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Tierarzt-mobil
Tierarzt-mobil, Tierärztin
Kategorie: Katzen
Zufriedene Kunden: 4328
Erfahrung:  20 Jahre Berufserfahrung als Kleintierärztin in Kliniken, versch.Kleintierpraxen,als selbstständige mobile Tierärztin
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Tierarzt-mobil ist jetzt online.

Mein Kater wurde am Freitag eingeschläfert. Er hatte im Keller

Beantwortete Frage:

Mein Kater wurde am Freitag eingeschläfert. Er hatte im Keller erbrochen. Neben seinem Futter waren zwei Plastikschnippsel in der Größe von zwei Euro-Stücken dabei. Dach muss er in das Erdgeschoß gelaufen sein. Dort lag er merkwürdig auf den Fliesen. Meine Frau wollte ihn streicheln, darauf reagierte er mit fauchen (was er, der liebste Kater der Welt nie getan hatte). Er wollte dann aufstehen, was ihm schwer fiel, da die Hinterbeine nicht so richtig mitmachten. Als wir ihn dann sofort nach Hochmoor zur Tierklinik brachten benahm er sich im Tragekorb wieder vollkommen normal. Er konnte aufstehen und sich drehen. Er war aufmerksam und leckte meinem Sohn die Finger ab. Seine Atmung war unauffällig. Während der Behandlung änderte sich das. Zunächst wurde er abgehört und abgetastet. Kein Befund. Doch dann sollte Blut abgenommen werden, was mit Problemen einherging. Es dauert wohl 15 Minuten bis etwas Blut kam. Scheinbar zu wenig. Eine Kochsalzlösung sollte helfen. Dann wurde noch an dem anderen Bein Blut entnommen. was sofort funktionierte. Dann wurde der Kater noch geröntgt (Bauchraum), weil die Nierenwerte nicht gut waren. Über nacht blieb er in der Klinik und bekam eine Infusion zur Verbesserung der Nierenwerte. Am nächsten Tag war der Kater vollkommen erschöpft und atmete mit offenem Maul, was er bereits nach der Behandlung am Vorabend anfing. Wir dachten es sei die Aufregung. Die Klinik rief an und teilte mit, er habe Wasser in der Lunge und einen drei Zentimeter großen Tumor im Herzen, was man per Ultraschall festgestellt habe. Es könne auch ein Propfen sein. Er habe noch höchstens eine Woche zu leben. In der Klinik angekommen, war der Kater nur noch jammerd in seiner Box. Ein grausames Bild. Dann hat er noch versucht an mir hochzuklettern, mit letzter Kraft. Passt das alles zusammen? Was hat er wirklich gehabt? Mauzi war ein zugelaufener Kater und geschätze 12 Jahre alt. Sein äußerer Zustand war hervorragend. Fell glänzte ganz toll und seine Zähne waren auch bestens. Kann mir jemand helfen?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Katzen
Experte:  Tierarzt-mobil hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Morgen,

zunächst einmal tut es mir sehr leid für Sie alle, daß Mauzi so leiden mußte und verstorben ist.

Der ganze Vorbericht erscheint mir - gut, daß er so ausführlich ist - etwas seltsam.
Das Verhalten im Keller könnte auf einen Thrombus hingedeutet haben. Diese sind bei Katzen - wenn sie überhaupt auftreten - in den Beinen lokalisiert und stark schmerzhaft. Dies würde seinen jämmerlichen Zustand dort erklären.
Dies würde auch die schwierigkeiten bei der Blutabnahme erklären, da das Blut offenbar stark eingedickt war.
Eine weitgehende Nierenerkrankung bei einer Katze, die völlig unauffällig ist und aussieht erscheint mir zumindest ungewöhnlich, da es ja quasi ein Zufallsbefund war.
Gerade das Fell verändert sich bei Niereninsuffizienzen zum struppigen Zustand hin.

Nun hat Mauzi sich während Untersuchung und Behandlung nach und nach sehr aufgeregt, was verständlich ist, da die Blutabnahme Schwierigkeiten bereitet hat.
15 Minuten für eine Blutabnahme sind für eine Katze, die dann natürlich auch Angst hat, eine erhebliche Zeitspanne.
Die starke Erschöpfung und das Atmen mit offenem Maul scheint zunächst einfach nur auf einen fast nicht auszuhaltenden Streß des Katers hinzudeuten - nicth zwangsläufig auf eine Herzerkrankung.
Ein Tumor an der Herzbasis könnte unerkannt gewachsen sein. Wenn er jedoch zum Tod des Tieres führt, muß er schon eine beträchtliche Größe haben - und dies ruft Symptome hervor. Da Mauzi viel draußen war, könnte Ihnen eine geringe Belastbarkeit evtl. entgangen sein.
Wasser in der Lunge verursacht immer wieder Atemprobleme - mit verstärkter Bauchatmung, evtl. Husten (bei Katzen jedoch seltener) -und das haben Sie nicht beschrieben.


Man wird es nicht mehr endgültig klären können, was die Ursache für seinen Tod war. Eine Thrombose wäre eine mögliche Erklärung, ein Tumor an der Herzbasis wäre evtl. eher per Röntgen festgestellt worden (was Sie sich vorlegen lassen könnten)ist aber nicht unmöglich.
Der ursächliche schlechte Zustand im Keller könnte aber ebensogut von einer Kolik gezeugt haben, da er ja irgendetwas aufgenommen hatt, was er erbrochen hat. Möglich wäre da eine Vergiftung, die die Nierenwerte akut verschlechtert hat - aber ohne weitere Symptome wie häufigeres Erbrechen und blutigen Durchfall auch nciht so wahrscheinlich.

Sehr starker Streß kann zum Herztod eines Tieres führen, wenn bereits eine gewisse Prädisposition - z.B. durch altersbedingte Veränderungen an den Herzklappen - bestehen.

Erst eine Obduktion könnte endgültige Klärung bringen - aber leider nicht mehr das Leben von Mauzi. Daher muß man es wohl so stehenlassen.



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Vielen Dank XXXXX XXXXX !


Mit freundlichen Grüßen,


Christiane Jahnke




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Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo Frau Jahnke,


ich habe noch eine Nachfrage zum meinem Kater Mauzi, den ich nie vergessen werde, da er mir soooooo viel gegeben hat.


Kann der Thrombus durch das starke Erbrechen im Kellerflur entstanden sein. Mauzi hatte vor vier Jahren beide Kreuzbänder hinten rechts gerissen, als er noch Freiläufer war. Er hatte damals zwei künstliche Bänder implantiert bekommen. Kann dieser Thrombus sich im Herzen per Ultraschall dargestellt haben und letztendlich zu einer zu großen Belastung geführt haben.


Wieso konnte die Tierklinik seine Lebenserwartung (1Woche) einschätzen, wenn sie sich nicht einmal sicher war ob im Herzen ein Tumor oder ein Propfen (drei Zentimeter groß) zu erkennen war.


 


Meine Nachfragen dienen auf keinem Fall dem Zweck, gegen die Tierklinik Hochmoor etwas zu unternehmen. Ich würde im Notfall auch heute noch dort hinfahren. Ich möchte für mich nur eine gewisse Klarheit schaffen um ein kleines Stück besser mit der Situation umgehen zu können. Das bin ich auch Mauzi schuldig.


 


 


Ein sehr trauriger Nachfrager. Danke!


 


 

Experte:  Tierarzt-mobil hat geantwortet vor 5 Jahren.
ich verstehe Ihre Trauer sehr gut - besonders in Anbetracht eines so ungeklärten Todesfalles.
Sich auf eine Einschätzung der Lebenserwartung einzulassen finde ich persönlich immer etwas leichtsinnig, weil es ganz oft dann doch nicht hinhaut.
Das Erbrechen wäre aus meiner Sicht nicht mit einer Thrombose zu erklären - höchstens das merkwürdige Laufen.
Mit einem Thrombus im herzen ist es so eine sache : gibt es einen derart großen Thrombus, wäre der Kater einfach tot umgefallen auf Grund des entstehenden Gefäßverschlusses. Dabei hätte es sich ja nicht mehr um kleine Gefäße, sondern um deutlich größere gehandelt.
Ein 3 cm großer Tumor an der Herzbasis würde im allgemeinen Veränderungen in der Belastbarkeit schaffen - die Frage ist, ob man dies mitbekommt bei einem Freigänger.
Erkennen könnte man sowohl einen Thrombus als auch einen Tumor im Ultraschall - dies bleibt also offen.
Man kann im Fall von Mauzi weder eindeutig sagen "so muß es gewesen sein" , noch "die Klinik hat etwas falsch gemacht" - es ist ein ungewöhnlicher Fall - auch schon durch den Beginn der Beschwerden.
Ich denke es ist ein tragischer Unglücksfall, der nicht hätte vermieden werden können.
Ich hoffe, daß dies hilft Ihren Frieden damit zu schließen - auch wenn es schwer fällt.

Mit freundlichen Grüßen,

Christiane Jahnke