- Meloxicam (z.B: Metacam)
- Firocoxib (z.B. Previcox)
-Robenacoxib (Onsior)
Alle wirken entzündungs- und schmerzstillend sowie abschwellend. Sie sind nur beim Tierarzt erhältlich.Die in der Humanmedizin gebräuchlichen Schmerzmittel (z.B. ASS (Aspirin), Paracetamol und andere) sollten nicht gegeben werden, da sie ein deutlich höheres Nebenwirkungsrisiko beim Hund haben.
Welches Mittel am besten wirkt, muß man ausprobieren. Sie greifen an verschiedenen Stellen der Entzündungs- und Schmerzentstehung an und welcher Angriffspunkt der Effektivste ist, hängt individuell vom zu behandelnden Tier ab.
Gleiches gilt für die Nebenwirkungen. Am häufigsten sind Durchfälle, in seltenen Fällen sogar blutig. Welches Mittel am besten vertragen wird ist individuell verschieden.
Bei jeder Gabe von Schmerzmitteln muß man darauf achten, daß sich der Hund -seiner Schmerzen entledigt- nicht zu heftig bewegt (Leinenzwang) und dadurch die eigentliche Genesung behindert.
Bei akuten Bandscheibenvorfällen müssen zum Abschwellen im Anfangsstadium manchmal auch Cortisone (einmalige hohe Dosierung) gegeben werden, dies kann nur der Tierarzt vor Ort entscheiden; ebenso auch ob operative Verfahren oder andere Medikamente angezeigt sind
Wahrscheinlich ist kurzfristige Gabe von Cortison (wirkt abschwellend, nimmt Druck von Nervengewebe) und später das hirndurchblutungsfördernde Karsivan (intervet) hilfreich.

Unterstützend könnte noch folgende Arznei gegeben werden (keinesfalls einen Tierarztbesuch ersetzend):
-Canosan (Boehringer, bänder- und sehnenstabiliierend, enthält Gonex und Glykosaminoglykane, erhältlich beim Tierarzt)
-Nux vomica D6 3x tägl 1 zerpulverte Tablette oder 5 Globuli (evtl. mit etwas Wasser, aber ohne Futter) ins Maul Ihres Hundes geben. 14 Tage, dann evtl. Umstellung auf Rhus toxicodendron D6 3 x täglich 1 Tablette., in den ersten 3 Tagen zusätzlich Arnika D6 3 x täglich. Außerdem Hypericum D4 3x täglich
-Vitamin B geben(z.B. VMP-Tabletten, Pfizer, Tierarzt)
- Bachblüten-Rescue-Tropfen 4 Tropfen auf die Zunge (wirken angstreduzierend) sowie

Als schmerzmittel könnten Sie Metamizol (Novalgin, Novaminsulfon) 25mg/kg geben, aber am Besten wäre baldmöglichst eine tierärztliche Untersuchung, damit gezielt behandelt werden kann.


Viel Glück!

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und bitte Sie, daran zu denken auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind