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Kleintierärztin
Kleintierärztin, Tierärztin
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 3376
Erfahrung:  Tierärztin seit 2004, derzeit tätig in Kleintierklinik, Blutegeltherapeutin
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Kleintierärztin ist jetzt online.

Hallo liebes Tier rtzeteam, wir haben uns Ende Jan. einen

Kundenfrage

Hallo liebes Tierärtzeteam,
wir haben uns Ende Jan. einen 10,5 Jahre alten Staffordschire/Rottweilermix Rüden, 45 kg, aus dem Tierheim geholt. Er ist topfit, läuft noch klasse am Rad, hat eine sehr gute Figur und ist auch gut und gleichmäßig bemuskelt. Einziges Manko, eiterähnliche Tropfen aus dem Penis und auch Urintropfen (reichlich). Zudem etwas platter Kotabsatz. Nach Absprache mit unserem Tierarzt wollten wir ihm keine Narkose mehr zumuten und haben uns für einen chemischen Kastrationschip entschieden. Das war mitte August. Nach ca. 5 Wochen ließ das Tropfen nach, ist fast ganz weg. Nur habe ich jetzt das Gefühl, dass seine Muskeln, trotz gleicher Bewegung, doch stark erschlaffen. Besonders an der Hinterhand, aber auch über den Ellenbogen. Mittlerweile 11-jährig, wird er bestimmt auch Athrose haben, was wir aber noch nicht haben untersuchen lassen. Leider ist er nicht so Tierarzt freundlich und müsste auch für Röntgenbilder in Narkose. Nun zu meinen Fragen, gibt es etwas, um die Muskulatur aufzubauen oder wenigstens zu halten? Oder gibt es gegen das Tropfen vielleicht doch noch eine andere Möglichkeit? Unser Erstversuch war Antibiotika und spülen, hat aber nicht's gebracht. Über eine gute Idee von Ihnen würde ich mich sehr freuen, denn wir möchten unseren "Alten" doch möglichst lange fit halten.
Liebe Grüße
Angela Sick
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag,

die Sekretabsonderung am Penis ist bei unkastrierten Rüden weit verbreitet und ist meistens ein sogenannter Präputialkatarrh. Man kann es mit Spülungen mit verschiedenen Lösungen (Kochsalz, Kamillenlösung, Antibiotische Lösungen, etc,....) versuchen, meist beginnen die Symptome aber gleich nach Absetzen der Behandlung wieder von vorne. So lange der Präputialkatarrh dem Hund keine Probleme bereitet, streiten sich Fachleute darüber,ob er behandlungswürdig ist, oder nicht. Die einzig dauerhafte Lösung ist im Grunde die Katration des Rüden, oder wie in Ihrem Fall die chemische Kastration.

Bezüglich der Probleme mit dem Bewegungsapparat könnten Sie es mit Cartrophen versuchen - ich habe hier gerade bei älteren Hunden sehr gute Erfahrungen gemacht.
Dies ist ein Präparat, welches die Regeneration des Gelenkknoprels fördert. Ich habe hiermit gerade bei älteren Hunden mit Arthrosen etc. sehr gute Erfahrungen gemacht.

Auch eine Lokalisation der Schmerzhaftigkeiten durch eine sogenannte Triggerpunktsuntersuchung könnte hilfreich sein. Hier werden bestimmte schmerzrelevante Punkte gedrückt - ein erfahrener Tierarzt kann so ohne Röntgenuntersuchung feststellen, ob und wo Schmerzhaftigkeiten vorliegen. Man kann dann an die entsprechenden Stellen z.B. Blutegel ansetzen. Diese geben schmerzlindernde und entzündungshemmende Substanzen ab und können so einiges bewirken. Ich habe einen älteren Hund im Kundenstamm, der mit Cartrophen, Physiotherapie und Blutegeln trotz extremer HD und Arthrose wieder sehr gut läuft und vor allem eine sehr gute Lebensqualität hat. Wenn Sie also alternativen Behandlungsmöglichkeiten gegenüber nicht abgeneigt sind, ist dies eine gute Alternative zu dauerhaften Schmerzmedikamenten.

Ich finde es übrigens sehr schön, dass Sie dem alten Tier ein neues zu Hause gegeben haben.

Alles Gute für Ihren Hund - für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Kleintierärztin und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo,

danke fürs Akzeptieren meiner Antwort.

Durch Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Arthrosen) versuchen die meisten Hunde die betroffenen Gebiete zu entlasten, wodurch es in diesen Bereichen zu Muskelatrophien (Muskelschwund) kommt. Bei Arthrosen im Bereich des Beckens kann man hier beispielsweise einen Rückgang der langen Sitzbeinmuskulatur feststellen, während die Ellenbogen überlastet werden und dann häufig Schmerzhaftigkeiten zeigen.

Eine Muskelatrophie durch einen Kastrationschip ist mir bisher nicht bekannt. Es ist schon so, dass männliche Geschlechtshormone sich positiv auf die Entwicklung der Muskulatur auswirken, einen Muskelschwund innerhalb so kurzer Zeit nach chemischer Kastration halte ich jedoch für unwahrscheinlich. Häufigste Nebenwirkung der chemischen Kastraion ist im Grunde die "Verkleinerung" der Hoden - diese ist jedoch meist reversibel.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für die weitere Antwort.
Da er nach wie vor freudig und locker läuft, spielt und tobt, ohne Anzeichen von Lahmheiten, war es eine nette Hoffnung, dass durch den Chip und seine Wirkung, eher Fett als Muskelgewebe aufgebaut wird. Sie fühlen sich jetzt einfach schlaffer an, sind nicht mehr so stramm wie vorher. Nur manchmal habe ich bei gleichmäßigen Trabpassagen das Gefühl, als wenn er aus der Schulter raus etwas steif läuft, aber er ist ja auch schon 11. Und stimmt, seine Hoden sind arg geschrumpft.

Aber wehret den Anfängen. Mir ist meine "alte" Pferdetierärztin wieder in den Kopf gekommen, sie hat eine sehr ruhige Ausstrahlung und vor allem Geduld. Meine alte, sensible Stute hat sich von ihr fast alles gefallen lassen. Da sie auf Chiropraktik, Osteopathie und Akkupunktur spezialisiert ist und auch Hunde behandelt, kann ich mir gut vorstellen, dass sie eine vernünftige Untersuchung ohne Narkose bei unserem Dicken hinbekommt. Auch wenn sie jetzt weiter weg sitzt, denke ich, dass sich der Weg lohnt. So können wir die Chemiekeule vielleicht noch eine Weile nach hinten schieben.

Vielen Dank für die guten Informationen.


Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo,

ich denke das mit der Tierärztin von der Sie schreiben ist eine gute Idee - eine Kollegin mit der Erfahrung wird bei dem Hund auch ohne Narkose feststellen können, ob und wo Schmerzhaftigkeiten vorliegen. Häufig reicht es sich entsprechende Übungen zeigen zu lassen - man kann diese dann zu Hause mit dem Hund durchführen.

Freut mich, dass ich Ihnen ein wenig helfen konnte.

Weiterhin alles Gute - würde mich freuen, wenn Sie mir mitteilen, was die Kollegin gesagt hat.

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