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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Katzen
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Beitrag : "Katze bricht rot bräunliche flüssigkeit seit heute

Kundenfrage

Beitrag :
"Katze bricht rot bräunliche flüssigkeit seit heute mittag."
schade das ich zu meiner lezten frage keine antwort bekomme ob ich meiner katze neben dem iberogast auch prednisolon 5 mg geben kann. so wie ich das in verschiedenen foren gelesen habe, wo katzen das selbe problem hatten.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Katzen
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo,

Erbrechen mit Blutbeimengungen wird meist von Schleimhautschäden verursacht. Prednisolon kann diese Schäden verstärken, daher sollte man es nicht geben. Nur wenn eine allergische Ursache oder eine Immunerkrankung die Ursache wäre, sollte man Cortison geben. Magen-Darm-Ulcera (Magen-Geschwüre, also besonders starke Schleimhautschäden) stellen eine Kontraindikation für Cortison dar. Weitere Infos zu Cortison finden Sie hier: http://www-vetpharm.uzh.ch/wir/00000005/0248__F.htm)

Katzen verlieren beim Erbrechen Flüssigkeit und trocknen aus. Blut im Erbrochenen deutet auf eine schwere Schädigung der (Magen-)schleimhaut, die baldmöglichst behandelt werden muss (außer es ist einmalig eine kleine Menge Schleim mit Blut z.B. durch Katzengras).

Baldmöglichst zum Tierarzt gehen sollten Sie insbesondere wenn,
-sie ausgetrocknet ist (Katze muß dann baldmöglichst Infusionen erhalten):
--die Schleimhäute deutlich blasser sind als sonst
---Augenschleimhaut weißlicher oder gelblich (Leber);
---Maulschleimhaut: Kapillarfüllungszeit länger als 2 Minuten, d.h. wenn man auf die rosafarbene Maulschleimhaut mit einem Finger drückt wird sie blaß und muß dann innerhalb von höchstens 2 Sekunden wieder roa sein), wenn es länger dauert, Zeichen für Austrocknung
---eine Hautfalte nicht sofort wieder verstreicht
-die Katze quält sich dauernd mit Würgereiz (Fremdkörperverdacht, starke Mandelentzündung),
-Temperatur (rektal gemessen) außerhalb des Normalbereichs von 38° bis 39°, gefährlich ist v.a. Untertemperatur unter 37,5°, Zeichen für Austrocknung
-das Allgemeinbefinden Ihrer Katze sehr gestört ist (sehr ruhelos oder zieht sich vollkommen zurück)
-im Erbrochenen öfter Blut zu sehen ist, haben Sie bereits mehr als einmal gesehen?
-der Bauchumfang stark zunimmt
-die Katze ständig Ihren Bauch leckt (Hinweis auf Schmerzen, z.B. durch Bauchspeicheldrüsenentzündung)

Sobald eines dieser Zeichen eintritt, müssen Sie sofort zum Tierarzt! (Infusion, Antibrechmittel, Schleimhautschutz, säurereduzierende Medikamente, Antibiotika....)

Erbrechen hat neben einer normalen leichten Magenentzündung, die z.B. durch ungewohntes oder zu kaltes Futter auftreten kann, meistens eine der folgenden Ursachen:
-Nierenerkrankung (meist ist dann der höhere Durst auffällig) Hat Ihre Katze ihren Urin normal abgesetzt? (auch ein Harnstau kann mal zu Erbrechen führen)
-Lebererkrankung (evtl. gelbliche Schleimhäute, oft sehr müde)
-infektionsbedingte Entzündungen der Magenschleimhaut (meist viral oder bakteriell, manchmal erhöhte Temperatur also über 39 Grad)
-Magen-/Darmgeschwüre oder Tumore
-seltener Futtermittelvergiftungen (bei Jungtieren häufiger)
-relativ häufig Überfunktion der Schilddrüse (oft sehr schneller pochender Herzschlag auffällig, Tiere oft "aufgedreht"), eher bei älteren Katzen
-seltener Diabetes (hoher Durst, Abmagerung)
- Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Schmerz, häufiges Brechen)
-auch Herzerkrankungen (u.a. durch Rückstau zur Leber) sind möglich, eher bei älteren Tieren
-Rachenentzündungen (Rachen, Mandeln, Kehlkopf…), oft Schluckbeschwerden, Erbrechen meist kurz nach dem Fressen oder beim Fressen

Zur Abklärung dieser Ursachen ist ein Tierarztbesuch sinnvoll, denn zur Ursachenklärung sind Blutuntersuchung und ggf. auch Röntgenaufnahmen/Ultraschall nötig.

6 Stunden würde ich kein Futter geben (frißt sie noch normal? Nichts-Fressen ist über mehr als 1 Tag auch sehr gefährlich, da Katzen schnell in eine bedrohliche Stoffwechselstörung kommen) und dann mit leicht verdaulichem Futter (z.B. mageres Geflügelfleisch, Hüttenkäse, Reis) in kleinen Portionen beginnen. Ins leicht erwärmte Trinkwasser sollten Sie möglichst etwas Elektrolytpulver (z.B. Rehydration support von waltham, gibt´s beim Tierarzt) geben. Achtung: darauf achten ob die Katze das angereicherte Wasser mag.

Unterstützend (aber nicht einen Tierarztbesuch ersetzend!) könnten Sie Nux vomica D6 (morgens und nachmittags) und Pulsatilla D6 (vormittags und abends) geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit 1 Tl. Katzenmilch ins Maul geben)

Sehr sinnvoll wäre die Gabe von Sucralfat, z.B. Ulcogant l (schützt die Schleimhaut durch Bildung eines Schutzfilms und wirkt gegen Übersäuerung, ist aber verschreibungspflichtig, gibt´s beim Tierarzt)

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind