So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Kleintierärztin.
Kleintierärztin
Kleintierärztin, Tierärztin
Kategorie: Tiermedizin
Zufriedene Kunden: 3376
Erfahrung:  Tierärztin seit 2004, derzeit tätig in Kleintierklinik, Blutegeltherapeutin
47154271
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Tiermedizin hier ein
Kleintierärztin ist jetzt online.

Liebe Tier rzte, meine Katze (ca. 3.5 Jahre alt) hat seit

Kundenfrage

Liebe Tierärzte,

meine Katze (ca. 3.5 Jahre alt) hat seit Ende 2008 ein Problem mit Struvit-Steinen und bekommt seitdem 1 mal täglich RC Urinary High dilution (ca. 30 gr. TroFu) und 1 mal Naßfutter, bzw. Rindergulasch (ca. 100 gr.). Alle drei Monate wird seitdem der Urin kontrolliert. Vor dreieinalb Monaten bin ich in eine neue Stadt gezogen und habe jetzt wieder den Urin kontollieren lassen. Das Ergebnis war: Große Struvit-Steine, kleine Oxalat-Steine und ein PH-Wert von 5.
Meine Fragen: Können sich bei einem PH-Wert von 5 überhaupt Struvit-Steine bilden?
Außerdem scheint mit der Wert viel zu niedrig zu sein, das kann ja dann tatsächlich auch zu den Oxalat-Steinen führen.
Und sollte man jetzt wirklich weiter Trockenfutter füttern? Ich bin ohnehin kein Freund davon (habe dreieinhalb Jahre meine sehr alte Katze mit Diabetis gepflegt) und habe den Eindruck, daß das die Bildung von mindestens Oxalat-Steinen fördert.
Herzlichen Dank für Antworten und Tips!

Paulina
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Tiermedizin
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Abend,

wurden im Urin wirklich Steine, oder nur Kristalle gefunden?? Normalerweise halten sich Struvitkristalle bei einem so niedrigen pH wie dem von Ihrer Katze nicht, sondern lösen sich auf. Dies ist ja auch der Sinn der Struvit auflösenden Diät die Sie füttern. Ich empfehle diese Diät eigentlich nur bei akuten Struvitkristallen, nach 2 -3 Wochen kontrolliere ich den Urin noch einmal nach. Wenn dann keine Kristalle mehr nachweisbar sind und der pH-Wert nicht mehr erhöht ist, empfehle ich die Erhaltungsdiät gegen Struvitsteine, die es z.B. von der Firma Selectavet gibt. Die Diät zum Auflösen ist auf Dauer zu aggressiv und führt dann häufig zu einem Absinken des pH-Werts in den zu niedrigen Bereich, was dann, wie Sie schon erwähnt haben die Bildung von Calciumoxalatsteinen fördert.

Ich empfehle Ihnen einen Ultraschall von der Blase machen zu lassen, damit Ihr Tierarzt beurteilen kann, ob sich bereits Steine gebildet haben, die dann noch zu Kristallansammlungen im Urin führen. Das gleichzeitige Vorkommen von Struvit- und Calciumoxalatkristallen habe ich noch nicht beobachtet. Besorgen Sie sich ruhig pH-Wert Teststreifen und testen Sie den Urin Ihrer Katze noch einmal nach.

Ich bin eher ein Freund von Trockenfutter, da Nassfutter sehr häufig Zuckerstoffe enthält und mit Nassfutter gefütterte Katzen eher zu Zahnproblemen und Mundgeruch neigen. Es gibt aber auch Struvitdiätfutter als Nassfutter, unter anderem von der Firma Hills.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Liebe Tierärztin,

herzlichen Dank für die rasche Antwort, Sie bestätigen mein Unbehagen an der Diagnose - angeblich sind die Struvitsteine die größten, die die TA jemals gesehen hat. Ich habe zwar auch einen Blick durch's Mikroskop geworfen, aber mangels Vergleichswerten könnte ich nicht sagen, ob es sich um Steine oder Artefakte (Staub etc.) handelt. Die Oxalat-Steine sind wesentlich kleiner als die, die als Struvit-Steine (explizit nicht Kristalle) identifiziert wurden.
Ich versuche grundsätzlich Nassfutter ohne Zucker und Karamell zu füttern und wie gesagt, nach den Jahren mit meiner Zuckerkatze (die vorher viele gesunde Jahre hatte) bin ich ggü. Trockenfutter ein wenig skeptisch.
Könnten Sie vielleicht noch ein paar Worte zur Erhaltungsdiät und zu der Frage des Umgangs mit dem Oxalat sagen (muß nicht sofort sein, ich werde nicht vor morgen mittag dazu kommen noch mal in Ruhe nachzuschauen)? Die Teststreifen werde ich besorgen und wenn ich das irgendwie hinbekomme auch meinem alten TA in meiner Heimatstadt eine Urinprobe mitbringen, damit der noch mal nachsieht. Ich bin jetzt offengestanden allerdings auch sehr unsicher, inwieweit ich der Diagnose insgesamt folgen soll und werde Madame wahrscheinlich dann zeitnah in die hier vorhandene Klinik zum Ultraschall bringen, auch für diesen Tip vielen Dank.
Eine ruhige Nacht wünscht
Paulina
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo Paulina,

was hat man Ihnen denn als Therapie geraten?

Ich würde ebenfalls eine erneute Urinprobe von Ihrem Tierarzt untersuchen lassen und evtl. sogar bis dahin auf die Fütterung von Diätfutter verzichten, da der pH-Wert Ihrer Katze wirklich ziemlich niedrig ist, insbesondere für eine Katze die zuvor Probleme mit Struvitkristallen hatte. Lassen Sie auf jeden Fall einen Ultraschall maXXXXX, XXXXXn können Sie entscheiden, ob eine Diät und wenn ja, welche Diät notwendig ist. Ein zu starkes Absinken und die dadurch entstehende Bildung von Calciumoxalatkristallen wäre äußerst ungünstig. Einmal vorhandene Calciumoxalatsteine können nicht aufgelöst,sondern müssen operativ entfernt werden.

Bei den Struvitdiäten gibt es prinzipiell zwei verschiedene Arten. Zum einen die von Ihnen gefütterte recht aggressive Diät zum Auflösen von Struvitkristallen, zum anderen die nicht so aggressive Erhaltungsdiät. Diese ist im Phosphor- und Magnesiumgehalt reduziert, was einen tiefen Urin zwischen 6,0 und 6,3 bewirkt. Eine hohe Energiedichte und eine leichte Verdaulichkeit werden auch noch beschrieben. Diese Diät ist als Präventation gedacht. Die eigentliche Diät zum Auflösen von Struvitkristallen ist im Magnesium- und Phosphorgehalt noch weiter reduziert und enthält dafür mehr Natrium. Beide Futtermittel enthalten harnsäuernde Stoffe. Die Diät zum Auflösen sollte allerdings nur 5 bis 12 Wochen verwendet werden.

Sollten sich wirklich schon Oxalatkristalle gebildet haben, muss der pH-Wert des Urins wieder erhöht werden, ein pH von ca. 6,5 sollte hier angestrebt werden. Dies dürften Sie eigentlich dadurch erreichen, dass sie das Diätfutter weglassen.

Ich gehe normalerweise folgendermaßen vor. Zunächst mache ich immer einen Ultraschall oder ein Röntgenbild, um beurteilen zu können, ob sich bereits Steine gebildet haben. Wenn keine großen Steine vorliegen, bekommt die Katze für ca. 3 Wochen die aggressivere Auflösungsdiät, dann wird der Urin erneut untersucht. Je nach Stärke der Kristallbildung gebe ich dann, wenn keine Kristalle mehr vorhanden sind, noch einige Zeit die Erhaltungsdiät, spätestens nach 6 Monaten dann wieder normales Futter mit regelmäßigen Urinkontrollen. Manche Katzen benötigen dann nach einiger Zeit wieder Diätfutter - normalerweise klappt dies aber sehr gut, so lange die Besitzer sich an die vereinbarten Kontrollen halten.

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Diät von Specific gemacht.

Sie sollten übrigens versuchen, Ihre Katze zu vermehrtem Trinken zu überreden, dies wirkt sich sehr positiv auf die Verhinderung der Steinbildung aus. Sehr gut funktioniert hier ein Trinkbrunnen, bei dem das Wasser über eine Kugel läuft. Fast alle Katzen finden dies so spannend, dass sie mehr trinken.

Ich hoffe ich konnte IHnen ein wenig helfen.
Kleintierärztin und weitere Experten für Tiermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Herzlichen Dank, so werde ich vorgehen! Als Therapie wurde jetzt zwei Mal täglich RC Urinary HD angesetzt - ich schütte jetzt schon immer Wasser dazu, damit sie mehr trinkt. Ansonsten hat sie zwei Näpfe und nimmt ganz ordentlich Wasser zu sich und geht auch häufig auf's Katzenklo. Das mit dem Trinkbrunnen hatte ich auch schon überlegt, das werde ich machen.
Dann werde ich ihr heute abend schon mal wieder ihr geliebtes Rindegulasch vorsetzen und auf die Jagd nach neuem Urin gehen.
Noch mal herzlichen Dank und Ihnen alles Gute!
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 7 Jahren.
hallo,

freut mich Ihnen ein wenig geholfen zu haben. Ich bin mir sicher, Sie bekommen das hin. Alles Gute Ihnen und Ihrer Katze.