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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis seit 1996
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Labrador ca. 25 kg oder Mix 14 kg haben tote W hlmaus ausgegraben

Kundenfrage

Labrador ca. 25 kg oder Mix 14 kg haben tote Wühlmaus ausgegraben und minimale
Teile geschluckt, auf jeden Fall darauf gekaut. Maus war mit Quiritox vergiftet. Was kann
passieren, muß ich sofort zum Tierarzt.?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

 

der Wirkstoff Warfarin (in Quiritox enthalten: http://www.neudorff.de/produkte/katalog/quiritox-neu-wuehlmauskoeder.html) wirkt als verzögerter Gerinnungshemmer.

 

Quiritox enthält 1290 mg/kg. In einer Maus ist vielleicht 100mg enthalten. Ihre Hunde liegen vermutlich weit unter der LD50. Trotzdem sollte man sie sicherheitshalbr erbrechen lassen (durch Apomorphinspritze vom Tierarzt)! Dies sollte innerhalb der ersten 2(evtl. -4) Stunden nach Giftaufnahme geschehen.

 

 

aus: http://www-vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_i.htm:

 

Spezielle Toxikologie - Kleintier

1. Toxizität

 

1.1Akute orale LD50
-Brodifacoum: 0.25-3.5 mg/kg Körpergewicht beim Hund, 14.7 mg/kg bei der Katze
-Bromadiolon: 11-15 mg/kg beim Hund, > 25 mg/kg bei der Katze
-Chlorophacinon : 50-100 mg/kg (Hund und Katze)
-Coumafen: 20-50 mg/kg beim Hund, 6-40 mg/kg bei der Katze
-Difenacoum: 50 mg/kg beim Hund, 100 mg/kg bei der Katze
-Difethialon: 4 mg/kg beim Hund, 16 mg/kg bei der Katze
-Diphacinon: 0.9-8.0 mg/kg beim Hund, 15 mg/kg bei der Katze
-Flocoumafen: 0.075-0.25 mg/kg beim Hund
-Pindon: 5-75 mg/kg beim Hund
-Warfarin: 20-300 mg/kg beim Hund, 5-30 mg/kg bei der Katze


1.2Chronische orale Toxizität:

Die wiederholte Aufnahme kleiner Mengen verursacht eine schwerwiegendere Symptomatik als die einmalige Aufnahme einer größeren Menge: 1 mg/kg Körpergewicht Warfarin täglich über längere Zeit ist toxisch; 3 mg/kg/Tag Warfarin während 5 Tagen ist letal.

1.3Einflüsse auf die Toxizität:

Die Toxizität der gerinnungshemmenden Coumarinderivate wird durch folgende Faktoren gesteigert: Sterilisation des Darms infolge oraler Verabreichung von Antibiotika; Verdrängung von der Plasmalbuminbindung durch Sulfonamide, nicht steroidale Entzündungshemmer oder Kortikosteroide; Verminderung der Plättchenaktivität; Leber- und Gallengangserkrankungen.

2. Latenz

Erst nach 2-5 Tagen sind die Speicher der Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren aufgebraucht, womit es zum Auftreten der ersten Symptome kommt. Bei den Coumarinen der ersten Generation (zum Beispiel Warfarin) treten klinische Zeichen erst nach wiederholter Aufnahme der Substanz auf.

3. Symptome

3.1Allgemeinzustand, Verhalten
Depression, Schwäche, Anorexie, Hypothermie, Schock
3.2Nervensystem
Paresen, Paralyse (wegen epi- oder subduralen Blutungen); Krämpfe, Tod (bei Hirnblutungen)
3.3Oberer Gastrointestinaltrakt
Maulschleimhautblutungen, Petechien, Ekchymosen, Hämatemesis
3.4Unterer Gastrointestinaltrakt
Blutiger Kot, Meläna
3.5Respirationstrakt
Dyspnoe, Epistaxis, Husten, der oft in Zusammenhang mit blutigem Auswurf steht
3.6Herz, Kreislauf
Tachykardie, Kreislaufschwäche, hypovolämischer Schock, Tamponade
3.7Bewegungsapparat
Lahmheit (wegen Blutungen in die Gelenke)
3.8Augen, Augenlider
Keine Symptome
3.9Harntrakt
Hämaturie
3.10Fell, Haut, Schleimhäute
Petechien, Ekchymosen, Hämatome, verstärktes Bluten aus kleinen Wunden oder Injektionsstellen
3.11Blut, Blutbildung
Anämie, Blutungen, verlängerte Blutungszeit
3.12Fruchtbarkeit, Jungtiere, Laktation
Aborte

4. Sektionsbefunde

Es werden massive Blutungen an den Schleimhäuten sowie in Mediastinum, Thorax, Abdomen, Gelenke und in der Muskulatur gefunden; bei der Sektion ist das Blut nicht geronnen.
Histopathologische Befunde: Leber: Zentrilobuläre Nekrose oder zytoplasmatische Mikrovakuolen in den Hepatozyten.

5. Weiterführende Diagnostik

5.1Direkter Nachweis
-Coumarinderivate können in Futter, Köder, Vollblut oder Leber mittels chromatographischer Methoden nachgewiesen werden. Wegen der relativ langen Latenz sind bei Ausbruch der Symptome die Coumarinderivate schon vollständig absorbiert, und eine Untersuchung des Magen-Darm-Inhaltes ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sinnvoll.


5.2Veränderte Laborwerte
-Gerinnungsparameter: Verlängerte Prothrombinzeit (PT nach Quick), verlängerte Partielle Thromboplastinzeit (PTT). Die PT oder die PTT sollten innerhalb von 4 Stunden nach Blutabnahme bestimmt werden. Wird das Citratplasma gefroren, können die Gerinnungsparameter bis zu 1 Monat lang bestimmt werden. Empfehlung: vor der Therapie mit Vitamin K1 Blut für eine spätere Quick-Bestimmung entnehmen.
-Differentialblutbild: Erniedrigter Hämatokrit, erniedrigte Thrombozytenzahl.


5.3Röntgen und Ultraschall
-Blutungen in Lunge, Mediastinum, Thorax oder Abdomen
-Kompression der Trachea und
-Herzbeutelblutungen
lassen sich mittels bildgebender Verfahren als Flüssigkeit darstellen.

6. Differentialdiagnosen

-Andere Koagulopathien, die auf Vitamin K1 ansprechen, zum Beispiel Cholestase, Malabsorptionssyndrom, Darmsterilisation durch Antibiotika.
-Koagulopathien, die nicht auf Vitamin K1 ansprechen, zum Beispiel Verbrauchskoagulopathie, Thrombozytopenien, angeborene Koagulopathien (von Willebrand)
-Andere Vergiftungen, z.B. mit organischen Lösungsmitteln, Aflatoxinen, nicht steroidalen Entzündungshemmern

7. Therapie

 

7.1Notfallmaßnahmen
-Kreislauf stabilisieren, gegebenenfalls Plasma- oder Bluttransfusion.
-Atmung stabilisieren.


7.2Dekontamination und Elimination
-Sofern die Köderaufnahme beobachtet wurde, kann wiederholt Aktivkohle (bei Obstipation in Verbindung mit Glaubersalz) verabreicht werden. Beim Eintritt der Symptome ist die Dekontamination jedoch zwecklos.


7.3Antidottherapie

Das Antidot der Wahl ist Vitamin K1.

-Initialdosis: 5 mg/kg i.v., s.c. an mehreren Orten verteilt oder rektal; die intravenöse Verabreichung nur in Verbindung mit Flüssigkeit durchführen (Gefahr einer anaphylaktischen Reaktion)!
-Erhaltungsdosis: 1.25 mg/kg s.c., 2mal täglich; sobald keine gastrointestinalen Störungen mehr vorliegen: 1.25 mg/kg Vit K1 p.o., 2mal täglich mit dem Futter (der höhere Fettgehalt von Konservenfutter steigert die orale Bioverfügbarkeit)
-Dauer der Behandlung: Die Vitamin K1-Therapie muß bei Coumarinderivaten der ersten Generation (zum Beispiel Warfarin) über mindestens 7 Tage, bei den neueren Coumarinen der zweiten Generation (zum Beispiel Diphacinon oder Brodifacoum) über mindestens 3 Wochen fortgesetzt werden. Der Quick-Test sollte 2 und 5 Tage nach der letzten Vitamin K1-Verabreichung wiederholt werden. Wenn der Quick dann immer noch verlängert ist, muß die Vitamin K1-Therapie 2 weitere Wochen fortgesetzt werden.
-Vitamin K1 führt erst nach 1-3 Tagen zur Wiederherstellung der Gerinnungsfähigkeit des Blutes, da die Leber die Gerinnungsfaktoren zuerst synthetisieren muß. Daher soll bei akuten Blutungen mit stark erniedrigtem Hämatokrit in jedem Fall auch Blut oder Plasma transfundiert werden.


7.4Weitere symptomatische Maßnahmen
-Ruhe, Tier vorsichtig handhaben und weich betten, Überwachung
-Regulierung der Körpertemperatur: Decken, Wärmelampe
-Antibiotische Versorgung
-Antiemetika, wenn das (blutige) Erbrechen längere Zeit anhält.


7.5Kontraindiziert
-Die Vitamine K3 (Menadion) und K4 (Menadiol) eignen sich nicht für die Antidottherapie, weil diese synthetische Derivate potentiell toxisch sind und eine nur beschränkte koagulatorische Wirkung vorweisen.
-Nicht steroidale Antiphlogistika, Phenothiazinderivate, Sulfonamide, Kortikosteroide, Benzodiazepine oder Furosemid verstärken die Wirkung der Cumarinderivate durch Verdrängung vom Plasmaalbumin und sollten deshalb nicht eingesetzt werden.

 

Hier finden Sie weitere Infos zu Rattengift:

http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/jahresbericht99-Dateien/typo3/index.php?id=849

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Rodentizid: Wirkungsbeginn frühestens nach 6 Stunden, Wirkmaximum nach 36 - 48 Stunden

 

Andere Stelle Wirkmaximum nach 3-5 Tagen

 

Wirkweise von Rattengift:
1. wird im Körper das Vit. K1 zerstört daher Blutgerinnungstörung

2. werden bei manchen Giften Venen und Arterien durch die Wirkstoffe im Rattengift porös, so daß es dann zu einer ungebremsten Einblutung ins Gewebe/ Darmtrakt/ Organen kommt, der Hund verblutet also nach innen.

 

Folgende Symptome sind auffällig:
- Erbrechen von Blut und auch im Kot Blut

- Zahnfleisch wird weiß,

- müde und träge, die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Die Behandlung besteht in:
Bluttransfusionen / Infusionen
und künstliche Gaben von Vit K1 ( Kokakion - Handelsname)

Viel besser ist die Behandlung sofort nach Aufnahme (!):

Wichtig ist, sollte die Aufnahme beobachtet worden sein/Verdacht bestehen: sofort zum TA um Erbrechen auszulösen ! in ersten 2-4 Stunden möglich.

Ansonsten medizinische Kohle 1g/kg als Aufschwemmung!

 

Viel Glück!

 

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind

Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ist Tierkohle ausreichend oder muß ich auf jeden Fall zum Tierarzt, da ich vor 19 Uhr
keine Möglichkeit habe den Tierarzt aufzusuchen ? Danke
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

 

wenn es wirklich nur ein kleines Stück von 1 Maus war, ist es unwahrscheinlich, daß eine sehr gefährliche Menge aufgenommen wurde. Das sicherste wäre aber trotzdem die Tiere erbrechen zu lassen (möglicherweise wurde ja noch ein Kadaver gefunden, möglicherweise hat die Maus mehrmals an Ködern gefressen und so das Gift konzentriert...) Ein Erbrechenlassen muss aber innerhalb der ersten 2-4 Stunden erfolgen. Das wäre das Sicherste. Eine 100%-Garantie, daß Kohle reicht kann ich Ihnen leider nicht geben.

 

Sollte Tierarztbesuch mit Erbrechen-Lassen überhaupt nicht möglich sein (vielleicht gibt es in der Nähe ja doch eine Praxis?), unbdingt Aufschwemmung von medizinischer Kohle wie oben beschrieben geben.

Adsorbens

-Aktivkohle, Carbo medicinalis, 1-5 g/kg, in Wasser aufschwemmen und als 10% Suspension (1 g/10 ml) p.o. eingeben. Empfehlenswert sind gebrauchsfertige aromatisierte Kohlesuspensionen. Kann im Abstand von 6-8 Stunden wiederholt verabreicht werden.
-Aktivkohle ist das Adsorbens der Wahl. Es gibt nur wenige Stoffe, die nicht von Aktivkohle adsorbiert werden, nämlich Alkohole, Cyanide, Nitrit, Laugen und Säuren. Ein weiterer Vorteil der Aktivkohle ist, dass durch die Adsorbtion von Giftstoffen, die mit der Galle ausgeschieden, aber normalerweise über den Darm rückresorbiert werden, der enterohepatische Kreislauf unterbrochen wird. Ferner gelangen gewisse Stoffe auch unabhängig von der biliären Ausscheidung in den Darm zurück und werden dort gebunden (sogenannte "Darm-Dialyse").
-Nicht empfehlenswert sind:
Universalantidot: z.B. Gemisch aus Aktivkohle, Magnesiumhydroxid und Tannin.
Kombination von Aktivkohle mit Paraffinöl oder Arzneimitteln.
Gebrannter Toast oder Holzkohle sind wirkungslos.

 

Freundliche Grüße,

 

Udo Kind

 

 

 

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Herzlich Dank für Ihren Rat , war mit den beiden Chaoten beim Tierarzt. Er hat
verfahren wie Sie es auch vorgeschlagen haben. Ich hoffe das wars.




Danke
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

 

danke für die Rückmeldung.

Ich glaube nich, daß es noch Probleme geben wird.

Unterstüzend könnten Sie zur Entgifung (auch vom Apomorphin) 2 Tage Nux vomica D6 3xgl. 5 Globuli geben (muß aber nicht unbedingt sein, wenn es den Hunden gut geht).

 

Alles Gute & gute Nacht ,

 

Udo Kind