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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Katzen
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Unser 15 Jahre alter Kater verliert unkontrolliert Urin (alles

Kundenfrage

Unser 15 Jahre alter Kater verliert unkontrolliert Urin (alles auf einmal), dreht sich dann wie verrückt im Kreis, wirft sich auf den Rücken.

Kai Mickley
Blutenburgstr. 76
80636 München

0176 - 32 73 25 57
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Katzen
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

es könnte sich um epileptische Anfälle handeln.
Wie verhält sich Ihr Kater vor und nach dem Anfall?
Beobachten Sie zeitweise Koordinationsstörungen oder Kopfschiefhaltung?

Zunächst sollte man - soweit möglich- abklären, ob es möglicherweise organische Ursachen gibt:
Insbesondere folgende organische Ursachen kommen für die Anfalle Ihrer Katze in Frage:
-schwere Stoffwechselstörungen, z.B. Urämie (Anreicherung von Harnstoff im Blut durch Niereninsuffizienz), Leberstörung oder Diabetes, in den meisten Fällen fällt ein erhöhter Durst auf, Schilddrüsenüberfunktion (bei älteren Katzen häufig, dann oft Gewichtsverlust trotz gutem Fressen)...Diagnose durch Blutuntersuchung
-Infektionen , dann oft Fieber (d.h. rektal gemessen über 39°) und nahezu immer Allgemeinstörungen;
-Sauerstoffmangel durch Herzfehler oder zu wenig rote Blutkörperchen (dann würen bläulich-blasse Schleimhäute, Kurzatmigkeit, schnelle Erschöpfung etc. auffallen)
-Hirnveränderungen (z.B. Hirntumor, Wasserkopf),
- Hirndurchblutungstörung/Schlaganfall (hierfür wäre Karsivan hilfreich, auch wenn Ihr Kater sonst zeitweise etwas "dement" wirken sollte)

Zur Diagnose sind Allgemeinuntersuchung (insbesondere auch Herz und Ohren), Blutuntersuchung und evtl. bildgebende Verfahren (Röntgen, für einen Hirnveränderungen sogar CT/MRT ) erforderlich. .

In vielen Fällen findet man aber auch keine Ursache für die Krämpfe und kann nur symptomatish behandeln. Als Dauerbehandlung nimmt man Luminaletten (Phenobarbital), im akuten Anfall Valium (Diazepam). Außer mit Luminal alleine kann man zusätzlich (Luminaldosierung dann oft runtersetzbar) mit Kaliumbromid behandeln. Auf Luminaletten als Monotherapie (alleine gegeben) sprechen etwas über 50% der Epileptiker gut an.

Dosierungen: Phenobarbital: 1 -8 mg/kg KG 2 x täglich; Kaliumbromid : 20 - 40 mg/kg Körpergewicht 1x täglich oral.
Die genauen Dosierungen (einschleichend beginnen) müssen individuell an Hand der Serum-Medikamentenspiegel eingestellt werden (durch Blutuntersuchungen).
Wichtig im Anfall ist, Gegenstände an denen Ihre Katze sich verletzen könnte, möglichst schnell zu entfernen.

Sind die Pupillen Ihrer Katze gleich groß? Verkleinern sie sich bei Lichteinfall auf beiden Seiten gleich und werden sie bei Dunkelheit beide gleich schnell wieder größer. Falls nicht, wäre dies ein Zeichen für ein zentrales (Gehirn-)problem.

Bei einer bakteriellen Infektion wäre die Gabe von Antibiotika sinnvoll,
bei Gehirnveränderungen mit Schwellung wäre Cortison sinnvoll
bei Durchblutungsstörungen (insbesondere des Gehirns) ist Karsivan (intervet, Tierarzt) oft ein gutes Mittel.

Unterstützend könnten Sie auf jeden Fall :
- Viatamin B-Komplex (z.B. VMP-Tabletten, Pfizer, gibt´s beim Tierarzt),
- Karsivan und
- Conium D6 3x täglich geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit 1 Tl. Katzenmilch ins Maul geben
-außerdem Cuprum D6 und Zincum D6 je 1x täglich geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern mit Spritze mit etwas Wasser ins Maul geben ),
- im Anfall (besonders starkes Zucken): Belladonna D6 alle 2 Minuten sowie alle 10 Minuten (bis wieder alles normal) 5 Bachblüten Rescue-Tropfen (angstreduzierend).
-B-Vitamine (als Tabletten oder Tropfen, z.B. vom Tierarzt)

Prüfen Sie bitte
- rektal die Temperatur (normal 38° - 39°)
- die Schleimhautfarbe (Lid, Maul, sollte rosa sein wie bei uns)
- einige Reflexe:
- - Pupillarreflex (Licht führt zu gleichzeitigem und gleichmäßigem Verkleinern der Pupillen)
- - Patellarreflex (Reaktion auf Schlag auf Kniescheibensehne, normale Reaktion: Bein schnellt nach vorn)
- - Analsphinkterreflex (Reaktion auf Berührung des Afters, normal: Verschluss des After)
- - Fähigkeit des Schwanzwedelns
- - Korrekturreflex: Pfoten der Hinterbeine beugen (Oberseite der Pfote zum Boden) Normal: Katze nimmt sofort wieder normale Stellung ein
- - Zwischenzehenreflex: festes Kneifen der Zwischenzehenhaut: Normal: soll zu Anziehen des Beines führen
- - Fußungsreflex: Katze hängend (Kopf oben) mit Hinterbeinen, Fußrückenseite) gegen Tischkante führen, Normal: Katze soll sofort mit dem Fuß versuchen auf den Tisch zu treten

Falls Sie deutliche Störungen feststellen, sollten Sie bitte noch mal zum Tierarzt gehen und Ihre Katze noch mal intensiv bzgl. Herz-Kreislauf, Reflexprüfungen und Organauffälligkeiten untersuchen lassen. Sollten sich die Anfälle mehrfach wiederholen, würde ich für Ihre Katze Luminaletten verschreiben lassen (allerdings Wirkung erst nach 1-2 Wochen).



Viel Glück!

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

PS: bin erst um ca. 21:20 wieder online (falls Rückfragen)