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Tierarzt-mobil
Tierarzt-mobil, Tierärztin
Kategorie: Katzen
Zufriedene Kunden: 4328
Erfahrung:  20 Jahre Berufserfahrung als Kleintierärztin in Kliniken, versch.Kleintierpraxen,als selbstständige mobile Tierärztin
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Tierarzt-mobil ist jetzt online.

Hallo, mein Kater ist jetzt 4 Jahre alt.Seit neuestem kratzt

Kundenfrage

Hallo, mein Kater ist jetzt 4 Jahre alt.Seit neuestem kratzt und beißt er sich an den Vorderpfoten- und Beinen bis das kahle Stellen kommen. Die äußeren Leftzen mit denen die Katzen markieren sind wundgescheuert und mittlerweile krustig. Am unteren Maul Richtung Kehlkopf ebenfalls. Es scheint wie eine Art Putzzwang zu sein. Der Besuch beim Tierarzt war ziemlich unbefiredigend. Es gab eine Cortisonspritze mit Langzeitwirkung und ich sollte das Futter umstellen. Habe ich getan. Nun scheint die Langzeitwirkung der Spritze nachzulassen und das ganze Desaster geht wieder von vorne los. Bei einem Menschen würde ich auf eine Psoriasis tippen aber was ist das bei einer Katze?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Katzen
Experte:  Tierarzt-mobil hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

vermutlich ist Ihr Kater ein Allergiker - leider unterdessen auch bei Katzen gar nicht mehr selten. Bisher wurde Cortison gegeben - das Mittel der Wahl zur Unterdrückung des Juckreizes und gut wirksam bei Allergien. Wie Sie jedoch selbst schon festgestellt haben, ist die Wirkung nach einiger Zeit verflogen und das Spiel geht von vorne los. Zudem hat Cortison neben vielen guten Wirkungen langfristig gesehen auch einige Nebenwirkungen, die den Stoffwechsel betreffen - und sollte somit möglichst vermieden werden. Soweit möglich sollte man das/die Allergen vermeiden. Aber dazu muß man sie erst einmal herausfinden.
Ein Allergietest durch eine Blutuntersuchung ist unumgänglich. Dabei wird zunächst in einem Vortest festgestellt in welche Richtung die Allergie geht:
- saisonal (Gräser, Pollen etc.)
- asaisonal (Hausstaub-,Futtermilben , Flohspeichel etc.)
- Futtermittel

An Hand dieses ersten Ergebnisses läßt man dann genau spezifizieren, auf welche Allergene der Kater reagiert.
Es gibt Allergene, die man vermeiden kann (Futtermittel, Flohspeichel,Futtermilben z.B.), und solche, gegen die man keine Chance hat (Hausstaub, menschliche Epithelien). Dagegen kann man eine sog. Desensibilisierung durchführen lassen. Dabei wird das Allergen (in speziell für Ihren Kater angefertigter Lösung) in steigenden Konzentrationen unter die Haut gespritzt, um den Körper zu einer verstärkten Immunabwehr zu veranlassen.
Richtig durchgeführt, funktioniert dies meist sehr gut.

Diese Untersuchung steht jetzt sozusagen am Anfang. Erst danach kann man entscheiden, wie weiter zu verfahren ist. Wird der Test nicht durchgeführt, bleibt man leider beim weiteren Rumprobieren, und letztlich beim Cortison, da der Leidensdruck durch das extreme Kratzen immer größer wird und zudem die Haut Schaden nimmt (sekundär starke Hautentzündung, die dann wiederum antibiotisch behandelt werden muß).

Homöopathisch unterstützend können Sie folgendes geben :
- Sulfur D6 (3xtgl 5-8 Globuli oder eine Tablette)
- Rhus toxicodendron D6 (dieselbe Dosierung)

Ob also wirklich nur eine Futtermittelallergie vorliegt, bzw. ob sie überhaupt vorliegt, ist also fraglich. Somit kann auch eine Futterumstellung nur einen begrenzten Effekt haben.
Daß eine Allergie vorliegt erscheint mir sehr wahrscheinlich, da der Kater der einzige von mehreren ist, der Symptome hat. Damit kann eine ansteckende Erkrankung quasi ausgeschlossen werden. Da Cortison angeschlagen hat, verdichtet sich der Verdacht auf eine Allergie.


Auch eine Autoimmunerkrankung, die einer Allergie stark ähnelt, und letztlich eine Allergie gegen körpereigene Zellen darstellt, ist sehr gut möglich.
Bei Katzen kommt fast ausschließlich der Pemphigus foliaceus vor.

Beim Pemphigus sind die Reaktionen des Körpers gegen die Verbindungsstrukturen zwischen Zellen der Haut gerichtet: Bei der mit Abstand häufigsten Form, dem Pemphigus foliaceus, gegen die Zellen in der Epidermis, die viel Desmoglein I enthalten und sich daher besonders im Bereich von Nase, Nasenrücken, Augenumgebung, Ohren und Pfoten befinden, beim Pemphigus erythematosus gegen Desmoglein III-reiche Zellen, also den Bereich von Haut-Schleimhaut-Übergängen (Nase, Augen, Lefzen, After, Scheide, Präputium).
Bei dieser Erkrankung beobachtet man recht schnell eine Verschorfung bzw. eine Krustenbildung.
Die Diagnosestellung dahingehend erfordert eine histopathologische Untersuchung einer gewebprobe. Die Schwierigkeit besteht darin, daß fast immer eine baketrielle Sekundärinfektion das Bild verschleiert, weshalb oft nur eine starke Dermatitis (Hautentzündung festgestellt werden kann.

Ich würde daher erst einmal zum Allergietest raten, da die Möglichkeit wahrscheinlicher ist.


Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen geholfen zu haben. Bitte bewerten Sie meine Antwort, wenn Sie zufrieden sind durch Anclicken eines Smiley - Buttons. Nur durch eine positive Bewertung wird meine Arbeit vergütet. Sollten Sie nicht mit meiner Antwort zufrieden sein, können Sie gerne nochmals nachfragen, damit Sie eine zufriedenstellende Antwort erhalten.

Vielen Dank XXXXX XXXXX !

Mit freundlichen Grüßen,

Christiane Jahnke

Tierarzt-mobil und weitere Experten für Katzen sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für die umfangreiche Antwort. So etwas in der Richtung dachte ich mir schon, wobei ich glaube, dass es sich bei Peppino um eine saisonale Allergie handelt, da er vorher Freiläufer war entdeckte ich die ersten Tellen an den Pfoten schon voriges Jahr. Nun ist er in der Wohnung mit Balkon, aber die Symtome traten ertmalig wieder im Frühjahr auf, im Winter war Ruhe. Der Kater ist vom Grundsatz her ehe Weißfällig und sehr sensibel, da ich vor 20 Jahren mit meinem ersten Kater, der ebenfalls Weiß war ähnliche Probleme hatte, die einfach nach Jahren aus dem Nichts auftraten, stimme ich Ihnen zu. Dies hätte aber auch meine Tierärztin besser wissen müssen. Nochmals vielen Dank.
Experte:  Tierarzt-mobil hat geantwortet vor 5 Jahren.
da kann ich Ihnen nur Recht geben. Aber häufig meinen die Tierärzte, daß ein Allergietest zu teuer ist mit ca. 150-180 € (daher lehnen ihn auch viele Tierbesitzer ab) - nur wenn man die Kosten zusammenrechnet, die mit dem einfacheren Weg der Cortisongabe auf die Dauer zustandekommen rechnet es sich trotzdem noch. Außerdem ist die ständige Cortisongabe einfach schlecht, wenn es evtl. auch andere Möglicheiten gibt.

Mit freundlichen Grüßen,

Christiane Jahnke