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Tierarzt-mobil
Tierarzt-mobil, Tierärztin
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 4328
Erfahrung:  20 Jahre Berufserfahrung als Kleintierärztin in Kliniken, versch.Kleintierpraxen,als selbstständige mobile Tierärztin
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Tierarzt-mobil ist jetzt online.

hallo, mein malinois-schäferhund mix humpelt seit einiger

Kundenfrage

hallo,
mein malinois-schäferhund mix humpelt seit einiger zeit wieder, und hat schmerzen am ellenbogen. er müsste geröngt und so wie es aussieht operiert werden.
ich habe schmerztabletten für ihn bekommen danach war es zwar wieder weg aber seit 2 tagen humpelt er wieder. mein problem ist grade das ich nicht das nötige geld für op und röngten habe, will meinen hund aber auch nicht einfach hergeben. können sie mir vielleicht sagen was ich da machen kann? meine tierärztin hat gemeint sie kann mir auch keine tabletten mehr geben da es nicht davon weg geht. ich verzweifele langsam.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt-mobil hat geantwortet vor 4 Jahren.
Guten tag,

leider scheint ihre Tierärztin da Recht zu haben.
Es könnte sich bei der Ursache um eine sog. ED, eine Ellbogendysplasie handeln.
Unter dem Begriff ED werden drei verschiedene Erscheinungsformen von Ellenbogengelenkserkrankungen zusammengefasst:
- OCD
(Ostechondrosis dissecans) Ursache der OCD ist eine Knorpelwachstumsstörung mit mangelhafter Ausreifung, zum Beispiel durch eine zu hohe Wachstumsgeschwindigkeit. Dann wird die Knorpelschicht zu dick. Die Folge sind Ernährungsstörungen des Knorpels. Die Knorpelzellen an der Grenze zum Knochen sterben ab, so dass Risse im Knorpel entstehen. Gelenkflüssigkeit gelangt in Kontakt mit dem unter dem Knorpel gelegenen Knochen und den abgestorbenen Knorpelzellen, was zu einer Entzündung des Gelenks führt. Durch die Ansammlung der Flüssigkeit im Gelenk (Gelenkerguss) wird die Kapsel gedehnt, es entsteht Schmerz und der Hund lahmt. Teilweise können sich vom Gelenkknorpel ganze Schuppen ablösen, die in den meisten Fällen an ihrem Platz bleiben, aber auch als freie Gelenkkörper im Gelenk vorliegen können.
Häufig ist auch eine OCD im Schultergelenk. Als Ursache für die OCD gilt eine energie- und kalziumreiche Fütterung. Klinisches Symptom: Die Gliedmaße werden vom Ellenbogengelenk an abduziert, nach außen gedreht.
- FPC
(Fragmentierter Processus cronoideus medialis), auch gebrochener Kronenfortsatz genannt: Bei dem Processus coronoideus medialis ulnae handelt es sich um den inneren Kronfortsatz der Elle, welcher bei Hunden großwüchsiger Rassen erst im Alter von vier bis fünf Monaten verknöchert. Bis zu diesem Zeitpunkt ist er sehr empfindlich gegenüber jeglicher Überbelastung. Kommt es durch unterschiedliches Längenwachstum von Elle und Speiche, d.h. verzögertes Radiuswachstum, zu einer Stufenbildung mit zu kurzer Speiche im Ellenbogengelenk, kann der Kronfortsatz durch Überbelastung von der zu langen Elle partiell abbrechen. Ein typisches Symptom ist eine Gelenkabduktion, d.h. ein nach außen gedrehter Ellbogen.
FPC und OCD treten bei vielen Hunden an beiden Vordergliedmaßen auf. Eine beiderseits bestehende geringere Lahmheit ist schwierig zu erkennen. So bedarf es oft eines zusätzlichen Traumas (mechanischer Einwirkung) an einer der beiden Vordergliedmaßen, bis der Hundehalter an dem stärker schmerzhaften Bein eine Lahmheit erkennt. Zu diesem Zeitpunkt haben die Hunde nicht selten schon ein Alter von 10 bis 14 Monaten erreicht, und die Arthrosen sind entsprechend weit fortgeschritten. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass bei beiden Erkrankungen eine genetische Disposition vorliegt. Allerdings sind unterschiedliche Familien betroffen. Daher ist beim Kauf eines Hundes immer darauf zu achten, ob in der Zucht bereits ED-Fälle vorlagen. Dies gilt auch für den im Folgenden besprochenen IPA.

- IPA (Isolierter Processus anconaeus) Beim Processus anconaeus (PA) handelt es sich um einen Knochenvorsprung der Elle, dessen Wachstumsfuge im Alter von 16 bis 20 Wochen geschlossen sein sollte. Fehlt diese knöcherne Verbindung, liegt ein Krankheitsbild vor, das folgende Ursachen haben kann: Ein verzögertes Längenwachstum der Elle, dadurch Druckveränderung und Irritationen, führt in seiner Wachstumsfuge zu Störungen der Verknöcherung und zum Isolierten PA. Bei einer zu engen Gelenkpfanne (Incisura trochlearis) der Elle entsteht Druck auf den PA und dem medialen Kronfortsatz. IPA tritt häufig bei Deutschen Schäferhunden auf. Bis zum Alter von sieben Monaten kann versucht werden den PA mit einer Schraube zu fixieren. Danach ist eine Entnahme angezeigt. Die Hunde zeigen oft eine typische Schonhaltung mit nach außen gedrehten Pfoten und Unterarmen und nach innen gedrehten Ellenbogen.
Bei allen drei Erscheinungsformen der ED treten als Folgeerscheinungen meist schmerzhafte Arthrosen auf. Die betroffenen Hunde zeigen Bewegungsunlust und Lahmheit. Mit zunehmender Belastungsdauer steigen die Schmerzen, die durch passives Beugen und Strecken des Ellenbogens hervorgerufen werden können.

In seltenen Fällen ohne Auftreten von freien Gelenkkörpern kann die Krankheit durch absolute Schonung und Futterumstellung ausheilen. In der Regel müssen die freien Gelenkstücke bzw. die abgebrochenen Knochenstücke (z.B. bei FPC) operativ entfernt werden. Je früher Diagnose und Operation erfolgen, um so größer sind die Aussichten auf langfristige Heilung. Wenn einen Operation nicht in Frage kommt, bieten sich als alternative Behandlungsformen der ED eine frühzeitige Krankengymnastik sowie die Goldakupunktur (Goldimplantation) an.


Quelle: http://www.dgk.de

Ich habe Ihnen hier die Ursachen, die vermutlich bei ihrem Hund vorliegen, aufgezeigt.
Schon durch den Bericht kann man entnehmen, daß die reine Schmerzmittelgabe nicht sinnvoll ist, da sie nur ein Symptom bekämpft. Außerdem würden sich durch eine langfristige Gabe Stoffwechselstörungen und Schäden an Niere oder leber ergeben können.

Ist also keine der aufgezeigten Möglichkeiten aus finanziellen Gründen möglich, dann bedeutet dies, daß der Hund evtl. lebenslang mit Schmerzen leben müßte.

Wird er zumindest geröntgt, kann sich natürlich auch ein ganz anderes, akutes und evtl. ausheilbares Krankheitsbild ergeben. Nur kann dies niemand ohne weitere Diagnostik sagen.


Leider gibt es keine echten Alternativen, sondern wie beschrieben nur unterstützende Massnahmen, die jedoch auch einen nicht unbeträchtlichen finanziellen Aufwand bedeuten würden.
Dies ist ganz sicherlich nicht das, was sie hören wollten, entspricht jedoch leider den Tatsachen.




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Christiane Jahnke

Experte:  Tierarzt-mobil hat geantwortet vor 4 Jahren.

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