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Kleintierärztin
Kleintierärztin, Tierärztin
Kategorie: Katzen
Zufriedene Kunden: 3376
Erfahrung:  Tierärztin seit 2004, derzeit tätig in Kleintierklinik, Blutegeltherapeutin
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Kleintierärztin ist jetzt online.

Hallo,mein Kater (13) hat vermutlich einen Schlaganfall gehabt.

Kundenfrage

Hallo,mein Kater (13) hat vermutlich einen Schlaganfall gehabt. Hinterläufe sind fast gelähmt, er schleppt sich mit den Vorderpfoten. Kann man Blutverdünner geben? Wenn ja, in welcher Dosis? Meine Hausärztin würde helfen. Ist sich nur nicht sicher, ob und in welcher Dosis dies helfen würde. Tierarzt hat Cortison Prednivolon 2,5 mg gegeben.
Vielen Dank!
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Katzen
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Guten Abend,

Schlaganfälle im eigentlichen Sinn kommen bei Katzen im Grunde nicht vor. Die von Ihnen beschriebenen Symptome werden häufig mit einem Schlaganfall verwechselt, da sie diesem sehr ähnlich sind, auch wenn die Ursache bzw. Entstehung eine andere ist.

Häufig handelt es sich um ein sogenanntes geriatrisches Vestibularsyndrom. Die Ursache bzw. Entstehung dieser Erkrankung ist noch nicht ganz geklärt, man vermutet eine Durchblutungsstörung im Gleichgewichtsorgan, welches sich im Innenohr befindet. Dieses Syndrom tritt meist schlagartig aus dem Nichts auf, weshalb es häufig als "Schlaganfall" diagnostiziert wird. Symptome dieses Syndroms sind Kopfschiefhaltung, Torkeln, Kreisbewegungen, schnelle Augenbewegungen (Nystagmus), Einbrechen der Hintergliedmaßen, etc. Eine spezifische Therapie gibt es leider nicht, dieses Syndrom heilt in der Regel von alleine wieder aus. Einen gewissen Erfolg schreibt man der Gabe von Kortison zu, auch eine intravenöse Infusion zur Verbesserung der Durchblutung kann hilfreich sein. Die Kortisongabe war daher auf jeden Fall nicht falsch. Während das Vestibularsyndrom bei Hunden meist innerhalb von 1 - 2 Wochen völlig ausheilt kann dies bei Katzen bis zu 6 Wochen dauern.

Wenn die Katze auch Kopfschiefhaltung zeigt, kommen alternativ alternativ Ursachen wie eine Mittel- oder Innenohrentzündung, Tumore oder Vergiftungen in Frage, da diese ganz ähnliche Symptome auslösen. Da die Probleme jedoch so plötzlich aufgetreten sind halte ich diese Ursachen für eher unwahrscheinlich, wenn Ihnen vorher keine Kopfschiefhaltung, vermehrtes Kratzen am Ohr oder ähnliches aufgefallen sind.

Auch eine Thrombenbildung kann zu solchen Symptomen führen. Setzt sich der Thrombus im Bereich der Abzweigung der Blutgefäße der Hintergliedmaßen ab kann dies zu akuten Lähmungserscheinungen, starken Schmerzen, torkeligem Gang, Panikattacken, Atemproblemen etc. Leider ist es ziemlich schwierig einen solchen Thrombus nachzuweisen, manchmal lässt er sich im Gefäßultraschall nachweisen. Leider gibt es bei Katzen keine wirkungsvollen Medikamente zur Blutverdünnung um solche Thromben aufzulösen. Auch hier sind Kortison und Infusionen Mittel der Wahl. Manche Literaturquellen empfehlen eine sehr geringe Dosis Asperin täglich. Hierbei muss man jedoch vorsichtig vorgehen, da höhere Dosen Asperin für Katzen toxisch sind. Die Wirkung ist auch nach wie vor wissenschaftlich umstritten.

Thrombenbildungen sind häufig die Folge einer Herzerkrankung, so dass es im Zweifelsfall sinnvoll wäre die Katze in Hinblick auf die Herzgesundheit zu untersuchen. Hier bietet sich z.B. ein Herzultraschall an, der meist auch ohne Narkose gut möglich ist. Solche Untersuchungen führen allerdings nicht alle Tierärzte durch.

Hat der Kater Reflexe an den Hintergliedmaßen, reagiert er beispielsweise, wenn Sie ihm in den Zwischenzehenbereich kneifen? Wie fühlen sich die Hinterpfoten an? Sind sie beispielsweise kälter als die Vorderpfoten? Wenn sie kälter sind und/oder der Kater keine Reflexe zeigt ist eine Thrombenbildung sehr wahrscheinlich. Wenn Reflexe vorhanden sind und die Pfoten gleichmäßig warm sind liegt eher eine Störung im Hirnbereich (Durchblutungsstörung) vor.

Während die Prognose beim Vestibularsyndrom gut ist, ist die Prognose bei einer Thrombenbildung leider sehr schlecht. Nur wenige Katzen erholen sich wieder. Wenn die Beweglichkeit wieder zurückkommt ist das Risiko einer erneuten Thrombenbildung sehr hoch. Man sollte dann das Herz ganz genau untersuchen und hier eventuell therapeutisch eingreifen.

Gute Besserung für Ihre Katze

Alles Gute für Ihre Katze
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Vielen Dank für die Antwort. Sie bestätigt leider nur meine Befürchtungen. Den Tierarztgang gestern hätte ich mir sicher sparen können. Sein Zustand hat sich danach verschlimmert. Nur hat er scheinbar keine Schmerzen mehr - Gott sei Dank!


Jetzt muss ich mich um ihn kümmern, er versucht aufzustehen.


Vielen Dank.

Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ich drück Ihnen die Daumen, dass er wieder in Gang kommt. Falls noch Fragen bestehen können Sie mich gerne noch einmal kontaktieren. Über eine positive Bewertung würde ich mich freuen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Leider hat Murphy den Kampf heute verloren. Auf Anraten der Tierärztin musste ich heute die Entscheidung treffen, ihn zu erlösen. Er hat es geschafft und ich muss nun mit dem Verlust und der Entscheidung, ihn zu erlösen, leben. Er war der liebste, verschmusteste Kater mit absolutem Vertrauen mir gegenüber. Ich hoffe, dass ich sein Vertrauen verdient habe.

Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 4 Jahren.
tut mir sehr leid, dass es Ihr Kater nicht geschafft hat. Ich hatte so etwas leider schon befürchtet. Ich wünsche Ihnen trotzdem alles Gute.

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