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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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hallo, wir haben da ein kleines Problem mit unserer Bordeaux-Dogge,

Kundenfrage

hallo, wir haben da ein kleines Problem mit unserer Bordeaux-Dogge, 13 Monate alt (Rüde). Unser Hund ist eigentlich der tollste auf der Welt, wenn da nicht das Problem mit dem Spazierengehen wäre. Er hat genau 8 Freunde, die er nicht zerledern möchte. Ansonsten geht er jeden Hund an, egal ob Männlein oder Weibléin, groß oder klein. Das ist echt peinlich. Er hat zwar noch nie gebissen, aber er fordert totale Unterwerfung des anderen Hundes. Er geht so sehr auf sie los - man ist ja nicht immer darauf vorbereitet - dass es einem fast den Arm ausreißt. Wir können ihn auch gar nicht mehr von der Leine lassen. Er ist draußen sozusagen gar nicht mehr wiederzuerkennen. Zu Hause ist er wirklich klasse und gehorcht auch gut. Was könnten wir tun? Gruß, Martina Steltmann
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

 

folgende Ursachen kommen für das Verhalten Ihrer Hündin/Rüden (?) in Frage:

 

- falls unkastriert: hormoneller Hintergrund,

--unkastrierte Rüden sind oft aggressiv gegen andere Hunde (oft aber nur lautes Imponiergehabe)

Sollte das Verhalten mit Verhaltenstraining nicht in den Griff zu bekommen sein, wäre eine Kastration angeraten.

 

-Schmerzen: Hunde sind bei Schmerzen manchmal aggressiv gegen Artgenossen, evtl. tierärztliche Untersuchung (evtl. mit Blutuntersuchung und Röntgen); bewegt sich Ihr Hund normal, zeigt er irgendwelche anderen Störungen?

 

-für den Hund unangenehmes früheres Erlebnis bei Begegnung mit einem anderen Hund; die Aggression -die nur auf Erinnerung beruht- wird auf die an sich unbeteiligten anderen Hunde umgeleitet

- mangelnde Erfahrung mit anderen Hunden, Angst

 

-Dominanz

 

Ist die Aggression unabhängig vom Geschlecht des anderen Hundes? auch gegen Kastrierte?

 

 

Sollte es keine körperlichen Probleme geben, könnten folgende Maßnahmen (einiges Sinnvolle machen Sie ja schon) helfen, das Problem zu beheben:

-

1.Verhaltenstraining

 

-zunächst sollten Sie Ihren Hund in Gegenden, in denen es zu problematischen Begegnungen kommen kann, nur an der Leine führen. Wenn Ihr Hund an der Leine vollkommen auf Sie hört, könne Sie ihn auch in diesen Gegenden frei laufen lassen und das Training genauso durchführen, wie in der ersten Phase mit Leine (evtl. Übergangsphase mit langer Leine). Evtl. auch vorübergehend Maulkorb anziehen

 

-Allmähliche Desensibilisierung: Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen (fremder Hund noch weit entfernt) "Sitz" und "Platz", steigern Sie die Schwierigkeit (also die Entfernung zu anderen Hunden) ganz allmählich. Loben Sie ruhiges Verhalten (auch mit Trockenfutterbröckchen), ignorieren Sie Ihren Hund bei Unruhe. (dann neues Training in einer noch etwas leichteren Situation). Verlegen Sie das Training allmählich in schwierigere Gegenden (wo es viele andere Hunde gibt). Das Training kann insgesamt einige Wochen dauern.

 

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele (insbesondere auch während der Spaziergänge), da sie die Ruhe und Ausgeglichenheit des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etwas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)

-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Stoppen kann man ein Verhalten demzufolge nur bei Beginn (Nein und Sitz machen lassen). Wenn Ihr Hund in Stressituationen (anderer Hund) auf den Befehl zunächst nicht reagiert und aggressiv in Richtung des anderen Hundes zieht, sollten Sie mit "Nein", "Komm" und "Fuß" in eine andere Richtung gehen, als der Hund gezogen hat. Seine Aggression müssen Sie ansonsten unbedingt ignorieren (Kein Beruhigen, da es verstärkend wirkt); Zuwendung dürfen Sie Ihrem Hund erst wieder geben, wenn er sich beruhigt hat. Sitz machen lassen und ein paar Futterbröckchen geben.

-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").

-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, daß man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in den genannten Stresssituationen hilfreich.

-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)

1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben; sobald Ihr Hund sicher kommt, können Sie ihn auch in „Hundegegenden" wieder freilaufen lassen. Sobald Sie einen Hund sehen: Heranrufen Ihres Hundes, Sitz machen lassen, belohnen.

2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben

3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben

4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer

-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich) bzw. den Hund schnellstmöglich und ohne zu Reden aus der Situation führen ( evtl. muß man den Hund (ohne zu reden!, außer "Komm!") die ersten Meter hinter sich her ziehen), Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.

-In Gegenden mit anderen Hunden Ihren Hund zunächst generell nur an der kurzen Leine führen, lobend mit ihm sprechen, wenn er ruhig ist,; ab und zu "Sitz" machen lassen dann sofort (< 3 Sekunden) bei Befehlausführung ein Futterbröckchen geben

 

-Gut wäre natürlich auch der Besuch einer Hundeschule und (in späteren Phasen) allgemein möglichst viel Kontakt mit anderen Hunden, mit denen Ihr Hund friedliches Verhalten üben und praktizieren kann

 

2. Medikamente

Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit :

-Hyoscyamus D30 jeden 3.Tag 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette)

 

Sinnvoll wäre sicher der Besuch einer Hundeschule, da Hier das Verhalten abtrainiert werden kann.

 

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind