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kai-mod
kai-mod,
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 3
84422447
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Mein 12 Jahre alter Schäferhundmix-Rüde frißt seit 2 Tagen

Kundenfrage

Mein 12 Jahre alter Schäferhundmix-Rüde frißt seit 2 Tagen nicht mehr. Er hat starken Durchfall und Erbrechen. Er säuft wenig, kann aber normal urinieren. Kann ich bis Montag mit dem Tierarztbesuch warten ?
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 2 Jahren.

Hallo,

so wie Sie Ihren Hund beschreiben wäre es das Beste Ihren Hund noch heute einem Tierarzt vorzustellen, damit er gezielt behandelt werden kann und Infusionen erhält. 24 Stunden nichts zu fressen ist bei Brechdurchfall ok, danach schwächt das Fasten Ihren Hund aber. Insbesondere Trinken öfter ganz kleine Mengen (je 5 - 10 ml) ist sehr wichtig, falls dies nicht auch in diesen kleinen Mengen sofort erbrochen wird. Gerne milder Fenchel- oder Kamillentee.

.

Achten Sie bitte auf folgende Krankheitszeichen, die einen Tierarztbesuch baldmöglichst erforderlich machen. Insbesondere darauf , ob:

-die Schleimhäute blasser sind als sonst (Augenschleimhaut weißlicher oder gelblich (Leber); Maulschleimhaut: Kapillarfüllungszeit länger als 2 Minuten, d.h. wenn man auf die rosafarbene Maulschleimhaut mit einem Finger drückt wird sie blaß und muß dann innerhalb von höchstens 2 Sekunden wieder rosa sein), eine mit den Fingern gezogene Hautfalte verstreicht nicht sofort (Austrocknung, braucht dann evtl. Infusion)

-Ihr Hund sich immer wieder mit Durchfall oder Erbrechen quält (Schmerz)

-Temperatur (rektal gemessen) außerhalb des Normalbereichs von 38° bis 39° ( Achtung: Untertemperatur ( unter 37,5° wäre besorgniserregender als etwas Fieber, Temperaturen oberhalb von 39,5° deuten auf schwerere Infektionen)

-das Allgemeinbefinden Ihres Hundes sehr gestört ist (länger andauernd sehr ruhelos oder zieht sich vollkommen zurück)

- Atemnot oder Kreislaufprobleme

-der Hund in letzter Zeit öfter Durchfälle hatte oder erbrochen hat

-im Kot oder Erbrochenen Blut zu sehen ist

-der Bauchumfang stark zunimmt , der Bauch hart und angepannt ist (dann Metamizol oder Buscopaninjektion von Tierarzt sinnvoll)

-Ihr Hund immer wieder seinen Bauch leckt (Hinweis auf Schmerzen)

Sobald eines dieser Zeichen eintritt, sollten Sie bald möglichst zum Tierarzt gehen! Dieser gibt dann je nach Lage Infusionen, Schmerzmittel, Antibrechmittel, Durchfallmittel, Antibiotika, Mittel gegen Übersäuerung...

Brechen und Durchfall hat meistens eine der folgenden Ursachen:

-ungewohntes oder zu kaltes Futter:

- Fressen von zu kaltem oder ungewohntem unbekömmlichem Futter (hier insbesondere draußen rumliegender Abfall)

-infektionsbedingte Entzündungen der Magen-Darmschleimhaut (meist viral oder bakteriell, meist erhöhte Temperatur also über 39 Grad (bitte Temperatur rektal messen), Parasiten (auch Giardien, einzellige Parasiten), wann war die letzte Entwurmung?, wurde der Kot schon mal auf Giardien untersucht? Behandlung ggf. mit Fenbendazol oder Metronidazol)

-teilweise Darmverstopfung durch Fremdkörper oder Tumore (seltener)

-Vergiftung (sinnvolle Reaktion des Körpers, um das Gift rauszubringen), könnte Ihr Hund draußen Vergiftetes oder Verdorbenes gefressen hat?

-starke Verwurmung

-Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Schmerz, oft sehr häufiges Brechen, auch von ganz kleinen Mengen Flüssigkeit), bitte canine Pancreaslipase untersuchen und TLI-Test machen lassen; je nach Befund Zusatz von Pancreasenzymen zum Futter sinnvoll (hier in D: Pancrex-Vet, almazyme), in schweren Fällen darf ein paar Tage gar nichts gegeben werden und eine Ernährung über Infusionen ist erforderlich

-andere Organerkrankungen (Niere, Leber, Schilddrüse...)

Falls im Laufe des Tages immer noch wiederholtes Erbrechen oder Durchfall auftritt, ist zur Abklärung der Ursachen ein Tierarztbesuch sinnvoll, denn zur Ursachenklärung sind Kot- und Blutuntersuchung und ggf. auch Röntgenaufnahmen/Ultraschall nötig.

Heute würde ich kein Futter mehr geben und frühestens am Abend mit leicht verdaulichem Futter (z.B. mageres Geflügelfleisch, Hüttenkäse, Reis) in kleinen Portionen beginnen. Ins leicht erwärmte Trinkwasser (gut oft milder Fenchel- Kamillentee) sollten Sie möglichst etwas Elektrolytpulver (z.B. Rehydration support von waltham, gibt´s beim Tierarzt) geben. Achtung: darauf achten ob Ihr Hund das angereicherte Wasser mag. Kleine Mengen erwärmten Wassers möglichst mit Elektrolyten (gibt´s bei Tierarzt oder auch aus Apotheke) auch heute immer wieder anbieten, evtl. auch etwas ins Maul spritzen.

Unterstützend (aber Tierarztbesuch nicht ersetzend) könnten Sie Nux vomica D6 (morgens und nachmittags) und Podophyllum D6 (vormittags und abends) geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit Spritze mit Wasser ins Maul geben), bei Kreisaufschwäche sind Veratrum album D6 3x täglich 1 Tablette und Bachblüten-Rescue-Tropfen (3x täglich 4 Tropfen mit etwas Wasser) oft hilfreich.

Außerdem wäre die Gabe von Diatab sinnvoll (schützt die Schleimhaut , bindet Bakterien und Viren (in gewißem Maß), enthält Elektrolyte) , alfavet, gibt´s beim Tierarzt

Schleimhaut schützend v.a. für den Magen wirkt Ulcogant durch Bildung eines Schutzfilms (Tierarzt).

Bieten Sie Ihrem Hund bitte eine Wärmflasche an (wirkt oft beruhigend auf Magen-Darmkrämpfe).

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, meine Antwort positiv zu bewerten, damit meine Arbeit bezahlt werden kann. Im Voraus besten Dank. Falls noch Fragen bestehen, antworte ich natürlich gern noch mal.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

PS:

falls erforderlich (sehr schwach, Bauchschmerz, ausgetrocknet, Fieber oder Untertemperatur…):

Notdienste finden Sie hier:

- http://www.vetfinder.mobi/
-
http://catsonline-forum.de/index.php?option=com_sobi2&sobi2Task=search&Itemid=61

- www.tierdoc24.de
- über die Feuerwehr / Polizei vor Ort
- auf den Anrufbeantwortern fast aller Tierärzte wird der Notdienst angegeben
- Tierkliniken haben immer 24 Stunden Dienst.

Experte:  kai-mod hat geantwortet vor 2 Jahren.

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