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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12819
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Ich habe einenn 13 Monate alten Schäferhundrüden und eine 7

Kundenfrage

Ich habe einenn 13 Monate alten Schäferhundrüden und eine 7 Jahre alte Katze. Leider habe ich die richtige Zusammenführung verpasst. Seinerseit sagte man uns, dass die Katze lieber nicht in seine Nähe sollte. Der Schäferhund stellt keine Nackenhaare auf, wenn er unseren Kater sieht. Die Spaziergänge erfolgen immer mit unserem Kater. Doch es wird Winter und der Kater soll mit ins Haus. Ich weis nicht, wie ich beide richtig aneinander gewöhnen soll.
Bitte dringend um Hilfe
Edith Voß mit Hund Jerry und Kater Henry
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,


Folgende Methoden haben sich bewährt:
A) Verhaltenstraining
1. Vor dem Zusammenlassen:
- Pheromonaustausch zwischen Hund und Katze (Mit Wattebausch oder Zellstoff über die Haut der Unterkieferäste streichen - dort haben die Tiere Duftdrüsen, mit denen sie Gegenstände mit ihrem Eigengeruch markieren- , anschließend wird der so gewonnene
Duftstoff auf dem Rücken und der Schulter des anderen Tieres verteilt
dann das jeweilige Tier sofort loben und füttern (so wird der Duft des anderen Tieres mit Angenehmem verknüpft). Diesen Pheromonaustausch sollten Sie möglichst unmittelbar vor jeder Fütterung und möglichst auch vor anderen für die Tiere angenehmen Dingen (Schmusen, Streicheln, Spielen) durchführen.
-vor dem 1. Zusammenlassen sollten die Tiere zu etwa 2/3 gefüttert worden sein und möglichst schon gut bewegt also etwas müde sein. (Satt und ausgelastet streitet man weniger)

Zunächst Tiere auf Abstand: sobald das andere Tier sichtbar passiert gleichzeitig etwas sehr angenehmes (z.B. Lieblingsfutter). Fütterung des Hundes nur noch direkt nachdem er die Katze zu Gesicht bekam.

Gemeinsame Spaziergänge weiter durchführen, sehr gute Idee


Hund und Katze zunächst auf keinen Fall festhaltend zueinander bringen (Katze bekommt mehr Panik, da sie sich in die Enge getrieben und ausgeliefert fühlt; Hund wird noch wilder, da er sich unterstützt fühlt)

KATZE:
viel Zuwendung, Katzenminze, Lieblingsutter, Wärmflasche/Heizkissen, viele Versteckmöglichkeiten (insbesondere erhöhte Plätze, wo der Hund nicht hin kann), Katzenzimmer (dort Feliway, s.u.), in das der Hund nicht reindarf

HUND:

-zunächst sollten Sie Ihren Hund zu den Haupt-Katzenfütterungszeiten, nur an der Leine führen. Wenn Ihr Hund an der Leine vollkommen auf Sie hört, könne Sie ihn wieder frei laufen lassen und das Training genauso durchführen, wie in der ersten Phase mit Leine (evtl. Übergangsphase mit langer Leine).

-Allmähliche Desensibilisierung: Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen (Katze noch weit entfernt, anderes Zimmer oder sogar andere Etage) "Sitz" und "Platz", steigern Sie die Schwierigkeit (also die Entfernung zur Katze) ganz allmählich. Loben Sie ruhiges Verhalten (auch mit Trockenfutterbröckchen), ignorieren Sie Ihren Hund bei Unruhe (ziehen Sie Ihren Hund noch weiter von der Katze weg und lassen ihn Sitz machen lassen, dann sofort ). (später dann neues Training in einer noch etwas leichteren Situation). Verlegen Sie das Training allmählich in schwierigere immer nähere Zimmer). Das Training kann insgesamt einige Wochen dauern.

- Beschäftigen Sie allgemeinIhren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie die Ruhe und Ausgeglichenheit des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etwas zu konzentrieren und auf Sie zu hören. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)
-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Stoppen kann man ein Verhalten demzufolge nur bei Beginn (Nein und Sitz machen lassen). Wenn Ihr Hund in Stressituationen (anderer Hund) auf den Befehl zunächst nicht reagiert und aggressiv in Richtung der Katze zieht, sollten Sie mit "Nein", "Komm" und "Fuß" in eine andere Richtung gehen, als der Hund gezogen hat. Seine Aggression müssen Sie ansonsten unbedingt ignorieren (Kein Beruhigen, da es verstärkend wirkt); Zuwendung dürfen Sie Ihrem Hund erst wieder geben, wenn er sich beruhigt hat. Sitz machen lassen und ein paar Futterbröckchen geben.
-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").
-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, daß man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in den genannten Stresssituationen hilfreich.
-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)
1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben; sobald Ihr Hund sicher kommt, können Sie ihn auch in „Hundegegenden" wieder freilaufen lassen. Sobald Sie einen Hund sehen: Heranrufen Ihres Hundes, Sitz machen lassen, belohnen.
2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben
3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben
4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer
-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich) bzw. den Hund schnellstmöglich und ohne zu Reden aus der Situation führen ( evtl. muß man den Hund (ohne zu reden!, außer "Komm!") die ersten Meter hinter sich her ziehen), Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.

-Gut wäre natürlich auch der weitere Besuch einer Hundeschule, damit Ihr Hund möglichst gut auf Sie hört ; falls möglich Training (Sitz und Platz) in einer Gegend, in der es viele Katzen gibt.



B) Medikamente
Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit folgenden Medikamenten:
- Rescue-Bachblütentropfen weitergeben (4x täglich für 10-14 Tage )
- Feliway-Zerstäuber verwenden (enthält katzenspezifische beruhigende Wohlfühl-Duftstoffe , Gesichtspheromone, mit denen Katzen beim Köpfchenreiben von ihnen geliebte Dinge markieren, wird in die Steckdose gesteckt und gibt den für Menschen unriechbaren Duftstoff 4 Wochen lang ab; Ceva, gibt´s beim Tierarzt)
-Felifriend (ceva): katzenspezifischs Gesichts-Pheromon, wird auf Katze und Hund aufgetragen, so dass ein gemeinsamer Gruppengeruch entsteht

Falls Hund sich sofort auf Katze stürzt und er noch nicht so gut auf Sie hört, daß er in allen Situationen kommt und Platz macht , ist es sinnvoll sie für die ersten 3-7 Tage getrennt in 2 Räumen halten (oder in einem Raum, der durch Glaswand in 2 Hälften getrennt ist). In diesem Fall geht man dann wie folgt vor:
- Zusammenlassen nur bei Fütterung und zum Schmusen mit Ihnen . So wird die Anwesenheit des anderen Tieres mit positiven Dingen (gutes Futer, Schmusen) verknüpft. Den Hund müssen Sie dabei zunächst an der Leine haben.
- jeden 2. Tag die Schlafräume tauschen, so dass sich die Tiere an den Geruch der Neuendes anderen gewöhnen .
- Baldriantropfen und/oder Katzenminze in den Räumen verteilen (fördert Wohlbefinden) .
Man könnte auch das Angst reduzierende Selgian oder auch Clomicalm gegeben werden (Psychopharmaka, voller Wirkungseintritt oft erst nach 2-3 Wochen), am Besten unter Kontrolle eines verhaltenstherapeutisch arbeitenden Tierarztes.

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

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