So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Tierarzt - Homö...
Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
49600720
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Tiermedizin hier ein
Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Guten Abend! Ich besitze eine 3 1/2-j hrige H ndin (Flat Coated

Kundenfrage

Guten Abend!
Ich besitze eine 3 1/2-jährige Hündin (Flat Coated Retriever). Sie ist normalerweise einE sehr folgsame, liebE und anhängliche Hündin, die bisher keiner Fliege etwas zuleide tat. Nun wurde Sie vor ca. 3 Monaten urplötzlich von einem alten Artgenossen angegriffen und leicht verletzt. Seit her reagiert sie auf andere Hunde aggressiv und gehr sogar mit gefletschen Zähnen auf sie los. Was kann ich tun?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

die ursprünglich verständliche Aggression nach dem unverständlichen Angriff wird nun nur auf Erinnerung beruhend generalisiert, wird von Ihrem Hund auf die an sich unbeteiligten anderen Hunde umgeleitet

 

Ist die Aggression unabhängig vom Geschlecht des anderen Hundes? auch gegen Kastrierte?

 

Sollte es keine zusätzlichen körperlichen Probleme geben (z.B. Schmerzen, Schilddrüsenüberfunktion...), könnten folgende Maßnahmen helfen, das Problem zu beheben:

-

1.Verhaltenstraining

 

-zunächst sollten Sie Ihren Hund in Gegenden, in denen es zu problematischen Begegnungen kommen kann, nur an der Leine führen. Wenn Ihr Hund an der Leine vollkommen auf Sie hört, könne Sie ihn auch in diesen Gegenden frei laufen lassen und das Training genauso durchführen, wie in der ersten Phase mit Leine (evtl. Übergangsphase mit langer Leine).

 

-Allmähliche Desensibilisierung: Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen (fremder Hund noch weit(!) entfernt) "Sitz" und "Platz", steigern Sie die Schwierigkeit (also die Entfernung zu anderen Hunden) ganz allmählich. Loben Sie ruhiges Verhalten (insbesondere auch mit Trockenfutterbröckchen vom Lieblingsfutter, daß es nur noch bei Sichtkontakt mit anderem Hund und ruhigem Verhalten geben darf), ignorieren Sie Ihren Hund bei Unruhe bzw. ziehen Sie ihn sofort in die entgegengesetzt Richtung. (später dann neues Training in einer noch etwas leichteren Situation). Verlegen Sie das Training allmählich in schwierigere Gegenden (wo es viele andere Hunde gibt). Das Training kann insgesamt einige Wochen dauern.

 

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie die Ruhe und Ausgeglichenheit des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etwas zu konzentrieren und dadurch auch auf Sie noch besser hört. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)

-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Stoppen kann man ein Verhalten demzufolge nur bei Beginn (Nein und Sitz machen lassen). Wenn Ihr Hund in Stressituationen (anderer Hund) auf den Befehl zunächst nicht reagiert und aggressiv in Richtung des anderen Hundes zieht, sollten Sie mit "Nein", "Komm" und "Fuß" in eine andere Richtung gehen, als der Hund gezogen hat. Seine Aggression müssen Sie ansonsten unbedingt ignorieren (Kein Beruhigen, da es verstärkend wirkt); Zuwendung dürfen Sie Ihrem Hund erst wieder geben, wenn er sich beruhigt hat. Sitz machen lassen und ein paar Futterbröckchen geben.

-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").

-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, daß man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in den genannten Stresssituationen hilfreich.

-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)

1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben; sobald Ihr Hund sicher kommt, können Sie ihn auch in „Hundegegenden" wieder freilaufen lassen. Sobald Sie einen Hund sehen: Heranrufen Ihres Hundes, Sitz machen lassen, belohnen.

2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben

3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben

4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer

-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich) bzw. den Hund schnellstmöglich und ohne zu Reden aus der Situation führen ( evtl. muß man den Hund (ohne zu reden!, außer "Komm!") die ersten Meter hinter sich her ziehen), Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.

-In Gegenden mit anderen Hunden Ihren Hund zunächst generell nur an der kurzen Leine führen, lobend mit ihm sprechen, wenn er ruhig ist,; ab und zu "Sitz" machen lassen dann sofort (< 3 Sekunden) bei Befehlausführung ein Futterbröckchen geben

 

-Gut wäre natürlich auch der Besuch einer Hundeschule (Training mit Figuranten) und (in späteren Phasen) allgemein möglichst viel Kontakt mit anderen Hunden, mit denen Ihr Hund friedliches Verhalten üben und praktizieren kann

 

2. Medikamente

Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit :

-Hyoscyamus D30 jeden 3.Tag 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette)

- da Ihr Hund von Natur her nicht aggressiv ist, würde ich möglichst keine Psychopharmaka einsetzen, sondern überwiegend auf Verhaltenstraining setzen

 

 

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind

 

Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank, XXXXX XXXXX hatte ich mir schon vorgenommen und ich bin froh, dass Sie mich in meiner Erziehungsmethode bestätigt haben.
Ich arbeite eigentlich sehr viel mit meiner Tinka, denn sie ist ein unglaubliches Energiebündel und würde mich vermutlich fast auffressen, wenn ich sie nicht beschäftigen würde. Sie findet suchen, apportieren , "versehentlich" fallen gelassene Dinge für mich einsammeln usw. unglaublich Klasse. Was gibt es denn sonst noch für Beschäftigungsmöglichkeiten?
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

am besten sind Versteckspiele, die Schwierigkeit immer mehr steigern. Man kann Hunden auf diese Weise allmählich auch Begriffe beibringen (d.h. sie müssen das von Ihnen Genannte suchen und finden und erhalten erst danach erst die Belohnung); auch Geschicklichkeitsaufgaben / Agility wären geeignet. Viel Toben mit anderen Hunden ist natürlich auch immer gut.

 

Freundliche Grüße & danke für´s Akzeptieren,

 

Udo kind

Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Scheinbar war es tatsächlich nur der unerwartete Angriff des anderen Hundes, der dazu geführt hat, dass sie sich anderen Hunden gegenüber so verhält. Ich hatte gehofft, dass Sie etwas völlig Überraschendes vorschlagen würden, denn auch Versteckspielen, Agility und Geschicklichkeit steht bei uns auf dem Beschäftigungsplan.Tinka lernt mir manchmal fast etwas zu schnell. Einmal wiederholen reicht bei ihr völlig aus um Neues zu erlernen. Sie hat mich schon mehrmals überrascht, weil sie einen Weile beobachtet und dann Dinge tut, die ich überhaupt nicht erwartet habe. So hat sie mir beispielsweise bereits im Alter von 6 Monaten morgens meine Hausschuhe - und zwar erst den einen und dann den anderen - an die Bettkante gehalten, nachdem sie vermutlich bemerkt hatte, dass ich als erstes immer meine Schuhe anziehe. Ich hatte sie aber zuvor nie gebeten, mir irgend etwas zu bringen. Das Versteckspiel hat sie schon lange umgedreht. Mittlerweile läuft sie mitr auf den Spaziergängen voraus,versteckt ihren Ball irgendwo im Gebüsch und wartet dann in einiger Entfernung und mit schräg gestelltem Kopf darauf, dass ich ih suche und finde. Es ist also tatsächlich schwierig, noch irgend etwas Neues zu finden. Begriffe kennt sie schon so viele, dass ich es manchmal selbst nicht begreifen kann. Ich hatte schon mehrere Hund, aber sie überrascht mich doch immer wieder.
Trotzdem vielen Dank und schönen Abend!
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

ist ja wirklich ein ganz besonderer Hund. Es ist gut, daß Ihr Hund eine so enge Bindung zu Ihnen hat, dann sollte auch ein Wieder-Umkonditionieren bzgl. der anderen Hunde möglich sein.

- Hund herbeirufen sobald Hunde sichtbar - möglichst BEVOR sie aggressiv wird, sitz machen lassen, ruhiges Verhalten mit Leckerlies belohnen, immer wieder kleine Leckerlie solange andere Hund noch sichtbar, dann nicht

 

Falls doch aggressiv: NEIN!!!, dann kommentarlos wegziehen und ignorieren.


So lernt sie : Hund sehen = Sitz machen; Friedlich sein = Belohnung.
Aggressiv sein zu Hund = werde weggezogen, ignoriert.

 

Anfangs große Abstände zu anderen Hunden
Hund bitte grundsätzlich auf die abgelegene Seite zu anderen Hunden nehmen -so daß Sie immer dazwischen sind.

Hilfreich könnte evtl. auch ein Halti sein.

 

Viel Glück!

 

Freundliche Grüße & vielen Dank für´s 2x Akzeptieren,

 

Udo Kind

 

PS: Sie brauchen auf keinen Fall noch mal akzeptieren, dies ist eine kostenfreie Ergänzungsantwort