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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Ich habe einen kleinen Yorky, 3 Jahre alt und er spuckt seit

Kundenfrage

Ich habe einen kleinen Yorky, 3 Jahre alt und er spuckt seit gestern abend,(nur weißer Schaum)
er bekommt Trockenfutter und Pedigree-Nassfutter, verweigert gegliche Nahrungsaufnahme, nicht mal Wasser, er hat aber gestern Mittag ein paar
Kartoffeln mit Soße gefressen. Er nimmt auch keine Leckerlie
Bitte helfen Sie mir. B.Hartmann
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

 

Wie geht es Ihrem Hund denn vom Allgemeinbefinden her (schwach oder munter)? Wie sehen die Schleimhäute aus (rosa oder blasser als normal?)? Hat er Fieber oder Untertemperatur (normal 38°-39°, bitte rektal messen)? Ist der Bauch hart, aufgebläht und berührungsempfindlich? Ist er apathisch, sehr unruhig oder normal? Sollten Sie diesbezüglich deutliche Auffälligkeiten finden, gehen Sie bitte baldmöglichst zum Tierarzt. (Infusion, Schmerzmittel, Antibrechmittel...).

Trinkt Ihr Hund denn noch ein ganz wenig? (Versuchen Sie bitte mit Spritze etwas einzugeben (gerne milder leicht warmer Fenchel- oder wie von Ihnen angegeben Kamillentee), wichtig ist, daß er nicht austrocknet.

 

.Baldmöglichst sollten Sie bitte zum Tierarzt gehen , wenn:

-Ihr Hund ausgetrocknet ist, dies erkennen Sie daran, daß

--die Schleimhäute blasser sind als sonst (Augenschleimhaut weißlicher oder gelblich (Leber);

--Maulschleimhaut: Kapillarfüllungszeit länger als 2 Sekunden, d.h. wenn man auf die rosafarbene Maulschleimhaut mit einem Finger drückt wird sie blaß und muß dann innerhalb von höchstens 2 Sekunden wieder roa sein, wenn es länger dauert: Zeichen für Austrocknung

--eine von Ihnen mit den Fingern gezogene Hautfalte verstreicht nicht sofort wieder

-Ihr Hund sich im Laufe des Tages noch mehrfach mit Brechen, Übelkeit und mit Würgereiz quält (Fremdkörperverdacht)

-Temperatur (rektal gemessen) außerhalb des Normalbereichs von 38° bis 39° ( Achtung: Untertemperatur (v.a. unter 37,5° wäre besorgniserregender als etwas Fieber)

-das Allgemeinbefinden Ihres Hundes sehr gestört ist (sehr ruhelos oder zieht sich vollkommen zurück) .

-der Hund in letzter Zeit öfter erbrochen hat

-im Erbrochenen Blut zu sehen ist

-der Bauchumfang stark zunimmt , der Bauch hart und angepannt ist

-Ihr Hund immer wieder seinen Bauch leckt (Hinweis auf Schmerzen, z.B. durch Bauchspeicheldrüsenentzündung, Darmverschluss...)

 

Sobald eines dieser Zeichen eintritt, müssen Sie sofort zum Tierarzt! Dieser gibt dann je nach Lage Infusionen, Schmerzmittel, Antibrechmittel, Mittel gegen Übersäuerung...

 

Erbrechen hat neben einer normalen leichten Magenentzündung, die z.B. durch ungewohntes oder zu kaltes Futter auftreten kann, meistens eine der folgenden Ursachen:

-infektionsbedingte Entzündungen der Magenschleimhaut (meist viral oder bakteriell, manchmal erhöhte Temperatur also über 39 Grad), auch Giardien (einzellige Parasiten, Diagnose durch Kotuntersuchung) wären möglich

-Mandelentzündungen (meist eher Würgen und Schluckbeschwerden)

-Fremdkörper (meist sehr häufiger Brechreiz) oder Unverträgliches wurde angeknabbert (z.B. Pflanzen)

- Futtermittelunverträglichkeit (z.B. zu viel Fett)

-Vergiftung (sinnvolle Reaktion des Körpers, um das Gift rauszubringen)

-starke Verwurmung (eigentlich nur Jungtiere)

- Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Schmerz, häufiges Brechen)

-Organerkrankungen (Niere, Leber, Schilddrüse...) , Erbrechen kann z.B. ein Hinweis auf Störungen im Bereich Leber/Gallenblase sein, eindeutige Klärung aber nur mittels Blutuntersuchung und evtl. Ultraschall möglich

-Herzerkrankungen (u.a durch Rückstau in die Leber)

-falls weiblich und unkastriert: Gebärmutterentzündung (Bauch dick, evtl Scheidenausfluss, oft erhöhter Durst, Ist ihnen eine Änderung des Durstes in letzter Zeit aufgefallen?)

-Darmverschluss, durch Knoten oder Fremdkörper, selten;

 

Bei Fortdauer des Erbrechens ist zur Abklärung der Ursachen ein Tierarztbesuch notwendig, denn zur Ursachenklärung sind Blutuntersuchung und ggf. auch Röntgenaufnahmen/Ultraschall

Oft wird ein Säureblocker gegegeben (Cimetidin, Ranitidin; Omeprazol, vom Tierarzt)

 

Heute würde ich mit leicht verdaulichem Futter (z.B. mageres Geflügelfleisch, Hüttenkäse, Reis) in kleinen Portionen beginnen. Erwärmen Sie das Futter bitte (riecht und schmeckt dann besser und wird eher genommen). Ins leicht erwärmte Trinkwasser sollten Sie möglichst etwas Elektrolytpulver (z.B. Rehydration support von waltham, gibt´s beim Tierarzt) geben. Achtung: darauf achten ob Ihr Hund das angereicherte Wasser mag.

 

Unterstützend könnten Sie Nux vomica D6 (morgens und nachmittags) und Pulsatilla D6 (vormittags und abends) geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit Spritze mit Wasser ins Maul geben), bei Kreisaufschwäche sind Veratrum album D6 3x täglich 1 Tablette und Bachblüten-Rescue-Tropfen (3x täglich 4 Tropfen mit etwas Wasser) oft hilfreich.

 

Außerdem wäre die Gabe von Ulcogant sinnvoll (schützt die Schleimhaut und wirkt gegen Übersäuerung, ist aber verschreibungspflichtig, gibt´s beim Tierarzt)

 

Gegen häufigen Brechreiz könnten Sie Paspertin (Metoclopramid-) Tropfen (1 Tropfen pro kg, 0,3 mg/kg) bis zu 3x täglich geben, dann aber bitte baldmögliche Untersuchung zur Abklärung der Ursache.

 

Bieten Sie bitte eine Wärmflasche an (wirkt beruhigend auf Magen-Darm)

 

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und bitte Sie, daran zu denken auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind