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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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hallo habe ein spitz der ist ca 8 jahre alt ist im dunkeln

Kundenfrage

hallo habe ein spitz der ist ca 8 jahre alt ist im dunkeln sehr ängstlich drausen wir sind am tage spatzieren gegangen da hatt sie 2mal zu geschnapt haben angst mit ihr raus zu gehen das sie es wieder macht wie bekommen wir es weg das sie nicht mehr zu schnapt und bellt
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo,

wann hat das Verhalten begonnen (nach besonderem Erlebnis)? Möglicherweise verbindet Ihr Hund die fremden Menschen mit irgendeinem früheren bedrohlichen Erlebnis. Oft fühlen sich Hunde auch bedroht, wenn fremde Menschen sie von oben anschauen und eine Hand von oben in ihre Kopfrichtung strecken. Fremde sollten zur Kontaktaufnahme möglichst in die Hocke gehen und am Anfang sogar wegschauen. Ist das Allgemeinverhalten (Appetit, Durst, Munterkeit, Laufen, Streichelbedürfnis...) Ihres Hundes ansonsten vollkommen unverändert? Bei einem 8-jährigen Hund könnten auch Schmerzen oder Organprobleme (z.B. Schilddrüsenüberfunktion) Ursache für da plötzliche Schnappen sein. Daher wäre eine tierärztliche Untersuchung incl. Blutuntersuchung sinnvoll, um körperliche Ursachen festzustellen und ggf. zu behandeln.

Sollte es keine körperlichen Probleme geben (wie gesagt am Besten Blutbild machen lassen, um Entzündungen und Organveränderungen auszuschliessen, insbesondere auch Schilddrüsenüberfunktion), könnten folgende Maßnahmen helfen, das Problem zu beheben:

1.Verhaltenstraining

-zunächst sollten Sie Ihren Hund bei potentiell problematischen Begegnungen nur an der Leine führen/ablegen lassen. Wenn Ihr Hund durch das unten beschriebene Training vollkommen auf Sie hört, können Sie ihn wieder jederzeit frei laufen lassen und das Training genauso durchführen, wie in der ersten Phase mit Leine (evtl. Übergangsphase mit langer Leine, an der Sie den Hund ruckartig zu sich ziehen können und ihn aus der Situation führen können, wenn er aggressiv ist).

-Aus dem Schnappen kann schnell auch ein Beißen werden (wie ist eigentlich die Körperhaltung dabei? geduckt-ängstlich mit zurückgelegten Ohren oder aufrecht?) Sicher wäre für eine Zeit auch die Verwendung eines Maulkorbes in den entsprechenden unberechenbaren Situationen sinnvoll. Wichtig wäre aber. daß der Maulkorb für den Hund etwas eher Angenehmes oder zu Mindest neutrales ist. Dies erreicht man durch Maulkorbtraining in der nächsten Zeit:
--Lieblingsfutter nur noch im Maulkorb füttern ein paar Tage, dann
--Maulkorb lose anlegen , Lieblingsfutter geben, ein paar Tage, dann
--Maulkorb kurz festmachen, sofort danach Lieblingsfutter ein paar Tage, dann
--Dauer des Maulkorbtragens allmählich verlängern, dann
--angenehme Dinge (spazieren, streicheln...) beginnen immer mit einer Phase Maulkorbtragen
So wird der Maulkorb vom Hund mit Angenehmem verbunden und er läßt sich ihn problemlos auch vor Besuch mit Kind anlegen, ohne daß der Hund schon deshalb gereizt ist.

-Allmähliche Desensibilisierung: Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen (Die normalerweise angegangenen Personen sind noch weit entfernt) "Sitz" und "Platz", steigern Sie die Schwierigkeit (also die Entfernung allmählich verkleinern) ganz allmählich. Loben Sie ruhiges Verhalten (auch mit Trockenfutterbröckchen).

-Sie brauchen übrigens zu keinem Zeitpunkt zu schreien (Hunde hören besser als wir). Schreien wird vom Hund manchmal als "Mitbellen" empfunden

-Lieblingsfutter gibt es nur noch wenn Ihr Hund sich ruhig verhält

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele (einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie die Ruhe und Ausgeglichenheit des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etwas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)

-Hunde haben eine Assoziationszeit von 2-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Stoppen kann man ein Verhalten demzufolge nur bei Beginn (Nein und Sitz machen lassen). Wenn Ihr Hund in Stressituationen auf den Befehl zunächst nicht reagiert und aggressiv in Richtung einer "Zielperson" zieht, sollten Sie mit "Nein", "Komm" und "Fuß" in eine andere Richtung gehen, als der Hund gezogen hat. Seine Aggression müssen Sie ansonsten unbedingt ignorieren (Kein Beruhigen, da es verstärkend wirkt); Zuwendung dürfen Sie Ihrem Hund erst wieder geben, wenn er sich beruhigt hat. Sitz machen lassen und ein paar Futterbröckchen geben.

-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").

-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, daß man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in den genannten Stresssituationen hilfreich.

-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)
1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben
2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben
3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben
4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer
Wenn Ihr Hund "Bleib" kann, sollte er sofort nach einem Ansatz zu "Wadenbeißen" für ein paar Moinuten an einem Platz bleiben müssen ("Nein!, Platz!, Bleib!" innerhalb von 3 Sekunden nach der "Tat")

-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich) bzw. den Hund schnellstmöglich und ohne zu Reden aus der Situation führen ( evtl. muß man den Hund (ohne zu reden!, außer "Komm!") die ersten Meter hinter sich her ziehen), Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.

-Wenn Sie sich mit Hund in entsprechenden "gefährlichen" Situationen aufhalten, zunächst generell nur an der kurzen Leine nehmen, lobend mit ihm sprechen, wenn er ruhig ist,; ablegen bzw. "Sitz" machen lassen dann sofort (< 3 Sekunden) bei Befehlausführung ein Futterbröckchen geben

-Sehr gut und hilfreich wäre natürlich auch der Besuch einer Hundeschule vor Ort, um dort Situationen mit fremden Menschen üben zu können.


2. Medikamente
Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit :
-Hyoscyamus D30 jeden 3.Tag 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette)
-Psychopharmaka wie Fluoxetin sollten möglichst von verhaltenstherapeutisch arbeitenden Tierärzten verordnet werden.

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, damit meine Arbeit bezahlt werden kann. Im Voraus besten Dank. Falls noch Fragen bestehen, antworte ich natürlich gern noch mal.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

 

PS:

Falls Angst die Hauptursache sein sollte:

Zur allgemeinen Beruhigung Ihres Hundes können Sie - vorausgesetzt Temperatur, Schleimhautfarbe etc. sind in Ordnung - selbst noch Folgendes tun:
-Adaptil-(DAP-)Spray und/oder DAP-Verdampfer / Halsband (beide ceva-Pharma, Tierarzt): enthält für uns nicht riechbare beruhigende Duftstoffe (Pheromone), die säugende Hündinnen zur Beruhigung ihrer Welpen absondern, bei Tierarzt oder online erhältlich
- Rescue-Bachblütentropfen (2x täglich für 10 Tage , heute alle 2-3 Stunden)
-Zylkene (beruhigende Stoffe aus Milch, wirkt allgemein angstreduzierend, gibt´s beim Tierarzt oder online)


Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.
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Udo Kind