So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Kleintierärztin.
Kleintierärztin
Kleintierärztin, Tierärztin
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 3376
Erfahrung:  Tierärztin seit 2004, derzeit tätig in Kleintierklinik, Blutegeltherapeutin
47154271
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Tiermedizin hier ein
Kleintierärztin ist jetzt online.

Guten Abend, seit gut einer Woche habe ich aus dem Tierheim

Kundenfrage

Guten Abend, seit gut einer Woche habe ich aus dem Tierheim einen sichergestellten unkastrierten Rüden (Münsterländer-JackRussel-Mix) übernommen. Sein Alter wurde vom Ordnungsamt mit "wahrscheinlich" 10 Jahre alt angegeben. Das total agile Verhalten von SPIKE widerspricht allerdings dieser Angabe. Er zeigt eine hohe Dominanz, leckt Pipi von anderen Hunden und "flattert" mit dem Unterkiefer, wenn er was Interessantes schnuppert. Die Nase ist nur unten.
Meine Frage: Was halten Sie von einer Kastration, wäre davon abzuraten, wenn er tatsächlich so alt ist? Leider läßt sich wohl ein annähernd realistisches Alter nicht feststellen. Spike ist total fit; er zeigt auch nach 2 Std. Spazier"rennen" keine Müdigkeit. Meinen Tierarzt fragte ich nach einem Hormonship, er meint man soll es versuchen und sein Verhalten danach beobachten. Habe aber FÜR und WIDER gelesen; was halten Sie davon? DaDanke XXXXX XXXXX Antwort und este Grüße Verena H.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Abend,

gerade Jack-Russel-Terrier werden häufig sehr alt und sind auch in fortgeschrittenem Alter noch sehr agil - ich kenne eine 14 jährige Hündin der man keine 9 Jahre geben würde.

zeigt der Hund auch Dominanzverhalten wenn Sie mit ihm unterwegs sind oder z.B. wenn Besuch kommt? Eine Kastration des Rüden kann durchaus hilfreich sein, kann aber nicht immer alle Dominanzprobleme lösen.

ich persönlich bin kein Freund von sogenannten chemischen Kastrationen und mache dies nur, wenn der Besitzer später noch mit dem Hund züchten möchte und daher keine richtige Kastration möchte.

Im Allgemeinen ist es besser den Hund chirurgisch zu kastrieren. Sie greifen nicht medikamentös in den Hormonstoffwechsel des Hundes ein und haben zudem noch einige Vorteile durch die Kastration. Ältere Rüden haben häufig Probleme mit einer vergrößerten Prostata, dies kann durch eine Kastration vermieden werden, auch Hodentumore werden verhindert. Zudem haben Sie natürlich keinen Stress mehr mit läufigen Hündinnen.

Bei den chemischen Kastrationen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die erste ist eine Hormonspritze, das Präparat heißt Tardastrex. Anbei ein paar Nebenwirkungen aus dem Beipackzettel:

Appetitsteigerung, vorübergehend erhöhter Durst und vermehrtes Wasserlassen. Gesteigerte Anhänglichkeit, ungewöhnlich ruhiges Verhalten. Haut- und Haarveränderungen an der Injektionsstelle. Verminderter Geschlechtstrieb. Manifestation eines latenten Diabetes mellitus, Gesäugetumore. Um eine unerwünschte Gewichtszunahme zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Appetitsteigerung nicht mit Futterzulagen zu beantworten

Selbst der Hersteller gibt an, dass die Langzeitanwendung zu vermeiden ist. Eigentlich ist das Mittel nur für einen kurzen Zeitraum und nicht für eine dauerhafte Anwendung gedacht.

Als weitere Möglichkeit gibt es noch Suprelorin, das ist ein kleiner Chip der unter die Haut implantiert wird. Die Wirkung tritt nach ca. 6 Wochen ein und hält etwa 6 Monate. Suprelorin hat nicht so viele Nebenwirkungen, es kann aber zu einer starken Verkleinerung der Hoden führen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen ein wenig helfen. Wenn Sie mit dem Hund nicht mehr züchten wollen rate ich Ihnen zu einer chirurgischen Kastration, da diese für den Hund die wenigsten Nebenwirkungen hat. Wenn Sie nur ausprobieren wollen ob eine Kastration Ihre Probleme löst kann man es erst einmal mit einer chemischen Kastration probieren.

Viel Spaß noch mit Ihrem Hund
Kleintierärztin und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

die Narkose ist auch bei einem älteren Hund normalerweise kein Problem, wenn der Hund vorher gründlich untersucht (Herz, Nieren, Leber, etc.) wird. Ich fertige dazu bei älteren Hunden immer ein Blutbild an und kontrolliere die Leber- und Nierenwerte.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Narkose. Häufig wird die günstigere Injektionsnarkose gewählt. Hierbei bekommt der Hund das Narkosemittel über die Vene (besser!!) oder über die Muskulatur gespritzt. Das Narkosemedikament wird dabei nach Gewicht dosiert. Nachteil ist, dass die Narkose natürlich bei jedem Tier etwas anders wirkt und man bei Injektionsnarkosen relativ langsam gegensteuern kann.

Etwas teurer aber deutlich sicherer ist die Inhalationsnarkose. Hierbei erhält der Hund die Narkose über ein Narkosegas/Sauerstoffgemisch. Bei dieser Narkoseform kann man individuell "steuern" - die Reaktion des Organismuses ist deutlich schneller. Auch ist der Nachschlaf bei dieser Narkoseform deutlich kürzer. Ich kastriere Hunde nur mit dieser Narkoseform, allerdings bietet nicht jeder Tierarzt eine Inhalationsnarkose an - im Zweifelsfall vorher mal danach fragen.

Weiterhin alles Gute