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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Guten Abend, ich habe einen Golden Retriever 6 Monate weiblich

Kundenfrage

Guten Abend, ich habe einen Golden Retriever 6 Monate weiblich und finde keine Antwort auf die Kastration meiner Hündin Lilly, da die Meinungen sehr auseinander gehen.

Ist es besser vor der ersten Läufigkeit zu katrieren oder danach ??

Ich bin sehr unsicher .

Es wäre lieb wenn ich eine Antwort bekomme.

MFG
Biggi
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

eine Frühkastration vor erster Läufigkeit verringert das Risiko von Gesäugetumoren.

Vom Verhalten und der Gesamtentwicklung her ist eine Kastration erst nach der ersten Läufigkeit zu empfehlen.

Diese beiden Hauptargumente muß man für sich selbst gegeneinander abwägen.

Heilung ist etwa gleich.

Bei einer kastrierten Hündin treten Scheinschwangerschaften nicht mehr auf (wenn beide (!) Eierstöcke entfernt werden; vereinzelte Tierärzte lassen 1 Eierstock im Bauchraum, vor OP nachfragen). Es sinkt durch die Kastration das Risiko von:
-Gesäugeentzündungen
-Gesäugetumoren (es gibt auch Untersuchungen, die besagen, daß man bei scheinschwangeren Hündinnen dasGesäugetumorrisiko durch Kastration nicht mehr senken kann)
-einer unerwünschten Fehlbedeckung
- Kein Gebärmutterentzündungsrisiko

Es steigt durch die Kastratrion allerdings das Risiko von :
-Harnträufeln im Alter (kann in der Regel behandelt werden)
-Gewichtszunahme (besonders achtsam füttern!)
-Belastung von Niere und Leber durch Narkose
- Kosten

Falls Sie die Hündin doch 1x läufig werden lassen:
Der beste Zeitpunkt die Hündin dannkastrieren zu lassen ist der Anöstrus, also die Phase in der sich die Eierstöcke im Ruhezustand befinden. Wenn man die letzte Läufigkeit weiß, kastriert man am besten 3-5 Monate nach der letzten Läufigkeit (bzw. 2-4 Monate vor der nächsten zu erwartenden Läufigkeit).

Den Beginn der Vorbrunst (dann wäre eine Kastration nicht mehr sinnvoll, da bei der OP stärkere Blutungsgefahr) können Sie äußerlich an Folgendem erkennen:
-Anschwellen der Schamlippen (starke Schwellung und fest)
-Beginn von blutigem Scheidenausfluß (bei manchen Hündinnen stark, bei manchen kaum erkennbar)
-zunehmendes Interesse von Rüden, Hündin beißt ihn aber weg, am Ende der Phase setzt sich die Hündin bei Beschnuppern durch Rüden nur (verscheucht den Rüden nicht mehr)
-oft häufigeres Markieren der Hündin

Eine chemische Kastration (mit Hormonen, z.B. Proligeston) ist bei Hündinnen auf Dauer nicht sinnvoll, da auf Dauer das Risiko von Gebärmutterentzündungen steigt.
Für Rüden gibt es ein 6 bzw. 12 Monate lang wirksames Implantat zur chemischen Kastration (Suprelorin), dieses soll man auch bei Hündinnen im Metöstrus geben können (nach Ultraschallkontrolle der Eierstöcke) und es wirkt bei Hündinnen ebenfalls 6 - 12 Monate (Veterinärspiegel Heft 4/2010 Seite 158)

Nach einer OP können Sie
1. zur Unterstützung der Wundheilung folgendes tun:
- am Operationstag und Folgetag: Arnika D6 3x täglich 1 Tablette (gegen Wundschmerz und zur Unterstützung beim Abbau von Hämatomen)
-ab 3. Tag: Staphisagria D6 1x täglich 1 Tablette (fördert Wundheilung von Schnittwunden)
jeweils 1 Tablette zerpulvert (oder 5 Kügelchen) in die Lefze geben oder mit etwas Wasser mit Löffel oder Spritze ins Maul geben (unabhängig vom Futter)
2. zur Entgiftung nach der Narkose Nux vomica D6 3x täglich 1 Tablette oder 5 Globuli am OP-Tag und am Folgetag.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und bitte Sie, daran zu denken auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind