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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Hallo unser Hund bekommt seit 2 Tagen epileptische Anfälle.

Kundenfrage

Hallo unser Hund bekommt seit 2 Tagen epileptische Anfälle. Ich hätte gern gewußt ob es mit Pentoxiffyllin zusammenhängen könnte. das medikament bekommt er seit längerer Zeit gegen Vaskulitis.
Liebe Grüße Ha-Jo
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 2 Jahren.
Hallo,
Pentoxyfyllin erhöht normalerweise nicht das Risiko für Krampfanfälle.
Vermutlich handelt es sich um epileptische Anfälle (dann häufig - aber nicht immer - auffälliges Verhalten vor und nach den Anfällen; ist der Hund vor und nach den Anfällen auffällig gewesen?) handeln, aber auch Krämpfe anderer Ursache wären möglich
Zunächst sollte man mögliche Ursachen für Krämpfe ausschließen / feststellen
Insbesondere folgende Ursachen kommen für Krämpfe in Frage:
- Stoffwechselstörung, z.B. Urämie (Anreicherung von Harnstoff im Blut durch Niereninsuffizienz), Leberstörung oder Diabetes, in den meisten Fällen fällt ein erhöhter Durst auf; Diagnose durch Blutuntersuchung möglich, auch Störungen im Mineralienhaushalt sind als Ursache möglich. Auch eine Kolik kann durch die starken Schmerzen zu krampfähnlichen Symptomen mit Speicheln und Schaum am Mund führen.
-Infektionen , dann oft Fieber (d.h. rektal gemessen über 39°) und nahezu immer Allgemeinstörungen
-Sauerstoffmangel durch Herzfehler oder zu wenig rote Blutkörperchen (dann würden bläulich-blasse Schleimhäute, Kurzatmigkeit (bitte Atmung in Ruhe kontrollieren: Atemfrequenz sollte unter 35/Minute liegen) , schnelle Erschöpfung etc. auffallen)
-Hirntumor, Wasserkopf, Beides in dem Alter äußerst selten
Zur Diagnose sind Allgemeinuntersuchung, Blutuntersuchung und evtl. bildgebende Verfahren (Röntgen, für einen Hirntumor sogar CT/MRT ) erforderlich. Blutuntersuchung und Herz/Kreislaufuntersuchung würde ich Ihnen auf jeden Fall empfehlen.
In vielen Fällen findet man aber auch keine Ursache für die Krämpfe und kann nur symptomatish behandeln. Als Dauerbehandlung nimmt man in der Regel das Medikament Imepitoin (Pexion) oder Luminal (Phenobarbital), im akuten Anfall Valium (Diazepam). Außer mit Luminal alleine kann man zusätzlich (Luminaldosierung dann oft herunter setzbar) mit Kaliumbromid behandeln. Auf Luminal als Monotherapie (alleine gegeben) sprechen etwas über 50% der Epileptiker gut an. Luminal wird von fast allen Hunden gut vertragen. Am Anfang evtl. etwas müder, nach einiger Zeit merkt man dem Hund die Medikamentengabe aber nicht mehr an. Die Krämpfe sind für die Gesundheit des Hundes und den Hund selbst belastender als die Luminal-Gabe
Pexion hat oft schnellen Wirkungseintritt, bei Luminal dauert es bis zu 2 Wochen. Leider ist kein Mittel bei allen Hunden gleich gut wirksam, daher muß man in manchen Fällen mehrere der genannten Mittel versuchen.
Als noch tolerabel gelten maximal 4 leichte Anfälle pro Jahr. Wenn man mit Medikamenten angefangen hat, muß man sie in der Regel lebenslang geben. . Wenn mehr Anfälle im Jahr auftreten - so wie bei Ihrem Hund - oder diese nicht mehr als "leicht" einzustufen sind, sollte man Medikamente einsetzen (Beginn mit Phenobarbital). Wenn man mit Medikamenten angefangen hat, muß man sie in der Regel lebenslang geben.
Eine Dauer von 2 Minuten Anfall gilt als leicht, längere Anfälle oder mehrere hintereinander aber als gefährlich (kann Status epilepticus = Dauerkrampf draus werden).
Relativ neu ist das Präpararat Pexion (Imepitoin, Infos: http://ec.europa.eu/health/documents/community-register/2013/20130225125304/anx_125304_de.pdf ). Diese Medikament hat in den meisten Fällen einen raschen Wirkungseintritt.
Klassisch wird mit Phenobarbital (z.B. Luminal) behandelt, Wirkungseintritt hier aber meist erst nach 10-14 Tagen.
Dosierungen: Phenobarbital: 1 -8 mg/kg KG 2 x täglich; Kaliumbromid : 20 - 40 mg/kg Körpergewicht 1x täglich oral.
Die genauen Dosierungen (einschleichend beginnen) müssen individuell an Hand der Serum-Medikamentenspiegel eingestellt werden.
Wichtig im Anfall ist, Gegenstände an denen der Hund sich verletzen könnte, möglichst schnell zu entfernen.
-Im akuten Anfall, insbesondere bei längeren Krämpfen (längere Dauer als 5 Minuten oder mehrere Anfälle kurz hintereinander) ist oft Diazepam (als Zäpfchen, rectal-tube oder Tropfen, bitte vom Tierarzt geben lassen oder Rezept austellen lassen) hilfreich, in solch einem Fall aber trotzdem soweit möglich möglichst schnell zum Tierarzt, der Diazepam spritzen kann (wirkt dann noch schneller).
Unterstützend können Sie folgendes tun (ersetzt aber keinesfalls einen Tierarztbesuch!):
-als homöopathische Mittel Cuprum D6 und Zincum D6 je 2x täglich geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern mit Spritze mit etwas Wasser ins Maul geben ),
- im Anfall (besonders starkes Zucken): Belladonna D6 alle 2 Minuten sowie alle 10 Minuten (bis wieder alles normal) 5 Bachblüten Rescue-Tropfen (angstreduzierend).
-B-Vitamine (als Tabletten oder Tropfen, z.B. vom Tierarzt)
Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, damit meine Arbeit bezahlt werden kann. Im Voraus besten Dank. Falls noch Fragen bestehen, antworte ich natürlich gern noch mal.
Alles Gute & freundliche Grüße ***** *****
Udo Kind
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 2 Jahren.
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