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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Katzen
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Hallo! Meine Katze Maya ist 11 Jahre alt und lebt, seit sie

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo!
Meine Katze Maya ist 11 Jahre alt und lebt, seit sie ca. 6 Wochenalt war, bei uns. Sie war schon immer ein ziemlich dicker Brocken (EKH, ca. 8-9 kg), obwohl sie gar nicht übermäßig viel frisst. Vor ca. Einem halben Jahr fing sie an, sich Haare auszulecken. Flohkur und Entwurmung haben nichts gebracht. War auch nicht sehr schlimm, weil sie nicht wirklich kahle Stellen bekam - ich fand halt immer mal wieder ein kleines Büschel Haare.

Das Haareauslecken hörte auf, als ihre Schwester vor ca. 6 Wochen eingeschläfert werden musste (nicht behandelbare Tumore). Seitdem frisst sie nur wenig und nimmt stetig ab.
Ich habe den Eindruck, dass sie erst die Krankheit ihrer Schwester wahrnahm und schon ahnte, wie das ausgeht (Fell auslecken) und nun ihre Schwester vermisst. Können Katzen auch psychosomatisch erkranken? Ist das vielleicht Mayas Art zu trauern?

Ich finde es ja nicht schlimm, wenn Maya abnimmt, aber sie hat in diesen 6 Wochen ca. 2,5 kg abgenommen und das find ich ganzschön viel für diese kurze Zeit.

Wäre toll, wenn ich Feedback bekomme.

Danke XXXXX XXXXX Grüße,
Mayas Frauchen
Hallo,

dieser Gewichtsverlust ist definitiv viel zu stark und könnte durch eine Stoffwechselerkrankung (z.B. der Leber oder der Schilddrüse) verursacht sein. Wie ist der Durst? Insbesondere falls stark könnte auch ein Diabetes (Zuckererkrankung) vorliegen. Auch bei Nierenerkrankungen tritt teilweise starker Gewichtsverlust und schlechteres Fressen auf.
Sinnvoll wäre auf jeden Fall eine Blutuntersuchung der wichtigen Organe und des Blutbildes.

Katzen trauern auf jeden Fall um ihre Partnerkatze, in Extremfällen kann dies auch zu Futterverweigern führen, allerdings meist eher in den ersten Tagen nach dem Verlust.
Bei Trauer auf Grund von Partner-Verlust hat sich Folgendes als unterstützende Hilfe bewährt:
- Bachblüten-Rescue-Tropfen (10 Tropfen Konzentrat auf 10 ml Wasser , davon 3x tgl 5 Tropfen)
- Ignatia D6 3x täglich 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette) geben, ist oft gut wirksam bei "Folgen von Verlust" und Trauer.
- Feliway-Verdampfer und Feliway-Spray (Ceva, gibt´s beim Tierarzt, ein katzenspezifischer Wohlfühlduftstoff, der beruhigend wirkt; Pheromon, mit dem Katzen beim Köpfchenreiben markieren) ; der Verdampfer wird in eine Steckdose gesteckt und gibt den für uns unriechbaren Duft 4 Wochen ab.
- - Selgian (Ceva, nur über Tierarzt) :zum Abbau von Stress und Angst, die erwünschte Wirkung tritt hier aber oft erst nach 3-4 Wochen ein. Ich würde zunächst nur Feliway probieren; auch Clomicalm ist ein vergleichbares gutes Medikament. Möglich wäre auch die Gabe von Fluoxetin (aber möglichst nur von verhaltenstherapeutisch arbeitendem Tierarzt).
- Beschäftigen Sie Ihre Katze möglichst viel: Spiele (soweit möglich), Suchspiele (später auch einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie das Selbstbewußtsein der Katze stärken und die Katze lernt, sich auf etwas anderes als den Verlust zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung
- - Viele Spiel- Jagd und Versteckmöglichkeiten anbieten, Futter suchen und fangen lassen, Angelspiele etc., erhöhte Plätze, mehrere Kratzbäume.
- - Baldriantropfen und/oder Katzenminze in den Räumen verteilen (fördert Wohlbefinden) , evtl Wärmflasche, Rotlicht oder Heizdecke anbieten

Das Verweigern der Nahrung Ihrer Katze kann jedoch neben der Trauer (evtl. auch als Folge: Trauer schwächt den Organismus, sodaß manchmal Krankheiten in dieser Phase entstehen) viele weitere Ursachen haben:

-Entzündungen im Maul (Zähne/Zahnwurzel, Zahnfleisch, Rachen) sind oft schmerzhaft und viele Katzen verweigern dann ihr Fressen. Falls für Sie gefahrlos möglich, evtl. bitte selbst ins Maul schauen, besser aber tierärztliche Untersuchung. Dabei sollte tief in den Rachen geschaut werden und die Zunge heruntergedrückt werden (zum Feststellen von Mandelproblemen, Rachenentzündungen etc.). Sie können auch selbst mal gegen die Zähne klopfen und drücken, um festzustellen ob Ihre Katze irgendwo an den Zähnen Schmerzen hat. Möglich wäre auch ein Fremdkörper, der sich im Hals festgesetzt hat und das Schlucken behindert (Diagnose durch Endoskopie)

-Infektionskrankheit. Messen Sie bitte die Temperatur Ihrer Katze (rektal, etwas Creme oder Öl an´s Thermometer machen), normal ist eine Temperatur unter 39°. Über 39,5°: Fieber, Antibiose erforderlich; unter 37,5°: Untertemperatur, unbedingt Infusion geben lassen

-Organerkrankungen (Niere, Leber, Schilddrüse...). Sie können mit einer Blutuntersuchung festgestellt / ausgeschlossen werden. Es sollte auf jeden Fall die Schilddrüse mit untersucht werden („Geriatrieprofil").

- Schmerzen z.B. Bauchschmerz durch Magenschmerz oder Entzündungen von Organen, seltener auch vom Bewegungsapparat, oft wird die betroffene Gegend vermehrt abgeschleckt.

-Aufnahme eines Fremdkörpers (Schnur, Grashalm, Nadel, Bällchen, Gummiband... fast alles ist möglich!), der zu Entzündungen geführt hat; dann aber meist häufiges Würgen. Wenn der Fremdkörper im Bauch ist kann er natürlich zu Schmerzen führen ("berührungsempfindlicher Bauch") Diagnose oft nur durch Röntgenaufnahme oder Endoskopie möglich., meist eher jüngere Katzen

-(teilweiser) Darmverschluss (z.B. durch Haarballen), möglich ist auch ein Megacolon, eine Aussackung des Enddarmes, hätte man aber beim Röntgen vermutlich gesehen

Fühlen Sie bitte den Bauch Ihrer Katze. Sollte sie dort angespannter und härter sein als sonst sowie sich sehr gegen Ihre Untersuchung wehren, hat sie wahrscheinlich Schmerzen. Dann würde ich Metamizol (Novalgin 25-30 mg/kg 2-3 x tgl. geben), dann aber baldmöglichst tierärztliche Abklärung

Kann sich Ihre Katze normal bewegen? Wann war der letzte Kot- und Urinabsatzabsatz , versucht(e) sie öfter etwas abzusetzen? Schleckt sie sich irgendwo vermehrt (dies deutet oft auf Schmerzen in diesem Bereich hin). Relativ oft kommt Harnröhrenverschluß vor (vergeblicher Harnabsatz, dicker harter Bauch, frißt nicht), dann bitte sofort zum Tierarzt.

Versuchsweise können Sie das Futter erwärmen (riecht dann besser und wird eher genommen). Sollte die Katze dann aber nichts nehmen und weiter lustlos und / oder berührungsempfindlich sein ( Schmerzen), sollten Sie sie am Besten noch heute einem Tierarzt vorstellen, um keine Krankheit zu verschleppen (ist dann oft schwerer und langwieriger zu behandeln).

Katzen kommen bei Nichtfressen und Nichttrinken schnell in eine gefährliche Stoffwechselstörung (Leber) und trocknen aus. Sollte Ihre Katze im Lauf des Vormittags nichts zu sich nehmen (evtl. mit kleiner Spritze etwas Futter, Katzenmilch, erwärmtes Wasser, Vitaminpaste ins Maul geben), sollten Sie noch heute zum Tierarzt gehen.

Außerdem sollten Sie bitte zum Tierarzt gehen , wenn:
-die Schleimhäute blasser sind als sonst (Augenschleimhaut weißlicher oder gelblich (Leber); Maulschleimhaut: Kapillarfüllungszeit länger als 2 Minuten, d.h. wenn man auf die rosafarbene Maulschleimhaut mit einem Finger drückt wird sie blaß und muß dann innerhalb von höchstens 2 Sekunden wieder roa sein)
-Temperatur (rektal gemessen) außerhalb des Normalbereichs von 38° bis 39° ( Achtung: Untertemperatur ( unter 37° wäre besorgniserregender als etwas Fieber, Temperaturen oberhalb von 39,5° deuten auf schwerere Infektionen) Ebenso bei Temperaturen unter 37,5° (braucht dann dringend Infusionen!)
-das Allgemeinbefinden Ihrer Katze sehr gestört ist (länger andauernd sehr ruhelos oder zieht sich den ganzen Vormittag vollkommen zurück) .
-der Bauchumfang stark zunimmt , der Bauch hart und angepannt ist

Sobald eines dieser Zeichen eintritt, müssen Sie sofort zum Tierarzt! Dieser gibt dann je nach Lage Infusionen, Schmerzmittel, Antibiotika, ...

Unterstützend (aber keinesfalls den Tierarztbesuch ersetzend) können Sie folgendes tun:
- Lycopodium D6 (Appetit anregend und die Leber unterstützend) 3x täglich 1 zerpulverte Tablette oder 5 Globuli (am Besten mit etwas Katzenmilch unabhängig vom Futter) geben.
- hochkalorische Vitaminpaste (calopet,vom Tierarzt oder gimpet, Zoohandel)
-Vitaltrunk (cp-pharma) oder Reconvales Tonicum K, beides Katzenflüssignahrung, die sich auch per Spritze verabreichen lässt und die oft auch von Katzen genommen wird, die sonst nicht mehr fressen.

Falls man mit diesen Maßnahmen nicht weiter kommt, kann man evtl. auch das appetitanregende Cyproheptadin (Peritol, 2-4 mg pro Katze) versuchen; dieses Mittel ist aber verschreibungspflichtig.

Bieten Sie bitte eine Wärmflasche oder Heizdecke an (fördert Wohlbefinden un auch viele Heilungsvorgänge).
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Katze viel Kraft!


Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße XXXXX XXXXX

Udo Kind

Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Katzen sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
hallo Herr Kind!
vielen Dank XXXXX XXXXX ausführliche Antwort. Da habe ich doch gleich einen Schreck bekommen und bin heute schnurstracks mit Maya zum Tierarzt gegangen. Diagnose:
Blutwerte soweit alle ohne Befund, lediglich der T4-Wert zu niedrig, was wohl auf was chronisches hinweisen könnte
also wurde ein Ultraschall gemacht. Die Leber ist verändert, was auf durch die niedrige Nahrungszufuhr zurückzuführen ist. Außerdem ein Knoten in der Leber. Außerdem war die Milz auffällig (Gewebe "gescheckt") und es war ein Lymphknoten an der Blase sichtbar. Die Tieräztin sprach von Lymphom.

Wir sind so verblieben, dass wir Maya vorerst aufpäppeln wollen und sehen, ob sich ihr Zustand verbessert. zusätzlich bekommt sie Cortison.

Problem ist einfach, dass unsere Ersparnisse durch die (letztendlich sinnlose) Tumorbehandlung der Schwester so gut wie aufgebraucht sind. Somit musste ich von einer Gewebeprobe und Eventuellen Chemotherapie erstmal absehen und diesen anderen Weg gehen. Die Tierärztin macht uns nicht viel Hoffnung. Ich hab sie aber dennoch ...

Gruß,
Mayas Frauchen