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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Hallo, wir haben einen kl. Hund aus dem Tierheim- USA Texas- Er

Kundenfrage

Hallo,
wir haben einen kl. Hund aus dem Tierheim- USA Texas-
Er ist sehr lieb und versteht sich bestens mit seinen anderen drei kleinen weibl. Artgenossen.
Sein Problem sind andere Hunde, denn wenn sie Größer sind hat er grosse Angst und ist ständig am bellen. Versteckt sich bei mir, bellt, wimmert und ist voll im Stress - legt die Ohren an und beobachtet ständig seine Umgebung. Wenn sich die fremden Hunde abwenden wir er meist sehr mutig und rennt hinterher.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

danke für Ihre Anfage.

Diese Maßnahmen können oft helfen:

1.Verhaltenstraining
-Allmähliche Desensibilisierung: Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen: andere Hunde sollen in größerer Entfernung sein und Ihren Hund möglichst ignorieren. Loben Sie ruhiges Verhalten (auch mit Trockenfutterbröckchen, Lieblingsfutter), ignorieren Sie Ihren Hund aber vollkommen, falls er Unruhe zeigt. Dies ist sehr wichtig. Dann neues Training in einer noch etwas leichteren Situation, d.h. noch etwas mehr Abstand. Reduzieren Sie den Abstand ganz allmählich. Das Training kann insgesamt einige Wochen dauern. Jedes Beruhigen oder Schimpfen wirkt verstärkend. Setzen Sie völlig unbeirrt vom evtl Bellen Ihres Hundes Ihren Weg immer einfach fort (Sie sind " Leitier " und Vorbild für Ihren Hund)
- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie das Selbstbewusstsein des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etwas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)
-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Sollte sich Ihr Hund von sich aus einem fremden Hund friedlich etwas mehr genähert haben als bisher, müssen Sie ihn sofort (< 3 Sekunden) loben und ihm ein Lieblingsfutterbröckchen geben. Dieses Lieblings-Trockenfutter gib es ab jetzt ausschließlich nur noch, wenn andere Hunde sichtbar sind
-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in den Sinn Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").
-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, dass man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in allen Stresssituationen hilfreich.
-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)
1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben
2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben
3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben
4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer
-Wenn Ihr Hund diese Übungen sicher beherrscht, wenn kein Hund zu sehen ist, können Sie ihn auch üben lassen, wenn anderer Hund zunächst in größerer Entfernung da ist. Auch hier gilt: Entfernung allmählich verkleinern.
-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich).
- Wenn Ihr Hund Angstverhalten zeigt, auf keinen Fall beruhigend auf ihn einreden, da dies als Bestätigung und Belohnung verstanden wird. Weitergehen oder mit einem kurzen Befehl irgendeine Aufgabe (Sitz, Voran, Komm, Such...) ausführen lassen, Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.
-Gut wäre natürlich generell viel loser Kontakt mit anderen Menschen später auch wieder anderen Hunden, auch der Besuch einer Hundeschule und später allgemein möglichst viel Kontakt mit anderen Hunden, mit denen Ihr Hund toben kann. (Ein ausgeglichener anderer möglichst ranghöherer Hund, der erwünschtes Verhalten vormacht, wirkt auch manchmal Wunder!)
-Machen Sie möglichst oft auch Spaziergänge möglichst mit fremden Hunden zusammen, aber überfordern Sie Ihren Hund nicht.


2. Medikamente
Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit folgenden Medikamenten:
- Rescue-Bachblütentropfen (4x täglich für 7-10 Tage und dann jedes Mal, wenn Kontakt zu anderen Hunden
-Zylkene (wirkt allgemein Angst reduzierend, gibt´s beim Tierarzt)
-Unterstützend könnten Sie Argentum nitricum D6 3x täglich 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette) geben, insbesondere falls Ihr Hund insgesamt eher ängstlich ist .
- DAP-Halsband (beruhigende Stoffe von säugenden Hündinnen)

- Falls Sie mit diesen Tipps immer noch nicht weiterkommen, könnte man auch angsreduziernde Psychopharmaka wie Clomicalm oder Selgian einsetzen, diese Mittel gibt es aber nur beim Tierarzt. Die volle Wirkung dieser Mittel tritt erst nach etwa 3 Wochen ein, die Hunde lernen oft aber leichter und schneller, da sie weniger Angst empfinden.
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Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

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Freundliche Grüße,

Udo Kind