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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

meine 8 jährige hündin, schäferhund-jagthund mix aus spanien,

Kundenfrage

meine 8 jährige hündin, schäferhund-jagthund mix aus spanien, knickt mit ihren hinterläufen ständig ein, links etwas mehr als rechts. auf glatten böden findet sie keinen richtigen halt mehr.was tun ?
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 2 Jahren.
Hallo,
ist die Wirbelsäule schon geröntgt worden? Hat er Probleme beim Aufstehen? Läuft er sich ein? Hat es schon einen deutlichen Muskelabbau gegeben (dünnere Oberschenkel) oder sind die Muskeln einfach schwächer? Seit wann ist der Hund in Deutschland? (wurde er früher auf die "Mittelmeerkrankheiten" Leishmaniose, Ehrlichiose und Babesiose untersucht?; verursachen u.a. Anämie, Blutarmut, die auch Schwäche der Hinterbeine hervorrufen kann)
Haben die Probleme eher plötzlich begonnen (oft nach Trauma, Verletzung) oder sich allmählich verschlechtert (oft bei Arthrosen)? Ist Ihr Hund auch insgesamt etwas "träger"? Dann muß man auch an eine Schilddrüsenunterfunktion denken (traurig-depressive Wirkung, oftSchwäche oder im fortgeschrittenene Fall sogar Nachschleifen der Hintergliedmaße; Diagnose durch Blutuntersuchung T4, TSH; Behandlung ggf. mit Thyroxin z.B. Forthyron, albrecht))
Die Schwäche der Hinterbeine könnte insbesondere folgende Ursachen haben:
-Wirbelsäule, Kompression/Schädigung des Rückenmarks bzw. der austretenden Nerven (z.B. durch einen Bandscheibenvorfall oder knöcherne Zubildungen (Spondylosen)) vorliegt. Relativ häufig ist das sogenannte Cauda eqina-Syndrom ( =Verengung und Kompressionen der Nerven im Übergang der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein). Durch die Schädigung der Nerven funktionieren oft die Reflexe nur noch eingeschränkt (Prüfung durch Tierarzt).
Diagnose durch Röntgenaufnahme der Wirbelsäule (je nach Befund des normalen Röntgens bei Bedarf. sogar mit Myelographie= Darstellung des Rückenmarks mit Kontrastmittel) oder - wie schon angesprochen - mit CT/MRT.
-Es könnte sich evtl. auch um eine schmerzende Entzündung oder Verletzung als Ursache handeln (meist Hüftgelenke oder Knie) handeln (Diagnose auch hier durch Röntgen, bzw. spezielle Bewegungsproben z.B. auf Kreuzbandriss) Meist ist bei solchen eine Seite stärker betroffen, das Probleme besteht dann eher in einseitiger Lahmheit.
- Durchblutungsproblem (sind die Hinterbeine kälter als die Vorderbeine?)
- Muskelsoffwechselstörung oder -entzündung (deutlich seltener)
- Schilddrüsenunterfunktion (Blutuntersuchung T4)
Es sollten zur Diagnose - soweit gefahrlos möglich - einige spezielle Bewegungs- und Reflexprüfungen sowie Röntgenaufnahmen gemacht werden.
Einige Reflexe können Sie auch selbst prüfen:
- Lid- und Hornhautreflex: Annäherung oder leichte Berührung führ zu sofortigem Schließen des Auges
- Pupillarreflex: Licht führt zu beidseitig gleichem Verengen der Pupillen, Dunkelheit zu Vergrößerung
- Patellarreflex (Reaktion auf Schlag auf Kniescheibensehne, normale Reaktion: Bein schnellt nach vorn)
- Analsphinkterreflex (Reaktion auf Berührung des Afters, normal: Verschluss des After)
-Fähigkeit des Schwanzbewegens (kann Ihr Hund den Schwanz normal bewegen?)
- Korrekkturreflex: im Stehe: Pfoten der Hinterbeine beugen (Oberseite der Pfote zum Boden) Normal: Hund nimmt sofort wieder normale Stellung ein
--Zwischenzehenreflex: festes Kneifen der Zwischenzehenhaut: Normal: soll zu Anziehen des Beines führen (= Reflexbogen erhalten) aber unbedingt auch zu Reaktion des Tieres (z.B. schauen, Schmerzempfinden ungestört) führen
--Fußungsreflex (nur falls nicht zu schmerzhaft!): Hund hängend (Kopf oben) mit Hinterbeinen, Fußrückenseite gegen Tischkante führen, Normal: Hund soll sofort mit dem Fuß versuchen auf den Tisch zu treten.
Ob ein entzündungshemmendes Schmerzmittel eine sinnvolle Behandlung wäre kann nur ein Tierarzt vor Ort in der Regel mit Hilfe von Röntgenaufnahmen oder sogar CT entscheiden.
Bei den Schmerzmitteln für den Bewegungsapparat und die Wirbelsäule haben sich v.a. die NSAID (nicht cortisonhaltige entzündungshemmende Schmerzmittel) bewährt, hier insbesondere:
- Carprofen (z.B. Rimadyl)
- Meloxicam (z.B: Metacam)
- Firocoxib (z.B. Previcox),
- Robenacoxib (Onsior)
Alle wirken entzündungs- und schmerzstillend sowie abschwellend. Sie sind nur beim Tierarzt erhältlich.Die in der Humanmedizin gebräuchlichen Schmerzmittel (z.B. ASS (Aspirin), Paracetamol und andere) sollten nicht gegeben werden, da sie ein deutlich höheres Nebenwirkungsrisiko beim Hund haben.
Welches Mittel am besten wirkt, muß man ausprobieren. Sie greifen an verschiedenen Stellen der Entzündungs- und Schmerzentstehung an und welcher Angriffspunkt der Effektivste ist, hängt individuell vom zu behandelnden Tier ab.
Gleiches gilt für die Nebenwirkungen. Am häufigsten sind Durchfälle, in seltenen Fällen sogar blutig. Welches Mittel am besten vertragen wird ist individuell verschieden.
Unterstützend könnte noch folgende Arznei gegeben werden (keinesfalls einen Tierarztbesuch ersetzend):
-Canosan (Boehringer, bänder- und sehnenstabiliierend, enthält Gonex und Glykosaminoglykane, erhältlich beim Tierarzt)
-bei Wirbelsäulenursache: Nux vomica D6 3x tägl 1 zerpulverte Tablette oder 5 Globuli (evtl. mit etwas Wasser, aber ohne Futter) ins Maul Ihres Hundes geben. 14 Tage, dann evtl. Umstellung auf Rhus toxicodendron D6 3 x täglich 1 Tablette., in den ersten 3 Tagen zusätzlich Arnika D6 3 x täglich. Falls Arthrosen die Ursache sind: kein Nux vomica, sondern direkt mit Rhus toxicodendron beginnen
- VitaminB wirkt allgemein positiv auf die Heilung von Nervenschädigungen (insbesondere gut, falls "cauda equina die Ursache ist).
In Absprache mit Ihrem Tierarzt wäre zur Unterstützung der Therapie eine Krankengymnastik/Physiotherapie sehr sinnvoll.
Manchmal hilft auch das die allgemeine Durchblutung und Nervenfunktion verbessernde Medikament Propentofyllin, z.B Karsivan (msd-intervet).
Falls schon deutlicher Muskelabbau vorliegen sollte (was ich aber nach Ihrer Beschreibung eher nicht vermute): Anabolika (Nandrolon., Laurabolin) , die man früher in so einem Fall eingesetzt hat, sind in Deutschland verboten; ganz evtl. kann man die Gabe von Cortison versuchen, wenn der Muskelabbau sonst weiter fortschreitet.
Viel Glück!
Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, meine Antwort positiv zu bewerten, damit meine Arbeit bezahlt werden kann. Im Voraus besten Dank. Falls noch Fragen bestehen, antworte ich natürlich gern noch mal.
Alles Gute & freundliche Grüße ***** *****
Udo Kind
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 2 Jahren.
Hallo,
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Udo Kind
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 2 Jahren.
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Danke ***** ***** Verständnis und Ihre hoffentlich doch noch erfolgende neutrale oder positive Bewertung.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Udo Kind

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