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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Mein Hund hat ein Harnstoffwert von 78,2 mmol/l und ein Kreatininwert

Kundenfrage

Mein Hund hat ein Harnstoffwert von 78,2 mmol/l und ein Kreatininwert von 1232 µmol/l bei der Niereninsuffiziens, wie kann ich dazu beitragen diese werte runter zu bekommen? Oder wie bekommt man diese werte wieder runter? Der Hund Rasse Dalmatiner bekommt alle 4 stunden Royal Canin Renal zum fressen und jede Stund 50 ml Wasser zu trinken auf anweisung vom Tierarzt.
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 3 Jahren.
Hallo,

Sie und Ihr Tierarzt machen bereits sehr viele sinnvolle Dinge für Ihren Hund

Wie ist denn das Allgemeinbefinden Ihres Hundes? Frißt und trinkt er normal? Ist er normal munter?
Wurde auch schon ein Ultraschall der Niere und der Blase gemacht, wissen Sie ggf. das Ergebnis? Wurde vom Urin das Sediment untersucht (insbesondere auf Kristalle/Harngries)?

Leider sind sowohl der Harnstoff- als auch der Kreatininwert um mehr als das 10-fache erhöht. Zum Vergleich der Blutwerte:
Normbereich Nierenwerte (d.h. 95% der gesunden Hunde liegen in diesem Bereich, teils mehrere Angaben, da laborabhängig):
- Kreatinin: normal bis 1,7mg/dl; 35-105 umol/l; -130 umol; -150umol
- Harnstoff : normal bis 49 mg/dl; 3,3-8,3 mmol/l; -10,7mmol/l
- Phosphat : normal bis 1,68mg/dl; 0,6-1,6 mmol/l; -1,9mmol
- Gesamteiweiß : normal bis 7,5 mg/dl; 54-75 g/l; 60-80 g/l
- Albumin : normal bis 2,5-4,0 mg/dl; 25-40 g/l

Es ist sehr gut, daß täglich Infusionen gegeben werden. (dies ist im Grunde der Ersatz für die Dialyse, die man beim Mensch macht). Infusionen sind grundsätzlich sinnvoll zwecks Durchspülung der Niere und Ausscheidung der harnpflichtigen Stoffe. Bei schlechtem Fressverhalten wäre sogar eine intravenöse Infusion an 3-5 Tagen hintereinander grundsätzlich am Besten. Dadurch kann oft auch der Appetit wieder angeregt werden

Leider kann man bereits zerstörtes Nierengewebe nicht wieder regenerieren, sondern nur das noch arbeitende Gewebe unterstützen. Wichtig sind hier:

- Nierendiät , z.B. die von Ihnen gegebene Royal canin Renal, falls diese schlecht gefressen würde auch kd-Diät Hill´s), gibt man am Anfang, später dann evtl. cd-Diät. Einen Überblick über Nierendiätenfinden Sie z.B. hier: http://www.tierarzt24.de/category/5630-nieren.aspx )



- Ipaktine: bindet die nierenschädigenden Phosphate (wäre sinnvoll, insbesondere falls Sie teilweise auch selbst zubereitetes Futter geben)

-homöopathische Mittel : Lespedeza D4 3x täglich und Berberis D6 2x täglich (5 Globuli oder 1 zerpulverteTablette mit etwas Futtersauce oder mit etwas Wasser in einer Sprize unabhängig vom Fressen geben)

Versuchen Sie bitte, Ihren Hund durch Zusatz z.B. von Fleischbrühe zum Trinkwasser zur Flüssigkeitsaufnahme zu animieren. Der verordnete Blasen- und Nierentee ist auch gut.

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, damit meine Arbeit bezahlt werden kann. Im Voraus besten Dank. Falls noch Fragen bestehen, antworte ich natürlich gern noch mal.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

PS: falls Sie in der Nähe von München wohnen, wäre evtl. auch eine Hämodialyse an der Uni München möglich.

Zitat:
"
Hämodialyse
Mit der Verfügbarkeit einer Dialysemaschine (Fresenius 4008) zählt die Medizinische Kleintierklinik zu einer der wenigen Tierkliniken die die Hämodialyse zur Therapie von Nierenversagen und Vergiftungen durchführen können.
Das Haupteinsatzgebiet der Dialyse bei Hund und Katze ist das akute Nierenversagen, bei dem die Chance auf eine Besserung und Wiederherstellung der Nierenfunktion gegeben ist, so dass die betroffenen Tiere nach erfolgreicher Therapie wieder ohne Dialyse eine gute Lebensqualität haben. Häufige Ursachen des akuten Nierenversagens sind Leptospirose, Infektionen der Nieren, Schock, Durchblutungsstörungen der Nieren oder Weintraubenvergiftungen. Für Tiere mit chronischem Nierenversagen wird die Hämodialyse, obwohl sie technisch möglich ist, nicht empfohlen. Diese Tiere müssten den Rest ihres Lebens alle 2-3 Tage wie in der Humanmedizin mit der Dialyse behandelt werden. Eine weitere Indikation ist die Entfernung von Giftstoffen z.B. Frostschutzmittel, Alkohol oder andere kleinmolekulare Substanzen aus dem Blut.
Für die Dialyse muss ein zentralvenöser Katheter in die Halsvene gelegt werden, der ausschließlich für die Dialyse benutzt wird. Über den Katheter wird das Blut zur Dialysemaschine geleitet und über einen Filter die Nierengifte aus dem Blut entfernt. Nach der Reinigung wird das Blut wieder über den Katheter zurückgegeben. Während der Dialysebehandlung ist permanent ein Tierarzt oder eine Tiermedizinische Fachangestellte bei dem Patienten. Dies dient zum einen der Überwachung des Behandlungsablaufes, sowie der Kontrolle der Vitalparameter und des Blutdruckes.
Nach der Behandlung ist häufig schon eine Besserung des Allgemeinbefindens der Tiere zu sehen. Allerdings muss die Dialyse bis zu Besserung der Nierenfunktion alle 1-3 Tage wiederholt werden.
Die meisten Tiere die eine Dialyse benötigen sind schwer krank und müssen daher auf der Intensivstation behandelt werden. Die Dialyse selbst, der Aufenthalt auf der Intensivstation und die weiteren notwendigen Laborkontrollen, Medikamente und Untersuchungen sind sehr kostenintensive Maßnahmen. Die anfallenden Behandlungskosten sowie der aktuelle Kostenstand werden daher selbstverständlich täglich mit dem Besitzer der erkrankten Tiere abgesprochen.
René Dörfelt
Medizinische Kleintierklinik
der Ludwig-Maximilians-Universität München
Veterinärstr. 13
80539 München
"

Zitat Ende

aus: http://www.med.vetmed.uni-muenchen.de/einrichtungen/notfall/leistungen/dialyse/index.html