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Kleintierärztin
Kleintierärztin, Tierärztin
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 3376
Erfahrung:  Tierärztin seit 2004, derzeit tätig in Kleintierklinik, Blutegeltherapeutin
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Kleintierärztin ist jetzt online.

kastration terrier aggressiver als vorher bissiger

Kundenfrage

Nach der Kastration ist unser Parson Russel sehr agressiv geworden. Er hat alle aus der Familie schon angegriffen. Meine frau z. nachdem sie ihn eine Anweisung geben wollte . Meine Tochter nachdem der Postbote geklingelt hat und sie ihn anleinen wollte um die Post in Empfang zu nehmen. usw. Also hat er die Rudelführung übernommen. Ich bin sehr streng mit ihm aber er knurrt mich immer an wenn ich ihm einen Befehl geben will. Im Moment überlege ich ob ich Ihn abgebe, weil er extrem angrifslustig geworden ist sobald ihm etwas nicht passt . Kann das mit der Kastration zu tun haben Er war vorher aber auch gegen andere Hunde aggressiv. Man konnte immer nur mit der Leine gassi gehen, und immer hat er auch andere Hunde angreifen wollen. Was können sie uns raten?
Danke
Gruss Loewe
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag,

eine Kastration kann, muss ich aber nicht positiv auf das Aggessionsverhalten auswirken. Eine Kastration hat in der Regel nur Einfluss auf das Geschlechtsspezifische Verhalten, also das Verhalten gegenüber anderen Rüden. Es gibt nach wie vor keine eindeutigen wissenschaftlichen Studien hierzu, aber man kann davon ausgehen, dass der Einfluss der Kastration auf das Verhalten des Tieres häufig überbewertet wird. Das ein Hund durch die Kastration aggressiver geworden ist, ist mir nicht bekannt. Was ich mir vorstellen kann ist, dass ein Teil seiner Aggressivität durch Angstverhalten geprägt ist - dieses kann durch eine Kastration durchaus verstärkt werden.

Die einzige Lösung für Ihr Problem sehe ich darin einen guten Hundetrainer aufzusuchen und den Hund und sein Verhalten Ihnen gegenüber analysieren zu lassen. Wie Sie selbst schreiben hat der Hund die Rudelführung übernommen - dies kann auf Dauer sehr gefährlich werden und spricht für ein Dominanzproblem. Häufig lässt sich dieses durch richtiges Training beheben - Strenge und Konsequenz sind hier nicht immer die einizige Lösung - dies kommt aber auf den individuellen Fall an und lässt sich daher aus der Ferne schlecht beurteilen.

Sie schreiben nicht wie alt der Hund ist, aber vermutlich ist schon in der Prägephase einiges falsch gelaufen - dies passiert meistens aus Unwissenheit und nicht aus schlechter Absicht. Terrier sind zwar sehr liebe Hunde, neigen aber auch zu Dominanzproblemen und sind nicht immer einfach zu erziehen. Wie sieht es mit der Grunderziehung aus? Beherrscht der Hund Sitz, Platz (und das auch etwas länger), Komm, usw. Wer geht bei Ihnen zuerst durch die Tür? Sie oder der Hund?

Sie sollten sich dringend an einen Hundetrainer in Ihrer Nähe wenden - häufig reichen einige Sitzungen um die Probleme zu erkennen und die richtige Vorgehensweise zu erörtern - den Rest kann man dann gut zu Hause üben.

Alles Gute
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Danke. Der Hund ist 4Jahre alt und beherscht alle Anweisungen. Sitz Plath bleibst. usw. Wir haben allerdings keine Zeit um mit ihm zum Hundetrainer zu gehen. Wir sind in einem Club. Dort können wir die Freilauffläche Nutzen. In der Welpenschule und späte in der Hundeschule hatten die Trainer selbst immer Probleme. Auch diese durch die Tür Regel haben wir konsequent durchgeführt. Aber jetzt lässt er sich nicht mehr unterordnen. Angstvscheint eine Rolle zu spielen, vor Türen. Wenn er Stress hat dann beisst er auch Türen. Die Antwort von eben war mir schon bekannt. Den Rat den ich brauche ist ob wir diese Attacken überbewerten, und wie wir im Moment reagieren sollen um ihn in die Schranken zu weisen.
Danke
Gruß Loewe
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Wenn der Hund mindestens ein Familienmitglied bereits angegriffen hat und evtl. sogar zugebissen hat denke ich nicht, dass Sie sein Verhalten überbewerten. Das Verhalten des Hundes wird mit zunehmendem Alter nicht von alleine besser werden - eher im Gegenteil. Hundeerziehung ist leider nicht pauschal zu beantworten - hier kommt es immer auf den individuellen Fall an, ich kann Ihnen daher nicht aus der Ferne sagen tun Sie dies oder jenes und der Hund wird sich normal verhalten. Wenn Sie keine ausreichende Zeit finden mit dem Hund einen Hundetrainer aufzusuchen würde ich ernsthaft in Erwägung ziehen mich von dem Tier zu trennen. Wie Sie schreiben gab es bereits in der Hundeschule Probleme mit dem Tier - auch wundert es mich, dass Sie den Hund anleinen müssen um die Post an der Tür zu empfangen. Ich denke hier liegt ein tiefergehendes Problem vor, welches vermutlich auch einiges mit Angsverhalten zu tun hat - wichtig ist hier, dass der Hund Vertrauen zu Ihnen hat und sich in Ihrer Gegenwart sicher fühlt - tut er dies nicht, versucht er sich mit Aggressionen zu helfen. In diesem Fall (ist natürlich nur eine Vermutung, da ich den Hund nicht kenne) erreichen Sie mit Strenge eher das Gegenteil, da der Hund erst recht Angst bekommt. Wie gesagt, ich denke hier sollte ein erfahrener Hundetrainer möglichst vor Ort die Situation beurteilen und Ihnen Ratschläge geben wie Sie in Ihrem Fall am Besten verfahren.