So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Tierarzt - Homö...
Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
49600720
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Tiermedizin hier ein
Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

mein kater ist akressiv was kann ich machen denn er hat mich

Kundenfrage

mein kater ist akressiv was kann ich machen denn er hat mich schon gebissen und gekratzt
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

 

zunächst ein paar Fragen:

- wie alt ist Ihr Kater?

- Ist Ihr Kater kastriert?

- Ist Freigang möglich? Hat er Kontakt zu anderen Katzen?

- seit wann ist die Aggressivität aufgetreten?

 

Falls noch nicht passiert sollte er zunächst kastriert werden und tierärztlich untersucht werden, ob Schmerzen (z.B. der Zähne) eine Ursache für das Beissen und Kratzen waren.

 

Falls möglich, sollte er anschließend möglichst Kontakt zu anderen Katzen bekommen (evtl. 2. Katze anschaffen).

 

Es könnte sich auch um eine umgeleitete (Spiel-) Aggression handeln, weil der Kater im Alltag nicht ausgelastet ist. Sinnvoll wäre hierfür viel Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen (siehe unten).

 

Falls dies alles schon passiert ist und er schon öfter gebissen hat, is eine letzte Möglichkeit , Fangzähne zu ziehen.

Bei schweren Zahnfleischentzündungen werden oft alle (!) Zähne gezogen und auch diese Katzen leben oft noch viele Jahre ein glückliches Katzenleben.

 

Vorteile wären:
-Verletzungsgefahr für Menschen ein für alle mal gesenkt; Katzenbisse heilen manchmal sehr schlecht (teilweise multiple Antibiotika-Resistenzen)

-Kater muß nicht eingesperrt oder ans Tierheim (wo er wahrscheinlich euthanasiert würde) abgegeben werden

-muß nicht euthanasiert werden

 

Nachteil wäre:

- Kater würde in der Rangfolge mit den Umgebungskatzen sicher deutlich sinken

 

Theoretisch wären auch Hirnveränderungen oder andere schwere Erkrankungen für die Attacken denkbar.

Neben Schmerzen als Auslöser könnte es sich außerdem auch um Hyperaktivität z.B. durch Überfunktion der Schilddrüse handeln (Diagnose durch Blutuntersuchung), die betroffenen Tiere sind meist eher zu dünn als zu dick, bzw. haben in letzter Zeit abgenommen, kommt fast nur bei alten Katzen vor..

 

Folgenden Maßnahmen sind zum Umleiten der Aggressivität oft hilfreich (jede Katze ist von Natur aus immer noch ein Raubtier:

 

-Unerwünschtes Verhalten wird normalerweise durch Nassspritzen (Wasserpistole oder große Einwegspritze vom Tierarzt) und "Nein!" bestraft. Dann die Katze vollkommen ignorieren, bis sie ruhigeres Verhalten zeigt. Keinesfalls Schreien oder beruhigend Reden, dies könnte von der Katze als Belohnung verstanden werden.

Jegliche Zuwendung darf es ab jetzt nur noch in ruhigeren Phasen geben, oder wenn SIE auch spielen wollen.

Eine Bestrafung muß immer zeitgleich oder allerhöchstens 3 Sekunden nach der unerwünschten Handlung erfolgen (Assoziationszeit) Auch Krach (schweres Buch auf den Boden fallen lassen, Klatschen der Hände) ist für die Katze unangenehm und hindert sie am "Aufsprung". Spätere Bestrafung bringt nichts und verunsichert die Katze. Auch ein Aussperren muß innerhab von 2 Sekunden nach einem Angriff erfolgen, sonst bewirkt es das Gegenteil.

 

-Weniger Futter im Napf, den Hauptteil muß sie sich "erarbeiten":

--Trockenfutter in Wohnung verstecken und suchen lassen

-Versuchen Sie, Ihrer Katze kleine Tricks beizubringen, diese muß sie vor jedem Streicheln, Fressen etc. ausführen; nichts ist umsonst !

 

Um der Katze mehr Abwechselung zu verschaffen (ich nehme an, es handelt sich um eine reine Wohnungskatze?) können Sie folgendes tun:

-Lassen Sie Spielzeug von der Decke hängen, werfen Sie Bälle, verwenden Sie aufziehbares Spielzeug.

-Viel spielen, evtl. beim Spiel Handschuhe tragen.

-Bringen Sie außerdem von Einkäufen Kartons und andere neue Gegenstände mit (diese legen Sie insbesondere während Ihrer Abwesenheit und, wenn Sie keine Zeit haben, aus).

-Wechseln Sie die Spielzeuge (werden dann interessanter)

-viele Rückzugsmöglichkeiten und Kratzbaum sind bei Ihnen - denke ich - vorhanden

- lassen Sie Ihre Katze bis zur Hälfte vom Futter suchen (Trockenfutter verstecken). Es gibt auch einen Futterwürfel (Buster cube, sind eigentlich für Hunde ( Größe bis 10 kg wählen), werden von Katzen aber auch manchmal gern benutzt und führen dann zu einer höheren Auslastung des Tieres), der Trocknfutter nur dann abgibt, wenn er bewegt wird. Er kann immer wieder neu befüllt werden (erhältlich beim Tierarzt oder evtl. im Zoohandel).

 

Sinnvoll wäre zunächst eine tierärztliche Untersuchung und - falls noch nicht geschehen die Kastration.

Ich antworte gern noch mal, wenn Sie genauere Angaben machen.

 

Ich hoffe, Ihnen etwas helfen zu können und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind