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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Dr. med. vet.
Kategorie: Katzen
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Kann durch den Stress vom Zusammenführen zweier Katzen FIP

Kundenfrage

Kann durch den Stress vom Zusammenführen zweier Katzen FIP entstehen? Und bei welchen Katzen ist das Risiko am größten? (Bauernhofkatze, Tierheimkatze oder von einem kleinen Züchter?)
Ich habe eine 5 jährige Katze mein Kater ist leider vor ein paar Tagen verstorben und ich möchte wieder eine zweite Katze dazunehmen. Soll ich lieber ein Kitten oder ein Tier so ca. 1 1/2 bis 2 Jahre nehmen und wie hoch ist die Gefahr, daß die Katzen an FIP erkranken können?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Katzen
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

die Wahrscheinlichkeit, daß durch das Zusammenführen FIP entsteht ist sehr gering (aber natürlich nicht 100% ausschließbar). Umgekehr profitiert später aber das Immunsystem, wenn sich die Katzen gut oder zu Mindest brauchbar verstehen (dadurch dann FIP-Risiko etwas gesenkt), sodaß insgesamt die Vorteiel einer 2. Katze überwiegen.

Bei einer Tierheimkatze ist das Risiko , eine FIP-Katze zu erwerben vermutlich am höchsten, umgekehrt ist es natürlich auch, von dort eine Katze zu nehmen und ihr eine artgerechte Lebensweise zu ermöglichen.

Falls der Züchter seine Katzen auf FIP untersucht , ist das Risiko vermutlich am ggeringsten. Andererseits besitzen Bauernhofkatzen oft ein sehr robustes "natürliches" Immunsystem.

Coronairen kommen im Darm fast jeder Katze vor und können unter ungünstigen Umständen zu FIP-Viren mutieren.
Die Mutation der im Darm befindlichen Coronaviren kann man nicht verhindern, Mutationen sind etwas ganz normales, was ständig stattfindet. Man kann der Katze gute Lebensbedingungen bieten und dadurch ihr Immunsystem stärken und so die Wahrscheinlichkeit für eine FIP-Erkrankung weitestmöglich senken (egal ob mit Coronavirusnachweis oder ohne).
.Weitere Infos finden Sie z.B. hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Feline_Infekti%C3%B6se_Peritonitis

Am Besten ginge das normalerweise mit einer jungen Kätzin , mit einem jungen(!) Kater wäre es auch möglich. Hier finden Sie die Beziehungen von neuen Katzen zu Alteingesessenen zusammengefasst - so wie es meistens ist (feste Regeln gibt es bei Katzen nicht):

http://www.villa-maine-coon.de/wissenswertes.htm

Kommt neu dazu

Bereits im Haus

Junge Kätzin

Junger Kater

Erwachsene Kätzin

Erwachsener Kater

Junge Kätzin

Problemlos, als Erwachsene gehen beide evtl. stärker auf Distanz.

Ideal, meist wird es eine Freundschaft fürs Leben. Kastration wichtig, sonst gibt's Nachwuchs.

Häufig heftige Abwehr der Älteren, klappt nur mit sehr viel Zuwendung.

Probleme gibt es nur selten. Manchmal reagiert der Kater gleichgültig.

Junger Kater

Fast immer sind die beiden nach kurzer Zeit ein Herz und eine Seele.

In der Jugendzeit ideal, später geht jeder z.T. seiner eigenen Wege.

Abwehr der Älteren, aber weniger heftig als bei einer jungen Kätzin.

Junge Katerchen werden akzeptiert, Halbwüchsige evtl. Konkurrenz.

Erwachsene Kätzin

Die Neue erklärt die Wohnung zu ihrem Revier. Junge Katze braucht Schutz.

Kätzin gibt sofort den Ton an, duldet Katerchen aber nach kurzer Zeit.

Extrem schwierig. Geht nur dann gut, wenn eine der beiden klein beigibt.

Ausgang offen: Es kXXXXX XXXXXebe sein, aber auch ständig Hiebe geben.

Erwachsener Kater

Der Kater ist der Boss. Und wird oft zum Beschützer der kleinen Katze.

Sehr junge Kater werden akzeptiert, Halbwüchsige sind oft Konkurrenz.

Fast immer wehrt sich die Kätzin mit allen Mitteln gegen den Eindringling.

Eine Frage des Naturells: Gutmütige Kater kommen klar, andere meiden sich.


Folgende Methoden haben sich zur Katzenzusammenführung bewährt:

A) Verhaltenstraining
1. Vor dem Zusammenlassen:
- Pheromonaustausch zwischen den Katzen (Mit Wattebausch oder Zellstoff über die Haut der Unterkieferäste streichen - dort haben Katzen Duftdrüsen, mit denen sie Gegenstände mit ihrem Eigengeruch markieren- , anschließend wird der so gewonnene
Duftstoff auf dem Rücken und der Schulter des anderen Tieres verteilt
dann die jeweilige Katze loben und füttern ( so wird der Duft der fremden Katze mit Angenehmem verknüpft). Diesen Pheromonaustausch sollten Sie möglichst unmittelbar vor jeder Fütterung und möglichst auch vor anderen für die Katzen angenehmen Dingen (Schmusen, Streicheln, Spielen) durchführen.
- Austauschen eines Teils der Schlafdecken auf dem gewohnten Schlafplatz alle 3-4 Tage, so wird der Geruch der anderen Katze mit Angenehmem (Schlaf und Ruhe) verbunden
-vor dem Zusammenlassen sollten die Tiere zu etwa 2/3 gefüttert worden sein und möglichst schon gut bewegt also etwas müde sein. (Satt und ausgelastet streitet man weniger)
-unterstützend allen Katzen 4x täglich 5 Rescue-Tropfen (Bachblüten) mit etwas Wasser oder Katzenmilch geben

Beim längeren Zusammensein (am Besten während der gewohnten Streichel- und Schmusezeit, die die alten Katzen gewöhnt sind):
-Alle Katzen liebevoll streicheln (alle sollten sich geborgen fühlen), evtl. alle Katzen etwas Leberwurst (oder eine andere Lieblingsspeise vom Finger lecken lassen
-Um gegenseitige Fellpflege zu animieren kann man dann etwas Leberwurst oder Sahne (oder sonst eine Lieblingsspeise) auf das Fell beider Katzen streichen.

B) Medikamente
Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit folgenden Medikamenten:
- Rescue-Bachblütentropfen (4x täglich 5 Tropfen für 10-14 Tage )
- Feliway-Zerstäuber (enthält katzenspezifische beruhigende Wohlfühl-Duftstoffe , Gesichtspheromone, mit denen Katzen beim Köpfchenreiben von ihnen geliebte Dinge markieren, wird in die Steckdose gesteckt und gibt den für Menschen unriechbaren Duftstoff 4 Wochen lang ab; Ceva, gibt´s beim Tierarzt)
- Felifriend (für den gemeinsamen Gruppengeruch)

Meist funktioniert das Zusammenführen mit diesen Maßnahmen innerhalb von ein paar Tagen, es gibt aber auch immer wieder Einzelfälle, wo sich Katzen nicht so gut "riechen" können, so wie dies bei Menschen ja auch ist. Dies ist aber sehr selten, zu Mindest eine Gewöhnung (Katzen akzeptieren sich gegenseitig) ist fast immer möglich.

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind



Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

haben Sie noch eine Frage? Ich antworte gerne noch einmal.
Falls Sie keine Ergänzungsfrage mehr haben, würde ich Sie bitten, fairer Weise und den allgemeinen Abläufen bei just-answer entsprechend meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten ohne Vergütung bliebe. Vielen Dank im Voraus!

Freundliche Grüße,

Udo Kind