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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12819
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
49600720
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Hallo und Guten Tag, wir haben einen Dalmadiner 7Jahre.wir

Kundenfrage

Hallo und Guten Tag,
wir haben einen Dalmadiner 7Jahre.wir hatten von Geburt an nur Freude mit unseren Hund.
Er hat nur ein Problem, wenn er frei läuft rennt er auf Menschen zu-und stopt kurz vor diesen.Es paasiert nichts, ist aber unangenehm.Desweiteren rennt er wie ein Irrer auf andere Hunde zu und startet eine Ausseinandersetzung.
Deshalb muss er meist an der Leine laufen, ausser es ist für uns übersichtlich.
Unser Hund um gleich die Frage vorweg zu nehmen, hat genügend Auslauf.
Unter der Woche Vormittag 1.30 und am Nachmitag 1.30. Am Wochenend meist noch mehr,
da wir uns da im Wallis aufhalten.Vieleicht könnten Sie uns einen Tip geben oder eine
Institution die helfen kann. Nur keine Hundeschule die von Hausfrauen geführt wird, wie die meisten sind, haben wir alles mitgemacht.Wo diese sich befindet ist eigendlich egal.
Wir sind im Raum Basel, würden aber auch einen längeren Weg in Kauf nehmen.
Vielen Dank XXXXX XXXXX
Grüsse aus Basel R.Nordmann
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

zeigt Ihr Hund schon immer dieses Verhalten oder hat es erst in letzter Zeit begonnen? (dann wäre z.B. Untersuchung der Schilddrüse sinnvoll)

 

Folgende Ursachen kommen insbesondere für das Verhalten Ihres Rüden in Frage:

 

- falls unkastriert: hormoneller Hintergrund, unkastrierte Rüden sind oft aggressiv gegen andere Hunde (oft aber nur lautes Imponiergehabe)

Sollte das Verhalten mit Verhaltenstraining nicht in den Griff zu bekommen sein, wäre evtl. eine Kastration angeraten.

 

-Schmerzen: Hunde sind bei Schmerzen manchmal aggressiv gegen Artgenossen, evtl. tierärztliche Untersuchung (evtl. mit Blutuntersuchung und Röntgen); bewegt sich Ihr Hund normal, zeigt er irgendwelche anderen Störungen?

 

-für den Hund unangenehmes früheres Erlebnis bei Begegnung mit einem anderen Hund; die Aggression -die nur auf Erinnerung beruht- wird auf die an sich unbeteiligten anderen Hunde umgeleitet

- mangelnde positive Erfahrung mit anderen Hunden

 

Ist die Aggression unabhängig vom Geschlecht des anderen Hundes? auch gegen Kastrierte?

 

 

Sollte es keine körperlichen Probleme geben, könnten folgende Tipps helfen, das Problem zu beheben:

-

1.Verhaltenstraining

 

-zunächst sollten Sie Ihren Hund in Gegenden, in denen es zu problematischen Begegnungen kommen kann, nur an der Leine führen. Wenn Ihr Hund an der Leine vollkommen auf Sie hört, könne Sie ihn auch in diesen Gegenden frei laufen lassen und das Training genauso durchführen, wie in der ersten Phase mit Leine (evtl. Übergangsphase mit langer Leine).

 

-Allmähliche Desensibilisierung: Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen (fremder Hund noch weit entfernt) "Sitz" und "Platz", steigern Sie die Schwierigkeit (also die Entfernung zu anderen Hunden) ganz allmählich. Loben Sie ruhiges Verhalten (auch mit Trockenfutterbröckchen), ignorieren Sie Ihren Hund bei Unruhe. (dann neues Training in einer noch etwas leichteren Situation). Verlegen Sie das Training allmählich in schwierigere Gegenden (wo es viele andere Hunde gibt). Das Training kann insgesamt einige Wochen dauern.

 

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie die Ruhe und Ausgeglichenheit des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etwas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung) am besten sind Versteckspiele, die Schwierigkeit immer mehr steigern. Man kann Hunden auf diese Weise allmählich auch Begriffe beibringen (d.h. sie müssen das von Ihnen Genannte suchen und finden und erhalten erst danach erst die Belohnung); auch Geschicklichkeitsaufgaben / Agility wären geeignet. Viel Toben mit anderen Hunden ist natürlich auch immer gut.

 

-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Stoppen kann man ein Verhalten demzufolge nur bei Beginn (Nein und Sitz machen lassen). Wenn Ihr Hund in Stressituationen (anderer Hund) auf den Befehl zunächst nicht reagiert und aggressiv in Richtung des anderen Hundes zieht, sollten Sie mit "Nein", "Komm" und "Fuß" in eine andere Richtung gehen, als der Hund gezogen hat. Seine Aggression müssen Sie ansonsten unbedingt ignorieren (Kein Beruhigen, da es verstärkend wirkt); Zuwendung dürfen Sie Ihrem Hund erst wieder geben, wenn er sich beruhigt hat. Sitz machen lassen und ein paar Futterbröckchen geben.

-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").

-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, daß man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in den genannten Stresssituationen hilfreich.

-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)

1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben; sobald Ihr Hund sicher kommt, können Sie ihn auch in „Hundegegenden" wieder freilaufen lassen. Sobald Sie einen Hund sehen: Heranrufen Ihres Hundes, Sitz machen lassen, belohnen.

2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben

3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben

4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer

-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich) bzw. den Hund schnellstmöglich und ohne zu Reden aus der Situation führen ( evtl. muß man den Hund (ohne zu reden!, außer "Komm!") die ersten Meter hinter sich her ziehen), Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.

-In Gegenden mit anderen Hunden Ihren Hund zunächst generell nur an der kurzen Leine führen, lobend mit ihm sprechen, wenn er ruhig ist,; ab und zu "Sitz" machen lassen dann sofort (< 3 Sekunden) bei Befehlausführung ein Futterbröckchen geben

 

-Gut wäre natürlich auch der Besuch einer guten Hundeschule und (in späteren Phasen) allgemein möglichst viel Kontakt mit anderen Hunden, mit denen Ihr Hund friedliches Verhalten üben und praktizieren kann. Vielleicht kann Ihnen das Veterinäramt eine von einem Tierarzt geführte Schule in Ihrer Gegend nennen (http://www.veterinaeramt-bs.ch/content.cfm?nav=14&content=28)

 

Zusammengefasst:

Es ist wichtig, daß Ihr Hund eine möglichst enge Bindung zu Ihnen hat, dann sollte auch ein Wieder-Umkonditionieren bzgl. der anderen Hunde und Menschen möglich sein.

- Hund herbeirufen sobald fremde Menschen oder Hunde sichtbar - möglichst BEVOR Ihr Hund aggressiv oder stürmisch wird, sitz machen lassen, ruhiges Verhalten mit Leckerlies belohnen, immer wieder kleine Leckerlie solange andere Hund noch sichtbar, dann nicht mehr

- Falls doch aggressiv: NEIN!!!, dann kommentarlos wegziehen und ignorieren.

- So lernt Ihr Hund: Hund oder fremden Menschen sehen = Sitz machen; Friedlich sein = Belohnung.
Aggressiv sein zu Hund = werde weggezogen, ignoriert.

- Anfangs große Abstände zu anderen Hunden
- Hund bitte grundsätzlich auf die abgelegene Seite zu anderen Hunden nehmen -so daß Sie immer dazwischen sind.

- Hilfreich könnte evtl. auch ein Halti sein.

 

2. Medikamente

Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit :

-Hyoscyamus D30 jeden 3.Tag 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette)

- das Psychophrmacon Fluoxetin sollte nur von einem verhaltenstherapeutisch arbeitenden Tierarzt verschrieben werden.

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind

 

Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

haben Sie noch eine Frage? Ich antworte gerne noch einmal.

Falls Sie keine Ergänzungsfrage mehr haben, würde ich Sie bitten, fairer Weise und den allgemeinen Abläufen bei just-answer entsprechend auf "Akzeptieren" zu klicken. Vielen Dank im Voraus!

 

Freundliche Grüße,

 

Udo Kind

 

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